Polizisten stoppen 27-jährigen Raser
Mit 220 Stundenkilometern durch das Stadtgebiet

Münster -

Dass niemand zu Schaden gekommen ist – reine Glücksache: Über eine Strecke von zwölf Kilometern haben Polizisten in der Nacht zu Donnerstag einen Raser verfolgt. Er beschleunigte seinen Wagen auf bis zu 220 Stundenkilometer.

Donnerstag, 18.04.2019, 21:00 Uhr

Nachdem der weiße BMW gegen 0.30 Uhr am Donnerstag vom York-Ring in die Steinfurter Straße eingebogen ist, beschleunigt der 27-jährige Münsteraner sein Fahrzeug auf Tempo 140. Wenige Meter weiter bremst er zunächst ab, fährt dann aber doch mit hohem Tempo über die rote Ampel in Höhe des Johann-Krane-Wegs. Dort stehen zu diesem Zeitpunkt Fußgänger auf der Mittelinsel, die die Straße queren wollen. So beschreibt die Polizei das sich ihr bietende Szenario.

Den Raser indes bringt das nicht zur Einsicht. Er beschleunigt weiter und bringt sein Fahrzeug auf der B 54 zwischenzeitlich auf 220 Stundenkilometer. Die Be­am­ten, teilt eine Sprecherin der Polizei mit, haben Probleme, dem Mann zu folgen. Erst nach zwölf Kilometern, bei Altenberge, können sie den BMW stoppen.

Laut Bußgeldkatalog erwarten den Fahrer 680 Euro Geldstrafe, drei Monate Fahrverbot und zwei Punkte in Flensburg. Doch es kann weitaus schlimmer für ihn kommen. Im Zuge des Strafverfahrens könne von der Staatsanwaltschaft geprüft werden, ob der Mann überhaupt charakterlich geeignet sei, ein Fahrzeug zu führen, äußert die Sprecherin der Polizei auf Nachfrage. Selbst die Enteignung seines Fahrzeugs sei denkbar. Erstmals hatte ein deutsches Gericht so vor einigen Tagen geurteilt, nachdem ein Motorradfahrer mit 226 statt der erlaubten 100 km/h erwischt worden und zudem in einer Ortschaft mit 129 km/h unterwegs war. Das Urteil geht auf den im Strafgesetzbuch neu verankerten Paragraf 315d zurück, der neben einer Gefängnisstrafe für das Rasen auch die Enteignung des Fahrzeugs in den Bereich des Möglichen rückt.

Nicht immer geht derlei rücksichtloses Fahren so glimpflich aus wie in diesem Fall. Vor gut einem Jahr war es auf der Warendorfer Straße zu einem tödlichen Unfall gekommen, nachdem ein alkoholisierter 29-Jähriger in seinem 340-PS-Boliden mit mindestens 111 Stundenkilometern den Wagen einer anderen Verkehrsteilnehmerin erfasste. Die Frau starb.

Die Polizei indes wertet sowohl diese beiden Fälle als auch einen weiteren Mann, den sie am Mittwochabend stoppte, nachdem er erst mit 120 Stundenkilometern auf der Umgehungsstraße unterwegs war und schließlich über eine rote Ampel auf der Wolbecker Straße fuhr, als Einzelfälle.

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