Tour zur Kriegsdenkmälern
Sie bleiben „Stein des Anstoßes“

Münster -

Meist geht man achtlos an ihnen vorbei – an den Kriegerdenkmälern, Stein-Kolossen am Wegesrand, die ganz normaler Bestandteil des Stadtbildes sind. Aber sollte das so sein? Wie sollte die Stadtgesellschaft mit dem kriegsverherrlichenden Subtext der Soldatenehrung umgehen?

Sonntag, 07.07.2019, 16:34 Uhr aktualisiert: 08.07.2019, 17:36 Uhr
Sie gestalteten die Denkmal-Tour (v.l.): Jewgenij Arefiev (Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft), Philipp Erdmann (Stadtarchiv) und Manfred Hülsken-Fermer (Friedensinitiative).
Sie gestalteten die Denkmal-Tour (v.l.): Jewgenij Arefiev (Geschäftsführer der Deutschen Friedensgesellschaft), Philipp Erdmann (Stadtarchiv) und Manfred Hülsken-Fermer (Friedensinitiative). Foto: zin

Diese Frage wurde am Samstagnachmittag auf Initiative des Stadtarchivs erörtert – und man machte sich bewusst den regen Publikumsverkehr am Rande der Grünflächenunterhaltung zunutze.

An vier Orten wurden von Fachleuten Informationen zum geschichtlichen Hintergrund angeboten: Am Dreizehner-Denkmal, Kürassierdenkmal, Traindenkmal sowie am Stalingrad-Denkmal. Über QR-Codes an gut erkennbaren Info-Fahnen ließen sich über das Smartphone Informationen und Bilder abrufen. Beim Traindenkmal am Ludgerikreisel wurde zudem eine kleine Meinungsumfrage gemacht – mit Wahlzettel und Urne: Abreißen oder einfach dem Zahn der Zeit überlassen? Mit kritischen Kommentaren versehen oder unkommentiert wie „normale“ Kulturzeugnisse weiter pflegen? So lauteten die vier Optionen.

Diese Diskussion sei im Sinne des Rates, erläuterte Manfred Hülsken-Fermer, Mitglied der Friedensinitiative Münster und ehemaliger Geschichtslehrer. Er favorisiert am Traindenkmal eine ergänzende Bronzetafel, auf welcher der Begriff Völkermord auftauchen müsse.

Als „Stein des Anstoßes“ sollten die Kriegerdenkmäler aber erhalten bleiben. Ihm missfällt jedoch die Barriere der Metallbegrenzung zum Rasen. Das Mahnmal müsse zugänglich sein, und sogar „dialogische Bänke“ ähnlich der Chillida-Skulptur im Rathausinnenhof könne er sich gut vorstellen.

Philipp Erdmann gibt sich als Vertreter des Stadtarchivs eher neutral: „Wir versuchen, die unterschiedlichen politischen Ideen aufzunehmen und abzubilden.“ Die „Wahlbeteiligung“ hätte mit etwas über 20 Stimmabgaben in zwei Stunden durchaus besser ausfallen dürfen. Gegen die positive Stimmung der Grünflächenunterhaltung war eben schwer anzukommen.

Für Interessierte gibt es weitere Informationen unter www.stadt-muenster.de/kriegerdenkmale

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