Aktionswoche Selbsthilfe
Raus aus der Nische, rein ins Bewusstsein

Münster -

Hunderte Selbsthilfegruppen gibt es in Münster. Trotzdem leidet diese Form der Hilfe häufig unter Berührungsängsten von Betroffenen. Um diese – unbegründeten – Ängste zu lösen, veranstaltet „Der Paritätische“ vom 18. bis 26. Mai eine Aktionswoche.

Montag, 13.05.2019, 18:30 Uhr
Gabriele Markerth (l.), Marco Tammen und Renate Ostendorf freuen sich auf und über das breite Programm der Aktionswoche Selbsthilfe in Münster.
Gabriele Markerth (l.), Marco Tammen und Renate Ostendorf freuen sich auf und über das breite Programm der Aktionswoche Selbsthilfe in Münster. Foto: Björn Meyer

Wenn es um Selbsthilfe und die angegliederten Gruppen geht, dann haben viele Menschen noch immer Berührungsängste. Zu klischeebeladen das Image, zu groß der Druck, auch ohne Hilfe zu funktionieren. „Dabei reagieren die, die kommen, häufig selig. Weil sie erkennen, dass sie normal sind und es auch andere mit den gleichen Pro­blemen gibt“, sagt Marco Tammen von der Selbsthilfekontaktstelle des Paritätischen.

Um auf die positiven Wirkungen von Selbsthilfe aufmerksam zu machen, hat „ Der Paritätische “ die bundesweite Aktionswoche Selbsthilfe ausgerufen. Auch in Münster gibt es zwischen dem 18. und dem 26. Mai gleich eine ganze Reihe von Programmpunkten.

Selbstoptimierung im Fokus

„Wenn man ein Problem hat, ist es normal, jemanden zu fragen, der die Situation kennt“, sagt Tammen und kommt zu dem Schluss: „Selbsthilfe ist daher ein logischer Ansatz.“ Auch und gerade in einer Gesellschaft, in der noch immer viele Themen nicht offen ansprechbar seien. Eine Entwicklung übrigens, die keineswegs rückläufig sei, sagt Gabriele Markerth , Kreisgruppengeschäftsführerin des Paritätischen. Selbstoptimierung rücke immer weiter in den Fokus. Probleme würden mitunter nicht als normal wahrgenommen. Dafür, so Markerth, gäbe es in letzter Zeit vermehrt Anzeichen.

Für das Team der Selbsthilfe-Kontaktstelle „Der Paritätische“ steht daher fest, dass man dieser Entwicklung etwas entgegensetzen möchte – oder besser: noch mehr entgegensetzen möchte als bereits der Fall. Denn rund 300 Gruppen zu rund 100 verschiedenen Themen gibt es bereits in der Stadt. Depression sei das häufigste Thema, auch Alkoholsucht kehre zurück in die Selbsthilfe. „Wir wollen zeigen, was es alles gibt“, sagt Renate Ostendorf.

Konzept für Menschen ab 55 Jahre

Starten wird die Aktionswoche in der Stadt mit einem Infostand auf dem Wochenmarkt am Samstag (18. Mai). Dass Selbsthilfe keineswegs immer nur problembeladen sein muss, wollen unter anderem die Verantwortlichen von „Zwar“ zeigen. „Zwar“ steht für „Zwischen Arbeit und Ruhestand“ und ist ein Konzept für Menschen ab 55 Jahren, die gemeinsam Ideen und Aktivitäten umsetzen wollen. Die Gruppe stellt sich im Rahmen der Donnerstagsreihe (23. Mai) zwischen 17 und 19 Uhr beim Paritätischen im Dahlweg 112 vor.

„Man kann das Thema Selbsthilfe einfach nicht häufig genug in die Öffentlichkeit bringen“, ist Gabriele Markerth zuversichtlich, zumal der Bundesverband die Aktion mit Werbemitteln aktiv unterstützt. „Selbsthilfe bietet Zeit und Platz, anders eben als häufig beim Arzt“, sagt Renate Ostendorf.

Zum Thema

Mehr Informationen sowie das vollständige Programm der Aktionswoche gibt es online oder unter Telefon 60 93 32 30.

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