Stimmen zum historisch bedeutenden Wahlergebnis
Umweltpolitik entscheidet über Wahlerfolg

Münster -

Die richtigen umweltpolitischen Themen zu bearbeiten und zu überzeugen, entschied bei dieser Europawahl offensichtlich über Sieg oder Niederlage. Den Grünen bescherte es in Münster ein historisch bedeutendes Ergebnis.

Sonntag, 26.05.2019, 22:30 Uhr aktualisiert: 26.05.2019, 22:43 Uhr
Lange Gesichter bei der CDU, überschwängliche Freude dagegen bei den Grünen.
Lange Gesichter bei der CDU, überschwängliche Freude dagegen bei den Grünen. Foto: Matthias Ahlke

Riesenjubel bei den Grünen. „Ein historisches Ergebnis“, triumphiert Bundestagsabgeordnete Maria Klein-Schmeink und strahlt. „Auf Stadtebene haben die Grünen noch nie zuvor bei einer Wahl gewonnen“. Die Fridays for Future-Bewegung „hat uns starken Rückenwind beschert“, resümiert Münsters grüne Europawahl-Kandidatin Anna Blundell . Die Dringlichkeit von Umweltschutzpolitik habe in der großen Breite der Bevölkerung Anerkennung gefunden. Von einem Bewusstseinswandel spricht Grünen-Vorstandssprecher Stephan Orth: „Ökologie und Ökonomie sind kein Gegensatz mehr.“

Viele lange Gesichter gibt es dagegen nach der Stimmenauszählung bei der SPD , die erdrutschartige Verluste hinnehmen musste. „Es ist für mich ernüchternd und enttäuschend“, erklärt SPD-Kandidatin Sarah Weiser. „Ich habe in Münster einen engagierten Wahlkampf geführt.“ Die Botschaften der SPD seien offensichtlich nicht deutlich genug transportiert worden.

Fatal für die SPD

Die SPD nur noch als drittstärkste Kraft – „das darf nicht der Anspruch der Partei sein“, stellt SPD-Parteichef Robert von Olberg ernüchtert fest. Fatal sei, dass der SPD beim Thema Klimaschutz nur verschwindend geringe Kompetenzen zugeschrieben wurden. „Und das, obwohl die Partei die Bundesumweltministerin stellt, die viele gute Vorschläge unterbreitet“.

Trotz der starken Verluste, die die CDU in Münster hinnehmen musste, ist Bundestagsabgeordnete Sybille Benning froh, „dass Markus Pieper die Region weiterhin im EU-Parlament vertreten wird“. Münster habe bislang nicht nur gut von EU-Förderprogrammen profitiert. Aber: „Wir müssen uns umweltpolitischen Themen noch stärker widmen.

Weckruf Richtung Berlin

Dieses Wahlergebnis ist auch ein Weckruf Richtung Berlin.“ Das Ergebnis in Münster habe „viel mit Protest zu tun“, so Oberbürgermeister Markus Lewe. Es müsse Ansporn sein, jungen Menschen eine Perspektive zu geben.

Obwohl die Linke in Münster etwa das gleiche Ergebnis wie bei der letzten Kommunalwahl erreicht hat, ärgerte sich Rüdiger Sagel, dass die Partei, bei der Europawahl keinen eigenen Kandidaten ins Rennen geschickt hatte.

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