Laurin Kux kocht bei Ackermann
Beim Kochen den Stern im Blick

Münster -

Laurin Kux bekam für seine Kochkunst in Hamburg einen Stern. Mit seiner Familie kehrte der 29-Jährige in die münsterische Heimat zurück und sorgt bei Ackermann für ungewöhnliche Geschmackserlebnisse. Das Kochtalent, das Gemüse im eigenen Garten erntet, hat durchaus wieder einen Stern im Blick.

Freitag, 16.08.2019, 08:00 Uhr
Beate und Norbert Ackermann (l.) freuen sich, dass Laurin Kux mit seinen kreativen Ideen bei ihnen kocht.
Beate und Norbert Ackermann (l.) freuen sich, dass Laurin Kux mit seinen kreativen Ideen bei ihnen kocht. Foto: gh

In Hamburg hatte Laurin Kux mit einem Stern des Restaurantführers Guide Michelin einen dicken Stern an der Angel. „Fisch ist aber nur eine meiner vielen Leidenschaften“, erzählt Kux. Der 29-jährige Koch liebt seine vier „Mädels“ (Ehefrau Dana und seine drei Töchter), seine Heimatstadt Münster – und seinen neuen Job. Sein Chef, Norbert Ackermann , lässt dem Talent freie Hand und freut sich, dass er den Küchenchef für sein Restaurant in Roxel an der Angel hat.

Mit seinem Weggang aus Hamburg – der Familie zuliebe – war Kux seinen Stern los. Heute freut er sich, genau im richtigen Moment dem „Jellyfish“ den Rücken gekehrt zu haben, denn inzwischen habe das Restaurant in Hamburg, wo er Küchenchef war, zugemacht.

Dana Kux stellt Käse und Essige her

Laurin Kux freut sich umso mehr auch über seine neuen Aufgaben als Küchenchef im Haus Ackermann, wo er sich neben Christian Ackermann (weder verwandt noch verschwägert mit Inhaber Norbert Ackermann) auf ein „tolles Team“ verlassen kann, wie er sagt. An seiner Seite in der Küchenbrigade steht Ehefrau Dana Kux. Sie kümmert sich um Dessertkreationen und stellt selbst Käse und Essige her.

Beide fühlen sich dem Münsterland verbunden, beide freuen sich, dass auch ihr mittäglicher Schichtwechsel in der Betreuung der drei Töchter reibungslos klappt.

Norbert und Beate Ackermann kennen ihren neuen Küchenchef seit knapp zwei Jahren. Der Betrieb in Roxel suchte damals Verstärkung für die Küche. Laurin Kux bewarb sich im allerletzten Moment. Norbert Ackermann war bewusst, wenn er den jungen Mann zurück in die Heimat locken kann, „dann muss ich ihm auch etwas bieten“.

Ackermann lässt Kux freie Hand

Sein Versprechen hat er eingehalten. Ackermann lässt Kux freie Hand, ganz im „Ackermann-Stil“. Der Inhaber erklärt diesen als regionale, bodenständige Küche auf hohem Niveau mit Pfiff. Gewürzt mit vielen Ideen. Sei es im Genuss-Garten oder im Weinkeller und neuerdings im Restaurant „Ferment Fine-Dining“.

Laurin Kux ist in seinem Element, wenn er durch den Garten in Roxel schlendert. Voller Tatendrang legte er dort im Frühjahr mit seiner Frau und Helfern aus dem Küchenteam mehrere Hochbeete an, um eigenes Gemüse zu züchten und frische Kräuter zu ernten. Heute ackert er selbst an seinen freien Tagen bis zu fünf Stunden in den Beeten und experimentiert mit Fenchel, Petersilienwurzeln und Zitronenverbene in der Küche. Geschmacklich möchte er seine Ernte bis ins letzte Detail ausreizen, sagt er. Aber auch Nachhaltigkeit spiele eine große Rolle.

Im „Ferment“ serviert Kux den Gästen beispielsweise Kohlrabi, Senf und Tagetes. Selbst die Blüten vom Brokkoli mit ihrer feinen nussigen Nuance finden sich im Menü.

Kux kocht auf einen Stern hin

Profi Norbert Ackermann ist „total begeistert“. Die Chemie zwischen ihnen passt. Laurin Kux gibt in der Küche Gas. Der 29-Jährige leugnet nicht, er „kocht auf einen Stern hin“. Sein Chef lässt ihn. „Ich sehe doch, wie sie sich engagieren“, sagt er.

Dabei hat Kux sein Kochtalent in der LVM-Küche entdeckt. Küchenchef Florian Müller gab ihm eine Chance. „Damals lief abgesehen von Rührei und Kartoffelpüree nicht ganz so viel.“ Aber sein Ehrgeiz war geweckt. Laurin Kux wechselte zum „Hof zur Linde“ und zog mit seiner Frau nach Hamburg. Dort bekam er zunächst viele Absagen, weil er in einem Betriebsrestaurant gelernt hatte. Ein Klischee, so Kux, der immer noch stolz auf seine Ausbildung ist.

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