Prozess gegen 26-Jährigen
Wohnungsinhaber mit Drogen versorgt

Münster -

Die Zeugenanhörung wurde am Mittwoch im Landgericht im Prozess gegen einen 26-jährigen Niederländer fortgesetzt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm mehrere Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz vor.

Mittwoch, 17.04.2019, 19:30 Uhr aktualisiert: 18.04.2019, 12:00 Uhr
 
  Foto: dpa

Er soll in einer Wohnung in der Brüningheide an verschiedene Personen Kokain und Heroin verkauft haben. Ein zweiter Mann habe in mindestens acht Kurierfahrten die Drogen von Enschede nach Münster geschafft.

Zunächst ließ der Angeklagte durch seine Verteidigerin erklären, dass er sich beim nächsten Hauptverhandlungstermin zur Sache einlassen werde. Eine Zeugin, die mit dem Kurierfahrer gut bekannt war, beschuldigte diesen, die Fahrten von Enschede nach Münster durchgeführt und dafür jeweils 400 Euro erhalten zu haben. Voller Widersprüche waren ihre Aussagen bei der polizeilichen Vernehmung, die ihr der Vorsitzende Richter der 9. Großen Strafkammer vorhielt, und die Aussagen in der Hauptverhandlung. Vehement bestritt die Zeugin, dass sie bei der Polizei ausgesagt habe, dass in der dem Angeklagten überlassenen Wohnung und in einem Burgsteinfurter Wohnhaus Kokain zu Crack gemixt wurde. Dass müsse der Beamte entweder falsch verstanden oder nicht wahrheitsgemäß niedergeschrieben habe. Auch auf den Vorhalt des Staatsanwaltes, dass sie jedes Blatt des Protokolls unterschrieben und bestätigt habe, konnte die Zeugin keine schlüssige Antwort liefern. Dass sie als Beschuldigte wegen mehrerer Drogendelikte vernommen worden war, schien ihr nicht klar zu sein. „Bringen Sie sich nicht selbst in den Knast“, warnte der Staatsanwalt.

Als Zeuge war auch der Wohnungsinhaber geladen, der dem Angeklagten unentgeltlich sein Appartement zur Verfügung gestellt hatte. Dafür habe er ihm kleine Mengen Kokain zum eigenen Verbrauch überlassen. Obwohl er mehrmals sein Appartement unangemeldet aufgesucht hatte, habe er nicht mitbekommen, dass dort mit Drogen gedealt wurde.

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