Start-up-Förderung
Millionen für den Gründergeist

Münster -

Die Bewerbung der WWU erhielt den Zuschlag für die Gründung eines von sechs ausgeschriebenen „Exzellenz-Start-Up-Center“ in NRW. Damit will das NRW-Wirtschaftsministerium Unternehmensgründungen aus der Forschung heraus nach vorn bringen. Für die Uni ist es eine gewaltige Drittmittelspritze.

Dienstag, 07.05.2019, 20:00 Uhr
Marketing-Professor Thorsten Wiesel beschäftigt sich fachlich mit Unternehmensgründungen. Er koordiniert den Aufbau des Exzellenz-Start-Up-Centers, das vom Land voraussichtlich mit rund 20 Millionen Euro gefördert werden soll.
Marketing-Professor Thorsten Wiesel beschäftigt sich fachlich mit Unternehmensgründungen. Er koordiniert den Aufbau des Exzellenz-Start-Up-Centers, das vom Land voraussichtlich mit rund 20 Millionen Euro gefördert werden soll. Foto: Karin Völker

Während die Universität auf den Titel und die Förderung als Exzellenz-Hochschule hofft, hat sie auf einem Teilgebiet schon einen großen Erfolg zu verbuchen. Die Bewerbung der WWU erhielt den Zuschlag für die Gründung eines von sechs ausgeschriebenen „Exzellenz-Start-Up-Center“ in NRW.

Damit will das Wirtschaftsministerium des Landes die Unternehmensgründungen aus der Forschung heraus nach vorn bringen – und die Förderung ist für die Universität eine gewaltige Drittmittelspritze. Marketing-Professor Thorsten Wiesel , der den Aufbau der Einrichtung koordiniert, rechnet mit rund 20 Millionen Euro, die im Laufe von fünf Jahren vom Land fließen werden.

Gründungsideen gibt es zuhauf

Er ist überzeugt, dass der Gründergeist an der Uni durch das „Exzellenz-Start-Up-Center“ einen „großen Schub“ bekommen wird. Partner der Universität sind die Fachhochschule Münster, die Hochschule im niederländischen Twente und das Digital Hub am Hafen.

„Gute Gründungsideen gibt es zuhauf“ sagt Wiesel, der in seiner Vorlesung im BWL-Master-Studium eine Vorlesung zum Thema Unternehmensgründung gibt. Beim ersten Mal nahmen 70 Studierende teil, jetzt sind es 140. Viele entwickeln hier gute Gründungsideen, doch zur Realisierung kam es bisher meist nicht. Der Grund: Die Option, selbst Unternehmer zu werden anstatt als Angestellter einen guten Job zu machen, ist bei vielen Studierenden – übrigens nicht nur am Fachbereich Wirtschaft – wenig ausgeprägt, sagt Wiesel. Hier werde das neue Zentrum nachhelfen.

Neue Professuren

Der Gedanke der Unternehmensgründung soll schon in frühen Phasen des Studiums Thema werden – auch fächerübergreifend, erläutert Wiesel. Dafür werden etliche Professuren sorgen. Eine Professur für Entrepreneurship (Unternehmensgründung) wird nun ausgeschrieben, zusätzlich vier bis fünf Juniorprofessuren, die Studierende hier qualifizieren sollen. Auch Unternehmer sollen auf Zeit als Honorarprofessoren wirken und ihre Erfahrungen weitergeben.

Zudem sind Stellen für sogenannte Innovationsscouts geplant. „Sie werden die Fachbereiche nach guten Ideen für Unternehmensgründungen durchforsten“, erklärt Wiesel.

Bisher keine Gründerhochburg

Münster sei bisher sicher keine Gründerhochburg, „aber wir fangen keineswegs auf der grünen Wiese an“, sagt Wiesel. Großes Potenzial sieht er in der Uni Münster in den Naturwissenschaften, im Bereich Nanotechnologie, Biomedizin, Physik und Chemie, aber auch in der eigenen Fakultät bis hin zu den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften.

„Es ist wichtig, den Fokus der Studierenden um das Berufsziel Unternehmer zu erweitern“, so Wiesel. Gute Beispiele für erfolgreiche Gründungen aus Münsters Wissenschaft gebe es genug, meint Wiesel und nennt die große Finanz-Beratungsfirma ZEB, die Geoinformatik-Firma Conterra oder die „Flaschenpost“, die von einem Doktoranden der WWU gegründet wurde und deren Wagen mittlerweile fast bundesweit unterwegs sind.

Millionenförderung 

Die Millionenförderung ist aber ausdrücklich nicht als Gründungskapital gedacht. Dafür gibt es besondere Stipendien des Programms „Exist“, erklärt Wiesel. Das Start-Up-Center hilft neben intensiver Beratung und fachlicher Begleitung auch durch viele Kontakte mit bestehenden Unternehmen der Region die bereits in der Bewerbung ihr großes Kooperationsinteresse signalisiert hätten, so Wiesel weiter: „Sie sollen in der Hochschule stärkere Impulse für die Forschung setzen können.“

Schließlich wird der Gründergeist nicht nur virtuell durch die komplette Hochschule schweben, sondern auch eine greif- und begehbare Heimat bekommen. verspricht Wiesel: „Wir werden im Stadtzentrum eine Kontaktstelle eröffnen – mit Ausstellungsflächen, wo Transferideen präsentiert werden können.“

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