Baron Kerckerinck kannte den Rennsport-Star
„Niki Lauda fuhr immer volles Risiko“

Münster -

Am Mittwoch wurde Niki Lauda beigesetzt. Ein Münsteraner kannte den Rennsport-Weltstar seit den 1960er-Jahren persönlich: Baron Kerckerinck erinnert sich an seine Begegnungen mit dem Österreicher.

Donnerstag, 30.05.2019, 16:00 Uhr aktualisiert: 30.05.2019, 16:23 Uhr
Josef Baron Kerckerinck zur Borg kannte den jetzt verstorbenen Rennfahrer Niki Lauda seit den 1960er-Jahren.
Josef Baron Kerckerinck zur Borg kannte den jetzt verstorbenen Rennfahrer Niki Lauda seit den 1960er-Jahren. Foto: kal

„Niki Lauda war einer der diszipliniertesten Rennfahrer“, sagt Josef Baron Kerckerinck zur Borg. „Und er fuhr immer volles Risiko.“ Kerckerinck muss es wissen – der gebürtige Münsteraner kannte den legendären Österreicher, der am Mittwoch in Wien beerdigt wurde, seit den 1960er-Jahren.

1967 nahmen der Baron und Lauda an einem Rennfahrer-Lehrgang auf dem Nürburgring teil. Die abschließenden Rennen gewannen beide in ihrer jeweiligen Fahrzeugklasse.

Vier weitere Jahre fuhr Kerckerinck für Fiat Abarth und Alfa Romeo Rennen, bevor er die Verwaltung des Familienbetriebes übernahm. Derweil arbeitete sich Lauda an die Rennsport-Spitze vor.

Lauda war um Klassen besser

„Ich habe das damals einfach aus Spaß gemacht“, erinnert sich der 79-Jährige, der heute auf Haus Thor-Linden in Greven lebt. „Für eine Karriere war ich zu alt. Außerdem war Niki Lauda um Klassen besser als ich.“

Der Baron hat nur gute Erinnerungen an die Rennsport-Legende. „Niki Lauda war immer lustig, er hat viel gelacht, nie etwas übel genommen, wenn die Rennfahrer mal wieder übereinander frotzelten.“

Niki Lauda - Ein Leben in Bildern

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  • 4.10.1976, Japan, Gotemba: Der ehemalige österreichische Formel-1-Fahrer Niki Lauda (r) und der ehemalige britische Formel-1-Fahrer James Hunt beobachten den Regen vor dem Start des Grand Prix von Japan.

    Foto: Foto: Nuck Ut/AP/dpa
  • 08.09.1976, Österreich, Salzburg: Der damalige österreichische Formel-1-Fahrer Niki Lauda gibt rund fünf Wochen nach seinem schweren Rennunfall auf dem Nürburgring mit vernarbtem Gesicht, Kopfbandage und Brandwunden eine Pressekonferenz.

    Foto: Hartmut Reeh/dpa
  • 11.09.2011, Italien, Monza: Der frühere österreichische Formel-1-Fahrer Niki Lauda. Der dreimalige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda ist tot. Der Österreicher starb am Montag im Alter von 70 Jahren.

    Foto: David Ebener/DPA/dpa
  • 25.04.1975, Spanien, Barcelona: Niki Lauda (l-r), Jody Scheckter, Graham Hill, Emerson Fittipaldi und James Hunt weigern sich wegen mangelnder Sicherheit, das Training für den Großen Preis von Spanien auf dem Kurs von Barcelona aufzunehmen. Erst nachdem die monierten Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden waren, nahmen die Fahrer das Training auf.

    Foto: UPI/dpa
  • Diese historische Aufnahme zeigt den ehemaligen Formel-1-Piloten Niki Lauda im Cockpit eines Flugzeugs.

    Foto: Istvan Bajzat/dpa
  • Der österreichische Formel-1-Fahrer Niki Lauda in Rennkleidung.

    Foto: Harry Melchert
  • 22.07.1977, Baden-Württemberg, Hockenheim: Der österreichische Rennfahrer Niki Lauda während des Vortrainings auf dem Hockenheimring für den Großen Preis von Deutschland.

    Foto: DB/dpa
  • 20.03.2018, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Der Luftfahrtunternehmer und Ex-Rennfahrer Niki Lauda steht vor einem Airbus seiner neuen Fluggesellschaft Laudamotion.

    Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
  • 10.11.2017, Brasilien, Sao Paulo: Formel-1-Weltmeisterschaft, Grand Prix von Brasilien, 1. Freies Training am in São Paulo (Brasilien).

