Britische Lebensart beim „Britnic“
Skurril und liebenswert

Münster -

Hier feiert Münster einmal im Jahr britische Lebensart: Am Sonntag trafen sich die Freunde Britanniens wieder beim „Britnic“ mit Sandwiches, Cupcakes und Tee auf den Wiesen hinter der Musikschule an der Himmelreichallee. Nostalgisch, originell und liebenswert.

Sonntag, 16.06.2019, 17:00 Uhr aktualisiert: 17.06.2019, 19:37 Uhr
Die Teilnehmer des „Tweed Ride“, teils auf historischen Fahrrädern, wurden beim „Britnic“ auf den Wiesen an der Himmelreichallee begeistert empfangen.
Die Teilnehmer des „Tweed Ride“, teils auf historischen Fahrrädern, wurden beim „Britnic“ auf den Wiesen an der Himmelreichallee begeistert empfangen. Foto: Karin Völker

Die Bedingungen für die Veranstaltung waren – aus britischer Perspektive – „nicht ganz ideal“, wie Dr. Axel Vornhecke von der Deutsch-Britischen Gesellschaft Münster/Münsterland bei der Begrüßung der Gäste sagte. Bei strahlendem Sonnenschein – und das ist eben genau nicht das, was Briten, die sich zum Picknick verabredet haben, erwarten dürfen.

Die neunte Auflage des von der Deutsch-Britischen Gesellschaft und von Künstler Wilm Weppelmann mit seiner „Freien Gartenakademie“ initiierte „Britnic The Picknick“ auf den Wiesen hinter der Musikschule an der Himmelreichallee waren am Sonntagvormittag wieder ein Fest für alle Liebhaber der etwas feineren britischen Lebensart.

Ein bisschen snobby und sehr liebenswert

Die Damen mit Hut, die Herren gern ebenfalls, Fliege, Knickerbocker, der Union-Jack als Picknick-Decke, Cup-Cakes und das Dröhnen des Dudelsacks von Klaus Oestreich sind die Zutaten der Veranstaltung, in der die Freunde Britanniens in Münster jedes Jahr ihre Leidenschaft aufleben lassen – ein bisschen snobby und sehr liebenswert.

Wettbewerbe gehören zur britischen Lebensart unbedingt dazu, weshalb nicht nur das Backen der Cup-Cakes zum „Contest“ ausgerufen wurde, sondern auch der skurrile „Tweed Ride“ auf teilweise historischen Fahrrädern rund um die Promenade und durch die Innenstadt, mittendrin Initiator Wilm Weppelmann.

Nostalgische Räder – nicht immer aus Britannien

Richard Blyth, einer von sechs Briten im Deutsch-Niederländischen Nato-Korps, trat in die Pedalen eines historischen, allerdings schweizerischen Armee-Fahrrades, und gleich mehrere Teilnehmer waren extra-hoch zu Ross. Dass das spektakulärste und älteste der Hochräder nicht von der britischen Insel, sondern aus Cleveland/Ohio stammte, tat dem begeisterten Empfang des Fahrradkorsos keinen Abbruch.

Die Fans der Veranstaltung kennen sich und kommen immer wieder: Hutmacherin Ana Ehling etwa und Barbara Blasum mit sehr britischen Kreationen. Türmerin Martje Saljé, im Duo mit Freddy und Jurij G. Berges-Maas, das A-cappella-Pop-Ensemble „Alien Riders“ sorgten neben Klaus Oestreich für den Klangteppich über den Picknick-Decken.

Der Dudelsack verschaffte sich, noch bevor es offiziell losging, mit einem musikalischen Statement Gehör: Beethovens „Freude schöner Götterfunken“, die Melodie der Europäischen Union, deren Fahne fast genauso häufig über dem Britnic wehte wie der Union Jack.

Wir fühlen uns wie der zurückgelassene Ehepartner.

Axel Vornhecke zum bevorstehenden Brexit

Axel Vornhecke mag sich weiterhin gar nicht vorstellen, dass es wirklich zum Austritt kommt. „Wir fühlen uns wie der zurückgelassene Ehepartner“, seufzt er. Die „Britnicer“ sind „not amused“ – aber unverdrossen. Der Termin für „The 10th Britnic The Picnic“ steht bereits. Es findet am 7. Juni 2020 an gleicher Stelle statt.

Britische Lebensart beim „Britnic“

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  • Für die Unterhaltung der „Britnicer“ sorgten mit dem Dudelsack Klaus Oestreich.

    Foto: Karin Völker
  • Das „Britnic“ begann in diesem Jahr mit einer historischen Fahrradtour vom Schloss zum alten Zoogelände.

    Foto: Karin Völker
  • Das „Britnic“ begann in diesem Jahr mit einer historischen Fahrradtour vom Schloss zum alten Zoogelände.

    Foto: Karin Völker
  • Das „Britnic“ begann in diesem Jahr mit einer historischen Fahrradtour vom Schloss zum alten Zoogelände.

    Foto: Karin Völker
  • Britnic-Picknick an der Himmelreichallee

    Foto: Karin Völker
  • Die Freunde der britischen Lebensart trafen sich auf dem alten Zooglände zu einem britischen Picknick.

    Foto: Oliver Werner
  • Das „Britnic“ genannte Kulturfestival ist von Künstler Wilm Weppelmann organisiert worden.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Rezeptur für so ein „Britnic“ ist ziemlich einfach.

    Foto: Oliver Werner
  • Man bringt eine Decke mit, dazu einen gut gefüllten Picknickkorb und Freunde und lässt es sich einfach gut gehen.

    Foto: Oliver Werner
  • Die Organisatoren Axel Vornhecke und Wilm Weppelmann mit dem Dudelsackspieler Klaus Oestreich.

    Foto: Karin Völker
  • Britnic-Picknick an der Himmelreichallee

    Foto: Karin Völker
  • Foto: Karin Völker
  • Das „Britnic“ begann in diesem Jahr mit einer historischen Fahrradtour vom Schloss zum alten Zoogelände.

    Foto: Karin Völker
  • Britnic-Picknick an der Himmelreichallee

    Foto: Karin Völker
  • Britnic-Picknick an der Himmelreichallee

    Foto: Karin Völker
  • Britnic-Picknick an der Himmelreichallee

    Foto: Karin Völker
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