Kinderuni am Institut für Geowissenschaften
Jeder kann zum Forscher werden

Münster -

Um die Vermessung der Welt machen sich schlaue Köpfe schon seit Jahrtausenden Gedanken. Heutzutage kann dabei jeder mithelfen, wie eine gut besuchte Vorlesung der Kinderuni am Freitagnachmittag zeigte.

Freitag, 10.05.2019, 18:40 Uhr
Dr. Thomas Bartoschek präsentiert hier einigen jungen Gästen der Vorlesung einen Teil der Sense-Box, mit der jeder Daten erfassen kann, die der Wissenschaft zugute kommen.
Dr. Thomas Bartoschek präsentiert hier einigen jungen Gästen der Vorlesung einen Teil der Sense-Box, mit der jeder Daten erfassen kann, die der Wissenschaft zugute kommen. Foto: Björn Meyer

Wie kommt die Welt in den Computer? Der Geoinformatiker Dr. Thomas Bartoschek stellte diese Frage am Freitagnachmittag in der Kinderuni am Institut Für Geowissenschaften in der Heisenbergstraße.

Zunächst allerdings ging es in der Vorlesung um Grundlagen. Anhand des Wetterberichts machte Barto­schek den jungen Zuhörern deutlich, wofür Messdaten im Alltag nützlich sein können. Frei nach dem Motto: Hat man sie nicht, steht man – das gilt übrigens auch für die Wissenschaft – im Regen. Dabei skizzierte er den Kindern, wie die Vermessung der Welt vonstatten gegangen ist. Angefangen beim einfachen Zeichnen, über das Fotografieren aus einem Heißluftballon bis in die heutige Zeit, wo Satelliten und Drohnen schnell Bilder aus nahezu allen Winkeln der Welt liefern können.

Aufgewirbelten Sand messen

Im Fokus aber stand dabei, dass jeder an dieser Vermessung heutzutage teilhaben kann. Als Beispiel verglich Bartoschek die Karte von Google Maps und Open Street View. Während die Übersicht des Milliardenunternehmens wenig Details zeigte, ließ sich bei dem durch Freiwillige gefütterte Kartenmaterial jeder kleine Weg und jeder Papierkorb im münsterischen Schlossgarten erkennen.

„Ich könnt der Wissenschaft helfen“, richtete sich Bartoschek an die jungen Zuhörer. Als ein Werkzeug zeigte er dafür die von ihm und seinem Team entwickelte Sense-Box, von der mittlerweile weltweit 4200 im Einsatz sind. 2,5 Milliarden Messungen wurden damit gemacht. Umweltphänomene, Verkehr, selbst aufgewirbelter Sand lässt sich damit messen.

Selber testen macht klug

Klar, dass die jungen Zuhörer darauf brannten, die in der Box enthaltenen Sensoren selber zu testen. Wie bekommt man im Hörsaal den stärksten Lichteinfall, wie misst man die wärmste Temperatur? Die Datensammler agierten ideenreich – wenn auch an der wissenschaftlichen Genauigkeit noch gearbeitet muss.

Dennoch stand nach einer guten Stunde die Antwort auf die Eingangsfrage fest. Die Welt in den Computer bringen nicht nur Geoinformatiker – vielmehr kann sich jeder daran beteiligen.

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