Open Piano vor der Ludgeri-Kirche
Klänge für Gemeinsamkeit

Münster -

Unter dem Titel „Open Piano for Refugees“ sind in Deutschland und Österreich über 250 Tage mit einem offenen Klavier angeboten worden. Von Donnerstag bis Sonntag (22. bis 25. August) wird bei gutem Wetter zwischen 12 und 20 Uhr eins dieser Klaviere auch in Münster vor der Ludgerikirche stehen.

Donnerstag, 15.08.2019, 21:00 Uhr
Wie hier in Wien ziehen die offenen Klaviere immer wieder Menschen für eine kurze Zeit in ihren Bann und lassen die Zuhörer etwas Gemeinsames erleben.
Wie hier in Wien ziehen die offenen Klaviere immer wieder Menschen für eine kurze Zeit in ihren Bann und lassen die Zuhörer etwas Gemeinsames erleben. Foto: pd

Als Udo Felizeter vor einigen Jahren auf einer Radtour durch Osteuropa ein für Jedermann offenes Klavier erspäht, und wenig später darauf spielt, da ahnt er noch nicht, was das einmal auslösen wird. „Das Klavier war völlig verstimmt und eigentlich war es kein schönes Erlebnis“, erinnert sich der Österreicher heute rückblickend.

Doch gerade deswegen wollte er es irgendwie besser machen. Mit einem Freund stellte er daher in Wien ein offenes Klavier auf: „Der Zuspruch war riesig“. Schnell war klar: „Wir wollten auch einen sozialen Aspekt damit verbinden“, so Felizeter. Mittlerweile sind unter dem Titel „ Open Piano for Refugees “ in Deutschland und Österreich über 250 Tage mit einem offenen Klavier angeboten worden. Von Donnerstag (22. August) bis Sonntag (25. August) wird bei gutem Wetter zwischen 12 und 20 Uhr eins dieser Klaviere auch in Münster vor der Ludgerikirche (Ludgeristraße 40) stehen.

Premiere in Münster

Bereits seit vier Jahren bietet die, nach eigenen Angaben zu 99 Prozent ehrenamtliche, Organisation „Open Piano for Refugees“ derlei Tage an, in Münster ist man jedoch das erste Mal. „Wir machen gerade eine kleine NRW-Tour. Nach Düsseldorf und Dortmund wird nun Münster an der Reihe sein“, sagt Felizeter.

Das Prinzip ist dabei ganz einfach erklärt: „Jeder darf spielen. Egal, ob Profi oder Amateur“, so der Österreicher. Das Klavier sei dabei das Medium, die Menschen zu verbinden. „Wir haben schon gesehen, dass Menschen weinen oder sich Wildfremde umarmen. Das passiert natürlich nicht immer, aber doch immer wieder“, sagt Felizeter.

Name als Statement

Toleranz, Wertschätzung, Respekt – für diese Werte möchte die Organisation werben. Politisch wolle man sich darüber hinaus nicht äußern: „Aber es ist schon klar, dass unser Name ein Statement ist“, sagt Felizeter.

Finanziert wird das Ganze allein durch Spenden. Und nicht nur das – zu der Organisation gehört zudem noch eine Musikschule, in der überwiegend Schüler aus einkommensschwachen Familien unterrichtet würden. „Bei uns gilt der Grundsatz: Zahl was du kannst“, sagt Felizeter.

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