Bestnoten für Münster
43 Preise beim Geschichts-Wettbewerb des Bundespräsidenten

Münster -

Stell dir vor, der Bundespräsident schreibt den Geschichtswettbewerb aus und Münster nimmt nicht teil . . . Völlig undenkbar, Münster ist mit 43 preisgekrönten Beiträgen die Hauptstadt des Geschichtswettbewerbs! Auch die beste Schule des Landes kommt aus Münster.

Dienstag, 04.06.2019, 22:00 Uhr
Das Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium erhält beim Geschichtswettbewerb 2019 den mit 1000 Euro dotierten Preis als beste Schule in Nordrhein-Westfalen.
Das Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium erhält beim Geschichtswettbewerb 2019 den mit 1000 Euro dotierten Preis als beste Schule in Nordrhein-Westfalen. Foto: spe

Geht das eigentlich noch mit rechten Dingen zu? Der Bundespräsident ruft alle zwei Jahre zum deutschlandweiten Geschichtswettbewerb auf – und die meisten Preise gehen immer wieder nach Münster . . . Genau so ist es, bestätigt Programmleiterin Carmen Ludwig von der Hamburger Körber­Stiftung fröhlich: „Münster ist die Hauptstadt des Geschichtswettbewerbs!“

Die Größenordnung: Bundesweit wurden knapp 2000 Beiträge zum Thema „So geht’s nicht weiter. Krise, Umbruch, Aufbruch“ eingereicht. Aus Nordrhein-Westfalen kommen 542 Beiträge, und mehr als ein Viertel davon schickt Münster ins Rennen: 148 Beiträge von 269 Schülerinnen und Schülern aus 14 Schulen – ähnlich viel hat nur Hamburg zu bieten, aber das zählt ja auch als komplettes Bundesland.

Annette-Gymnasium beste Schule des Landes

Die Körber-Stiftung hat nun die Preisträger 2019 bekanntgegeben: Nach Münster gehen 21 Landessiege (Preisgeld: 250 Euro) und 22 Förderpreise (100 Euro). Und nicht zuletzt erhält das Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium (zehn Landespreise und acht Förderpreise) den mit 1000 Euro dotierten Schulpreis als landesbeste Schule.

Zugegeben, das ist keine Überraschung: Das Annette-Gymnasium verteidigt diesen Landesmeister-Titel, seit er 2011 eingeführt wurde. Die Chancen stehen auch nicht schlecht auf einen der fünf Bundespreise, die im Herbst vom Bundespräsidenten vergeben werden: 2015 und 2017 war das Annette-Gymnasium gewissermaßen deutscher Meister.

Ungeahnte Energien

Woran liegt’s? Schulleiterin Anette Kettelhoit („Wir sind wirklich stolz, das muss man sagen“) verweist auf das große Engagement von Lehrern und Schülern, auf die Geschichtsfachschaft und ein Kernteam von vier bis fünf Kollegen, das alle zwei Jahre ungeahnte Energien freisetzt. Sie deutet aber auch an, dass die Schulleitung Freiräume im Unterricht zu schaffen bereit sei. Wenn es drauf ankommt, geht der Geschichtswettbewerb auch mal vor.

Die Themenvielfalt ist groß: Gerade die münsterische Geschichte kennt viele Krisen, Umbrüche und Aufbrüche, die es zu erforschen gilt. So gibt es Beiträge zum 13er-Denkmal, zu Gerhard Domagk und seinem „Kampf gegen die weiße Pest“, zu „Deutschlands erster Schwulendemo 1972“ oder zu „Unbegleiteten nicht-deutschen Kindern in Münster am Ende des Zweiten Weltkrieges“. Carmen Ludwig hebt hervor, dass die münsterischen Schüler besonders eifrig in Archiven recherchieren – was auch daran liege, dass münsterische Museen oder Archive sehr kooperativ seien.  

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