Überwältigende Resonanz
Auftakt zur Aktion „Maria 2.0“: „Die Angst ist weg“

Münster -

Eine unabhängige Frauengruppe aus der Gemeinde Heilig Kreuz hatte im Januar die Idee. Mittlerweile ist aus der „Kirchenstreik“-Aktion „Maria 2.0“ ein deutschlandweit beachteter Selbstläufer geworden. Zentraler Auftakt ist die Mahnwache vor dem Dom am 12. Mai.

Freitag, 10.05.2019, 21:00 Uhr
Seit der Auftaktpressekonferenz der Aktion „Maria 2.0“ im Frühjahr ist das mediale Interesse noch einmal deutlich gestiegen.
Seit der Auftaktpressekonferenz der Aktion „Maria 2.0“ im Frühjahr ist das mediale Interesse noch einmal deutlich gestiegen. Foto: Oliver Werner

Die Resonanz ist schon überwältigend. „Maria 2.0“ ist innerhalb weniger Wochen von einer Initiative weniger Frauen aus der münsterischen Gemeinde Heilig Kreuz zu einer Aktion mit bundesweiter Resonanz geworden. Und darüber hinaus: „Es gibt sogar in New York eine Gruppe“, berichtet Elisabeth Kötter vom Organisationsteam; ständig träfen verschiedenen Nachrichten aus anderen Ländern ein, im deutschsprachigen Raum sei die Aktion ohnehin etabliert.

Vom Auftaktwochenende in Münster werden die wichtigsten Rundfunk- und Fernsehsender berichten, und ständig rufen Journalisten mit der Bitte um Interviews an. Ist das nicht fast zu viel? Überhaupt nicht, meint Elisabeth Kötter: „Wir freuen uns so – die Angst ist weg.“

Was wird der Pfarrer sagen?

Die Angst? Es habe zunächst Bedenken gegeben, räumt Kötter ein. Schließlich ruft die Aktion alle Frauen dazu auf, eine Woche lang bis zum 18. Mai keine Kirche mehr zu betreten und keinen ehrenamtlichen Dienst zu tun. Was wird der Pfarrer dazu sagen?

Doch der starke Zuspruch sei ermutigend. Als sich die Frauengemeinschaft kfd hinter die Aktion gestellt habe, sei klar gewesen, dass gerade in Münster mit breiter Beteiligung zu rechnen sei: „Ich glaube, es wird in keiner Gemeinde nichts gemacht“, sagt Kötter. Einen Überblick über sämtliche Aktionen gebe es nicht – das liege in der Natur einer solchen „Graswurzelaktion“.

Streik für, nicht gegen die Kirche

Das griffige Schlagwort „Kirchenstreik“ könne missverständlich sein, räumt Kötter ein. Man habe dem Vorwurf „Wie könnt ihr gegen Gott streiken?“ begegnen müssen: Man streike gerade eben nicht gegen, sondern für die Kirche. Deshalb wolle man auch auf keinen Fall die Eucharistiefeiern in den Kirchen stören oder Menschen vom Gottesdienstbesuch abhalten. Die Aktionen von Frauen vor der Kirchentür sollen zeigen: „Wir sind sowieso draußen.“

Die Gemeinde Heilig Kreuz ist Ursprungsort der gesamten Aktion und steht deshalb besonders im Fokus – was einigen Gemeindemitgliedern erst allmählich klargeworden ist, wie Elisabeth Kötter meint. Pfarrer Stefan Jürgens jedenfalls unterstützt die Aktion grundsätzlich: „Die Frauenfrage ist eine Glaubwürdigkeitsfrage unserer Kirche“, sagt er.

Zahlreiche Aktionen geplant

Am Samstag beginnt um 18 Uhr vor der Kirche an der Hoyastraße eine Wortgottesfeier zum Auftakt der Aktionswoche, wobei weiße oder helle Kleidung gern gesehen wird. Bei vermutlich besserem Wetter sind für Mittwoch (15. Mai) um 20 Uhr eine „Marienandacht mit Frauenmahl“, am Freitag und Samstag (17. und 18. Mai) jeweils um 18 Uhr wiederum Wortgottesfeiern vorgesehen. Die zentrale „Mahnwache für die Erneuerung unserer Kirche“ findet am Sonntag (12. Mai) von 11 bis 11.30 Uhr vor dem St.-Paulus-Dom statt.

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