Großer Andrang beim IHK-Azubi-Speed-Dating
Ausbildungsverträge werden immer eher abgeschlossen

Münster -

In zehn Minuten zur passenden Ausbildungsstelle: Das IHK-Azubi-Speed-Dating zeigte, dass es möglich ist. Worauf es ankommt, zeigten Berater im Vorfeld.

Donnerstag, 06.06.2019, 22:00 Uhr
Auf eine sehr gute Vorbereitung kommt es an, wenn das Zehnminütige Kurzgespräch mit dem potenziellen Arbeitgeber von Erfolg gekrönt sein soll.
Auf eine sehr gute Vorbereitung kommt es an, wenn das Zehnminütige Kurzgespräch mit dem potenziellen Arbeitgeber von Erfolg gekrönt sein soll. Foto: Matthias Ahlke

In zehn Minuten wissen Bewerber und Personalchef meist schon, ob die gegenseitigen Erwartungen und die Chemie stimmen. Für viele Unternehmen sind daher die IHK-Azubi-Speed-Datings ein erfolgreicher Weg, passenden Nachwuchs zu akquirieren, erklärt Carsten Taudt , Leiter des Geschäftsbereichs Bildung und Fachkräftesicherung bei der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen.

Den Beweis liefert am Donnerstag Luca Steinfeldt , der beim Azubi-Speed-Dating im IHK-Weiterbildungszentrum die Vorstellungsgespräche bei der Firmengruppe G. Gautzsch begleitet. Vor zwei Jahren war der Auszubildende zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel hier selber Bewerber. „Ein Volltreffer“, wie er rückblickend erklärt. Nicht nur für ihn. „Für die Hälfte der Kollegen meines Ausbildungsjahrgangs war das Speed-Dating ausschlaggebend.“

1000 angemeldeten jungen Leute 

Und da eine gute Vorbereitung die halbe Miete ist, laufen viele der rund 1000 angemeldeten jungen Leute mit vorbereiteten Bewerbungsmappen auf. Joana Tielbaar weiß ganz genau, was sie will. Nach der Realschule hat sie bei einem einjährigen USA-Aufenthalt Erfahrungen gesammelt. Jetzt wartet sie mit fertiger Bewerbungsmappe bei einer großen Versicherung auf das entscheidende Gespräch. Mit dem Berufsbild hat sie sich bereits intensiv auseinandergesetzt. Und ihr ist klar: „Ich möchte gern im Büro arbeiten, aber auch Kundenkontakt haben.“

Nicht jeder geht nach seinen Kurzgesprächen gleich mit einer Stellen-Zusage nach Hause. Taudt geht allerdings davon aus, „dass jeder Betrieb hier mindestens einen Azubi mitnimmt“ – sei es für ein vertiefendes Gespräch oder auch nur für einen Praktikumsplatz. Oft schließe sich auch ein Probetag an.

Noch 837 offene Ausbildungsstellen

Da die Zahl der Bewerber sinkt, nutzen die Unternehmen verstärkt Möglichkeiten, mit potenziellen Bewerbern frühzeitig ins Gespräch zu kommen. Taudt: „Ausbildungsverträge werden immer eher abgeschlossen.“ 1015 Ausbildungsverträge habe die IHK für das neue Ausbildungsjahr bereits registriert – von erwarteten 1700. Laut Statistik der Agentur für Arbeit gibt es in Münster immerhin noch 837 offene Ausbildungsstellen. Die passenden Kandidaten zu bekommen, ist für viele Betriebe die Herausforderung.

Bevor es beim Azubi-Speed-Dating am Donnerstag ernst wurde, konnte erstmals mit einer Virtual-Reality-Brille der Ablauf eines Vorstellungsgesprächs zunächst geübt werden. Lena Theilmeier gehörte zu jenen jungen Leuten, die auf Nummer sicher ging und zunächst dieses Angebot nutzte. „Für die Gespräche habe ich mir sieben Unternehmen ausgesucht“, erzählte die 17-Jährige, die das Abi in der Tasche hat und „jetzt erst einmal eine Ausbildung zur Industriekauffrau“ machen möchte.

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