Handwerk trifft sich auf Haus Kump
Ehrenamt verdient Anerkennung

Münster -

„Engagement im Ehrenamt macht vielen Handwerkern vor allem Spaß.“ Das betonte HWK-Präsident Hans Hund, als er am Donnerstagabend rund 500 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung, darunter zahlreiche Ehrenamtsträger des Handwerks, zum Fest „Handwerk verbindet“ auf Haus Kump der Handwerkskammer (HWK) Münster begrüßte.

Freitag, 28.06.2019, 12:00 Uhr
Rund 500 Gäste versammelten sich am Donnerstagabend auf Haus Kump der Handwerkskammer Münster. Präsident Hans Hund (2.v.r.) begrüßte die Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung.
Rund 500 Gäste versammelten sich am Donnerstagabend auf Haus Kump der Handwerkskammer Münster. Präsident Hans Hund (2.v.r.) begrüßte die Gäste aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Foto: Matthias Ahlke

Hund dankte zugleich allen Handwerkern im Kammerbezirk, die insgesamt 3455 Ehrenämter bei Innungen, Kreishandwerkerschaften und der Handwerkskammer ausüben. Diese enorme Freiwilligenarbeit neben dem Beruf verdiene Anerkennung und Würdigung. Handwerk sei eine starke Gesellschaftsgruppe, in der viele mehr täten, als sie müssten, so Hund in einer Pressemitteilung der Kammer.

Ehrenamt aus Freude

308 Ehrenamtsträger haben in einer Umfrage der Kammer Auskunft zur persönlichen Motivation ihres Engagements gegeben. 71 Prozent sagen: „Das Ehrenamt macht mir Spaß.“ Auch der Wunsch, mit Menschen zusammenzukommen und Kontakt zu anderen Generationen zu haben, spiele eine größere Rolle.

73 Prozent bringen sich in Gremien der Handwerkskammer ein und wenden dafür im Durchschnitt acht Stunden pro Monat auf. 55 Prozent engagieren sich bei der Innung beziehungsweise Kreishandwerkerschaft mit im Schnitt 10,5 Stunden monatlich. Bei Fachverbänden, den Junioren des Handwerks oder Unternehmerfrauen sind 23 Prozent durchschnittlich 8,5 Stunden im Monat aktiv. 85 Prozent der Befragten sind Arbeitgeber und 15 Prozent Arbeitnehmer. Der Altersdurchschnitt liegt bei 55 Jahren.

Mehr Raum für Freiwilliges

Wegen des Zeitaufwandes würden Ehrenämter eher im Abschnitt des späteren oder sich zu Ende neigenden Berufslebens wahrgenommen, erklärte HWK-Hauptgeschäftsführer Thomas Banasiewicz . Dann sei die Zeit nicht mehr so von der Existenzsicherung in Beschlag genommen; es bleibe mehr Freiraum für Freiwilliges.

Die Handwerker wünschen sich laut Umfrage Verbesserungen bei der Förderung ihres Engagements. Am drängendsten sind ihnen nach eigenen Angaben die steuerliche Freistellung von Aufwandsentschädigungen und die Absetzbarkeit von Kosten. Stark gewünscht wird auch eine Absicherung durch eine Haftpflicht- und Unfallversicherung.

Wir würden auch mehr Frauen in Ehrenämtern begrüßen.

Thomas Banasiewicz

Mehr Frauen erwünscht

Innerhalb der Handwerksorganisation gibt es besonders ein Bedürfnis nach mehr fachlicher Unterstützung der Tätigkeit und Weiterbildung. „Das alles ist der Handwerkskammer ein Auftrag mit Priorität“, so Hund.

„Wir würden auch mehr Frauen in Ehrenämtern begrüßen“, ergänzte Banasiewicz. Der Anteil von Frauen, die als Betriebsleiterinnen, gesetzliche Vertreterinnen, Inhaberinnen und persönlich haftende Gesellschafterinnen von Handwerksbetrieben tätig seien, liege im Kammerbezirk Münster bei 17 Prozent. Von den Ehrenamtsträgern im Handwerk sind 15 Prozent Frauen. Banasiewicz: „Das ist bereits ein guter Schnitt, aber das Ziel ist eine zumindest proportionale Vertretung in Gremien der Handwerkskammer“.

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