Besorgte Landwirte
Ausbau der B51 frisst Agrarfläche

Münster -

Ein Straßenbauprojekt beschäftigt die Landwirte in Münsters Osten: der von Straßen NRW geplante Ausbau der Bundesstraße B 51 zwischen Münster und Telgte auf einer Länge von rund sechs Kilometern. Rund 30 Landwirte aus Münster und Telgte, deren Höfe und Flächen entlang des betroffenen Straßenabschnitts liegen, kamen nun zu einem Austauschgespräch zusammen.

Donnerstag, 25.07.2019, 16:00 Uhr
Rund 30 Landwirte aus Münster und Telgte, deren Höfe und Flächen entlang des betroffenen Straßenabschnitts liegen, kamen zum Austausch zusammen. Mit dabei waren Susanne Schulze Bockeloh (2.v.l.) und Heinrich Möllers (2.v.r.).
Rund 30 Landwirte aus Münster und Telgte, deren Höfe und Flächen entlang des betroffenen Straßenabschnitts liegen, kamen zum Austausch zusammen. Mit dabei waren Susanne Schulze Bockeloh (2.v.l.) und Heinrich Möllers (2.v.r.). Foto: Landwirtschaftlicher Kreisverband

„Wir begrüßen grundsätzlich Infrastrukturmaßnahmen, befürchten aber, dass durch den Ausbau wertvolle landwirtschaftliche Flächen im Übermaß für die Bewirtschaftung verloren gehen. Durch den Ausbau werden darüber hinaus Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen notwendig, die nicht nur die ortsansässigen Landwirte treffen dürfen“, machte Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, die Sorge der Landwirte in einer Pressemitteilung deutlich. Insgesamt sähen sie die Ausbaupläne kritisch und forderten eine stärkere Berücksichtigung landwirtschaftlicher Belange.

Problematisch sei etwa, dass landwirtschaftliche Fahrzeuge die neue Kraftfahrtstraße voraussichtlich nicht nutzen dürften, obwohl sie dringend auf die Wegstrecke angewiesen seien. Heinrich Möllers, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins St. Mauritz/Handorf, macht Vorschläge: „Wir Landwirte sind bereit, uns frühzeitig in Planungsgespräche einzubringen, damit die Interessen der Bewirtschafter entlang des Streckenabschnitts deutlich werden. Für uns steht außer Frage, dass die Straße auch künftig für Landwirte nutzbar sein muss.“ Das würde auch dazu beitragen, dass nicht noch zusätzliche Wegenetze geschaffen werden müssten, die den Flächenverbrauch unnötig in die Höhe trieben.

Landwirte verlieren Flächen

Sofern Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen notwendig würden, gelte es, diese gemeinsam mit Landwirten zu erörtern und beispielsweise durch die Aufwertung bestehender Naturschutzflächen landwirtschaftliche Äcker zu schützen. Allein in den vergangenen zehn Jahren hätten die Landwirte in Münster jährlich eine Fläche von 100 Hektar verloren, heißt es weiter.

„Fläche ist nicht vermehrbar – was weg ist, ist weg und steht für die Produktion regionaler Lebensmittel dauerhaft nicht mehr zur Verfügung“, sagte Susanne Schulze Bockeloh. Wenn diese Entwicklungen im Flächenverbrauch ungebremst weitergehe, „haben viele Höfe auf Dauer nicht mehr die Möglichkeit, sich zukunftsfähig und somit existenzfähig aufzustellen“.

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