Leidenschaft zum Beruf gemacht
Einrichtungshaus Sensá schließt

Münster -

Das Einrichtungshaus Sensá schließt. Jutta und Rudolf Keuthen gehen in den Ruhestand. Beide hätten den Betrieb gerne einem Nachfolger übergeben.

Donnerstag, 16.05.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 16.05.2019, 20:10 Uhr
Jutta und Rudolf Keuthen hätten ihr Einrichtungshaus im Gewerbegebiet an der Hansalinie gerne einem Nachfolger übergeben. Das Ehepaar freut sich jetzt auf seinen Ruhestand, der Ende des Jahres bevorsteht.
Jutta und Rudolf Keuthen hätten ihr Einrichtungshaus im Gewerbegebiet an der Hansalinie gerne einem Nachfolger übergeben. Das Ehepaar freut sich jetzt auf seinen Ruhestand, der Ende des Jahres bevorsteht. Foto: gh

Mindestens drei Mal im Jahr fand im Einrichtungshaus Sensá ein Tapetenwechsel statt. Alle 70 Räume wurden neu eingerichtet. Wohnliche Ideen setzten Akzente. „Das Geschäftsmodell verzeichnete entgegen dem Branchentrend Zuwächse“, darauf sind Jutta und Rudolf Keuthen besonders stolz. „Das Konzept passt“, sagt Rudolf Keuthen. Dennoch hat sich das Ehepaar entschlossen, nach 35 Jahren in dieser Branche, das Geschäft in Münster aufzugeben und in den Ruhestand zu wechseln.

Einige Jahre haben sich Jutta und Rudolf Keuthen mit dem Gedanken der Geschäftsaufgabe beschäftigt. Beide haben ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht. Gern hätten sie ihren Betrieb darum auch einem Nachfolger übergeben, Keuthens bedauern, dass sich bis jetzt niemand dafür gefunden habe.

Moderner Landhausstil

Sensá stehe für Beratung, Emotionen, Landhausstil, Exklusivität und Farbe, zählt der 66-jährige Kaufmann die Gründe ihres Erfolges auf. „Wir haben keine Angst vor Farbe“, betont Jutta Keuthen. Die 65-Jährige unterstreicht, dass Sensá im Laufe der Jahre jung und modern geworden sei. Das Ehepaar widerspricht damit der Meinung, dass der Landhausstil unmodern geworden sei.

Rudolf und Jutta Keuthen eröffneten damals in Münster das erste Domicil-Franchisehaus in Deutschland. Zuvor führte Keuthen nach seiner kaufmännischen Ausbildung und seinem Studium der Betriebswirtschaft ein Einrichtungshaus in Osnabrück.

Die Kunden: Cool und um die 40 Jahre alt

Seit dem Jahr 2004 gehen Keuthens eigene Einrichtungswege und kreierten mit„Sensá“ eine neue Marke. Dabei sei es ihnen um Möbel und Stoffe gegangen. Esstischsofas und Ohrensessel seien ihre absolute Stärke. „Wenn wir unsere verkauften Ohrensessel zusammenstellen, dann reicht die Kette bis zum Prinzipalmarkt“, beschreibt Jutta Keuthen den Sesselerfolg. Der Kunde, der heute zu ihnen komme, berichtet Keuthen, sei etwa 40 Jahre alt. „Viele coole Leute wollten auch gemütlich Wohnen“, fügt er hinzu.

Insgesamt habe sich das Kaufverhalten verändert, der Preisdruck nehme zu. Kunden spürten aber auch, dass ihre Möbel langlebig seien und schön aussehen würden, wirbt Keuthen.

Große Fangemeinde

20 Mitarbeiter „mit vielen Talenten“ sind für das Einrichtungshaus tätig, das neben dem Hauptgeschäft noch ein Stoff-Outlet an der Harkortstraße und einen Rollenstoff-Lagerverkauf an der Weseler Straße betreibt. Außerdem existieren an der Mauritzstraße und am Friesenring zwei Sensá-Schaufenster, die ebenfalls demnächst geschlossen werden. „Ich werde schon mal angerufen, wann wir denn dort öffnen“, erzählt Jutta Keuthen.

Weltweit verzeichnete sie heute ihre Kunden, berichtet die 65-Jährige, die für den Betrieb ihre Beamtenlaufbahn aufgegeben hat.

Ihr Augenmerk galt vor allem den Stoffen, unter denen die Farbe Apfelgrün stark im Rennen lag. Selbst zu Kleidern wurden die Stoffe verarbeitet, auch dafür gebe es eine große Fangemeinde, so Jutta Keuthen, die am Standort an der Hansalinie den Aktionstag „Himmelszauber“ mit Kunst und Handwerk kreierte, der nach vier Aktionen aber aufgrund von zunehmenden Sicherheitsbestimmungen eingestellt werden musste.

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