    Foto: Nelson Antoine
  • 03.08.1984, Baden-Württemberg, Hockenheimring: Der damalige österreichische McLaren-Pilot Niki Lauda am Hockenheimring.

    Foto: Melchert/dpa
  • 21.01.2006, Österreich, Kitzbühel: Der ehemalige österreichische Formel-1-Fahrer Niki Lauda (l) und der damalige Formel-1-Chef Bernie Ecclestone kommen zum Herren-Alpin-Skirennen.

    Foto: epa apa Harald Schneider
  • 05.06.2018, Österreich, Spielberg: Niki Lauda spricht auf einer Pressekonferenz anlässlich einer Formel-1-Testfahrt auf dem Red Bull Ring.

    Foto: Erwin Scheriau/APA/dpa
  • 22.03.2007, Hamburg: Der ehemalige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda sitzt im Cockpit eines Airbus A319.

    Foto: Maurizio Gambarini
  • 16.02.2004, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Der ehemalige Formel-1-Fahrer Niki Lauda winkt aus dem Cockpit eines Airbus 320.

    Foto: Achim Scheidemann/dpa
  • 18.04.2010, Österreich, Salzburg: Der dreimalige Formel-1-Weltmeister und damaliger Fluglinienbetreiber und Pilot, Niki Lauda, winkt am nach der Landung des Testflugs mit einem A320 auf dem Salzburger Flughafen aus dem Cockpit.

    Foto: Barbara Gindl/APA/dpa
  • 18.04.2016, Berlin: Der frühere Formel 1- Rennfahrer Niki Lauda und seine Frau Birgit bei der Verleihung der Laureus Sport Awards.

    Foto: Rainer Jensen/dpa
  • 18.04.2016, Berlin: Rennsport-Legende Niki Lauda (r) erhält den Laureus Sport Award in der Kategorie «Laureus Lifetime Achievement Award» am in Berlin und posiert mit dem Schauspieler Daniel Brühl.

    Foto: Jörg Carstensen/dpa
  • 16.03.2014, Australien, Melbourne: Niki Lauda (r), nicht geschäftsführender Vorsitzender des Mercedes AMG Petronas F1 Teams vor dem Start des australischen Formel 1 Grand Prix auf dem Albert Park Circuit.

    Foto: Hans Klaus Techt/APA/dpa
  • 20.03.2018, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Der Luftfahrtunternehmer und Ex-Rennfahrer Niki Lauda steht vor einem Airbus seiner Fluggesellschaft Laudamotion.

    Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
  • 29.09.2007, Nordrhein-Westfalen, Köln: Der frühere Formel 1-Rennfahrer Michael Schumacher (l) erhält den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie «Sonderpreis» von Ex-Rennfahrer Niki Lauda.

    Foto: Oliver Berg/dpa
  • 09.07.2016, Großbritannien, Silverstone: Der dreimalige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda steht auf der Rennstrecke.

    Foto: Geoff Caddick/EPA/dpa

Fünf Tage verbrachten die beiden 1967 gemeinsam am Nürburgring. Auch danach begegneten sich der Baron aus Münster und der Sportler aus Österreich immer mal wieder.

Zusammen im angesagten Club in Düsseldorf

Der letzte gemeinsame Abend liegt allerdings schon einige Jahre zurück. Gemeinsam feierten sie damals zusammen mit anderen prominenten Rennfahrern in einem angesagten Club in Düsseldorf. „Lauda kam und kam einfach nicht“, erinnert sich Kerckerinck. „Als er dann doch auftauchte, wurde es – wieder einmal – ein unterhaltsamer Abend.“

Dass Niki Lauda schwer krank ist, habe er schon seit einiger Zeit gewusst, erzählt Kerckerinck. Die Rennfahrerszene sei klein, viele Kontakte bestehen schon seit Jahrzehnten.

Wie ein Uhrwerk

Mit am meisten habe ihn an Niki Lauda beeindruckt, dass er „wie ein Uhrwerk fuhr“. Beim Großen Preis von Monte Carlo hatte Kerckerinck nach eigenen Angaben beobachtet, dass Lauda immer wieder an exakt der gleichen Stelle durch eine Haarnadelkurve fuhr – „auf den Zentimeter genau, das war einfach nur faszinierend“.

Die Rennfahrerzeit ist für Baron Kerckerinck Geschichte – und mit ihr das Leben im Jet-Set. Die Geschichten von damals erzählt er indes nur allzu gerne. So lebte er zwei Sommer lang im Gästehaus von Brigitte Bardot – damals war er mit ihrer besten Freundin zusammen. Heute widmet sich der passionierte Taucher dem Schutz der Haie. Auch mit fast 80 macht er noch immer regelmäßig Tauchgänge, erzählt er.

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