Beginn der Getreideernte
Hoher Ertrag trotz Hitze

Münster -

Viel Hitze, wenig Wasser - keine gute Kombination für Landwirte. Dennoch ist die Getreideernte gut ausgefallen, wie ein Besuch auf einem Acker in St. Mauritz zeigt.

Sonntag, 28.07.2019, 16:00 Uhr
Neun Meter breit ist das Schneidwerk des Raupenfahrzeugs. Lohnunternehmer Dietmar Wittkamp (am Steuer) kann über seinen kleinen Bordcomputer Ertragsmessungen und andere Datenberechnungen vornehmen. Das Korn wird in Hänger abgetankt (kleines Bild).
Neun Meter breit ist das Schneidwerk des Raupenfahrzeugs. Lohnunternehmer Dietmar Wittkamp (am Steuer) kann über seinen kleinen Bordcomputer Ertragsmessungen und andere Datenberechnungen vornehmen. Das Korn wird in Hänger abgetankt (kleines Bild). Foto: klm

Große Hitze, relativ wenig Wasser – so stellte sich das Wetter in den vergangenen Wochen dar. Für landwirtschaftliche Betriebe sind solche Bedingungen kritisch und haben im Sommer 2018 zu Ernteausfällen geführt. Aber: „Die Getreideernte in diesem Jahr ist gut. Wir hatten auf einem eigenen Feld aktuell einen Weizenertrag von 8,8 Tonnen pro Hektar“, sagt Susanne Schulze Bockeloh, die mit ihrem Mann Andreas einen Hof in St. Mauritz betreibt.

„Gerste und Roggen sind schon eingefahren. Jetzt ist es sehr heiß, sehr trocken. Trotzdem waren die Erträge gut, weil die Kulturen im Frühjahr noch genug Regenwasser bekommen haben“, erklärt Schulze Bockeloh, die auch Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes ist. „Im Juni war es zwischenzeitlich sehr heiß – alle Temperaturen über 30 Grad Celsius kosten Ertrag, weil das Getreide kaputt brennt. Das hat die Spitze des Ertrags gekostet.“

Weizen ist robust

Bauern nutzten in diesen Tagen die Trockenheit, um die in der Region am meisten angebaute Getreideart Weizen einzufahren, sagt Laura Jacobs vom Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband. Manche beschäftigen zur Unterstützung Lohnunternehmer wie Dietmar Wittkamp aus Handorf. Er verfügt über nötige Maschinen wie große, moderne Mähdrescher. Wittkamp ist in diesen Tagen auf Stadtge biet nacheinander für Bauern im Einsatz.

„Es hat zuletzt deutlich an Niederschlag gefehlt. Weizen ist aber robust, und wir haben eine gute Qualität mit fünf bis zehn Tonnen Ertrag pro Hektar Acker“, sagt er. Im Vorteil seien jene Bauern, die Böden mit Lehmanteil bewirtschaften. „In ihnen hält sich das Wasser länger. Im Sandboden läuft das Wasser schneller durch.“

Getreide für Viehhaltung

Im Oktober wurde der Weizen ausgesät, jetzt ist die Frucht reif. Bei der Familie Schulze Bockeloh in St. Mauritz wird das Korn vom Feld direkt zur Raiffeisengenossenschaft in Telgte gebracht und zu Tiermischfutter für Schweine und Rinder verarbeitet, das Stroh verkaufen die Landwirte an Bauern mit Milchvieh und an Pferdehalter.

Das Getreide der wenigsten Landwirte in Münster findet in Lebensmitteln Verwendung. Weil die Böden nicht so nährstoffreich sind wie etwa in der Soester Börde und in Ostwestfalen. „Aber in unserer Region ist die Viehhaltung stark. Dafür wird es gebraucht“, sagt Susanne Schulze Bockeloh für den Kreisverband.

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