Lars Klingbeil von der SPD in Münster
Europawahl: Hoffen auf den Endspurt

Münster/Berlin -

Die SPD kämpft an zwei Fronten. Die Umfragen sehen die Sozialdemokraten sowohl bei der Europawahl als auch in Bremen im Tief. „Wir geben Vollgas“, sagt SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil in Münster.

Donnerstag, 23.05.2019, 15:18 Uhr aktualisiert: 23.05.2019, 16:12 Uhr
SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil im Straßenwahlkampf in Münster. „Wir geben Vollgas“, sagt er. 
SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil im Straßenwahlkampf in Münster. „Wir geben Vollgas“, sagt er.  Foto: kaj

Der Mann hat seinen Optimismus nicht verloren. „Sowohl bei der Europawahl als auch in Bremen ist im Moment noch viel in Bewegung. Deswegen geben wir ja auch noch mal Vollgas“, sagt Lars Klingbeil .

Der SPD-Generalsekretär ist quer durch Deutschland auf Wahlkampf, spricht in Fußgängerzonen, auf Wochenmärkten und bei SPD-Veranstaltungen. Er glaubt, dass die SPD mit den Themen und ihrer Spitzenkandidatin auf den letzten Metern vor den Wahlen noch deutlich aufholen kann und wird. „Katarina Barley erreicht die Menschen sowohl mit ihren Themen als auch mit ihrer Person.“

Klingbeil hofft und registriert, dass das Interesse der Menschen an Europa und der Zukunft des Kontinents in diesen politisch unruhigen Zeiten hoch ist. „Ich glaube, dass viel mehr Menschen zur Wahl gehen werden als vor fünf Jahren. Das wird uns helfen. Der Abstand in Umfragen zwischen konservativer Mehrheit im EU-Parlament und einem möglichen linken Bündnis mit starken Sozialdemokraten war noch nie so gering wie im Moment.“

„Sebastian Kurz ist kein Opfer“

Auch die aktuelle Debatte nach dem Skandal-Video des ehemaligen Vizekanzlers von Österreich, Hans Christian Strache, zeige, wie gefährlich es sei, Rechtspopulisten Regierungsverantwortung zu geben. „Kurz hat den Rechtspopulisten vier für die Sicherheit des Landes wichtige Ressorts in die Hand gegeben. Er hat diese Koalition aktiv vorangetrieben. Sebastian Kurz ist kein Opfer.“ Die SPÖ will am Wochenende darüber entscheiden, ob sie die Experten-Regierung in Wien unterstützt oder ein Misstrauensvotum mitträgt.

Zurück in die deutsche Innenpolitik geht Klingbeil davon aus, dass es nach dem Wahlabend am Sonntag Bewegung auf der Seite der Union beim Thema Grundrente gibt. „Das Wahlkampfgetöse der Union wird aufhören. Vor allem im Osten höre ich auch in der CDU Stimmen, die hier Entgegenkommen signalisieren. Dort gibt es viele Menschen, die gerade in der Nachwendezeit krasse Brüche in ihrer Erwerbsbiographie haben.“

Klingbeil dürfte in diesem Moment auch wieder an den anstehenden Wahlkampf in den neuen Ländern denken. Im Herbst wird in Sachsen, Thüringen und Brandenburg neue Landtage gewählt. Und gerade im Osten fällt es den Sozialdemokraten besonders schwer, ihre Krise zu überwinden. Doch Lars Klingbeil ist ja Optimist.

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