Exzellenzcluster geht in die dritte Runde
Religion als politische Kraft

Münster -

Warum eskalieren politische Prozesse, wenn die Religion ins Spiel kommt? Und warum kann Religion umgekehrt so oft Helfer auf dem Weg zum Frieden sein? Wie Religion ihre politische Kraft gewinnt und welche soziale Dynamik dahinter liegt, ist der neue Schwerpunkt des Exzellenzclusters „Religion und Politik“, der jetzt in seine dritte Runde gestartet ist.

Montag, 13.05.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 13.05.2019, 14:56 Uhr
Freuen sich die Förderung des Exzellenzclusters (v.r.): Festrednerin Prof. Dr. Lyndal Roper, Sprecher Prof. Dr. Nils Jansen, Bürgermeisterin Karin Reismann und WWU-Prorektorin Prof. Dr. Monika Stoll.
Freuen sich die Förderung des Exzellenzclusters (v.r.): Festrednerin Prof. Dr. Lyndal Roper, Sprecher Prof. Dr. Nils Jansen, Bürgermeisterin Karin Reismann und WWU-Prorektorin Prof. Dr. Monika Stoll. Foto: Exzellenzcluster „Religion und Politik“/Wilfried Gerharz

An der Universität Münster ist am Freitagabend die neue Förderphase des Exzellenzclusters „Religion und Politik“ feierlich eröffnet worden. „Dass wir als einziger geistes- und sozialwissenschaftlicher Verbund in der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern eine dritte Förderzeit einwerben konnten, eröffnet neue Forschungsperspektiven“, sagte der Sprecher und Rechtshistoriker Prof. Dr. Nils Jansen beim Festakt mit rund 200 Gästen aus Wissenschaft, Politik und Religionen.

„In den kommenden Jahren fragen wir, wie Religion ihre politische Kraft gewinnt und welche soziale Dynamik dahinter liegt.“ Die Faktoren, die Religion zum Motor des Wandels machen, seien überhaupt noch nicht verstanden. „Warum etwa eskalieren politische Prozesse bis hin zu terroristischer Gewalt, wenn sie in das Feld der Religion geraten, und warum kann Religion zugleich Katalysator von Friedensschlüssen sein?“ Erklärungen seien auf vielen Ebenen zu suchen, so Jansen.

Der Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster untersucht seit 2007 das komplexe Verhältnis von Religion und Politik von der Antike bis heute. Beteiligt sind 140 Forschende aus 20 geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächern und zehn Ländern.

Das neue Forschungsprogramm „Dynamiken von Tradition und Innovation“ wird von 2019 bis 2025 mit 31 Millionen Euro gefördert.

Die WWU-Prorektorin für Forschung, Prof. Dr. Monika Stoll, hob in ihrem Grußwort den hohen Grad an Interdisziplinarität des Exzellenzclusters sowie eine breit aufgestellte und sichtbare Wissenschaftskommunikation hervor.

Münsters Bürgermeisterin Karin Reismann bezeichnete den Exzellenzcluster in ihrem Grußwort als „Leuchtturm“, der weit über Deutschlands Grenzen sichtbar sei. Das Thema „Politik und Religion“ passe wie kaum ein anderes zu Münster als Stadt des Westfälischen Friedens. Uni, Stadt und Zivilgesellschaft arbeiteten daran, die Erinnerung an den Friedensschluss von 1648 zu bewahren.

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