„Münster vor Ort“: Monatliche Tour am Wochenende
Zeitschichten im Dichterviertel

Münster -

Der Name klingt schon edel – und das ist das Dichterviertel auch. Gehoben, großzügig, von Villen durchzogen. Grund genug für die monatliche Tour „Münster vor Ort“, diesem besonderen Stadtviertel einen Besuch abzustatten. Am Wochenende (17. bis 19. Mai) geht es bei einem dreieinhalbstündigen Rundgang um Geschichte, aber auch um aktuelle Entwicklungen.

Dienstag, 14.05.2019, 11:00 Uhr
Alte und neue Villen an der Langemarckstraße.
Alte und neue Villen an der Langemarckstraße. Foto: Stefan Rethfeld

 Nicht nur Erfurt, Frankfurt und Wiesbaden rühmen sich eines Dichterviertels. Auch Münster verfügt über ein solches – auch wenn es nicht in der Gründerzeit, sondern erst um 1930 angelegt wurde. Oberhalb des Kreuzviertels, in die weite Parklandschaft der Wienburg hinauslaufend. Am Wochenende wird es im Rahmen der monatlichen „Münster vor Ort“- Touren erkundet.

Benachbart zu verschiedenen Kleingärten zeigt sich das gehobene Wohngebiet auch heute noch gepflegt und großzügig. Tradierte Wohnhäuser entstanden um 1935 nach Plänen unter anderem von Heinrich Bartmann , Hans Ostermann und Leo Sunder-Plassmann als Einzelvillen („Kaffeemühlen“) oder als Mietshäuser.

Auch entlang der Kanalstraße formte sich beidseitig der Flandernstraße eine erste vorstädtische Wohnsiedlung. Mit dem Ausbau der Ringstraße in der Nachkriegszeit bot sich der Rahmen für eine Erweiterung des Dichterviertels.

„Wibbeltdorf“ als neues Dichterviertel

Während zum Friesenring die Polizeidirektion (Architekt: Rudolf Bürgin, 1957-1965) und zum Cheruskerring die Gebäude der Wasser- und Schifffahrtsdirektion neu entstanden, fand rückwärtig nicht nur ein Schulzentrum (unter anderem mit dem Pascal-Gymnasium, 1969-1972) seinen Platz, sondern auch ein „neues“ Dichterviertel beiderseits der Wibbeltstraße, das von den Erstbewohnern daher auch „Wibbeltdorf“ genannt wurde.

Als neues Zentrum wurde die Bahlmannwiese gehandelt, um eine Kirche zu errichten, die jedoch sodann mit der Bonifatiuskirche (Architekten: E. Kleffner, C. Kleffner-Dirxen, 1963-1965,) zum Ring wanderte. Inzwischen dient diese einem Verlag als neues Zuhause.

Die Tour wird die Entstehungsgeschichte des Viertels veranschaulichen sowie den verschiedenen Zeitschichten nachspüren. In jüngster Zeit hat sich im Gebiet wiederum viel getan: Abriss, Neubau und Verdichtung bestimmen zunehmend das Bild, doch auch gelungene Projekte, die den Kontext reflektieren, lassen sich finden.

Zum Thema

Tickets für die dreieinhalbstündige Tour unter Leitung des Architekten und Autoren Stefan Rethfeld am Freitag (17. Mai) um 15 Uhr sowie am Samstag und Sonntag (18/.19. Mai) jeweils um 11 Uhr sind im WN-Ticket-Shop, Prinzipalmarkt 13/14, erhältlich. Treffpunkt ist das Polizeipräsidium am Friesenring 43.

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