Sanierung der Schlossgräfte
Zeitzeugen erinnern sich: Schlossgraben wurde schon zwei Mal ausgebaggert

Münster -

Die verschlammte Schlossgräfte soll demnächst saniert werden. Ob das schon jemals geschehen ist, weiß im Schloss niemand aus der Universitäts-verwaltung, wie kürzlich berichtet. Alteingesessene Münsteraner können sich sehr wohl erinnern.

Freitag, 16.08.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 16.08.2019, 18:44 Uhr
Der Grund der idyllischen Schlossgräfte ist voll mit Schlamm. Sie wurde im vergangenen Jahrhundert bereits zwei Mal ausgebaggert.       
Der Grund der idyllischen Schlossgräfte ist voll mit Schlamm. Sie wurde im vergangenen Jahrhundert bereits zwei Mal ausgebaggert.        Foto: Matthias Ahlke

Die Schlossgräfte, deren Sanierung jetzt, wie berichtet [WN+], geplant wird, ist schon mehr als ein Mal vom Schlamm befreit worden. Im Schloss, in der Universitäts-Verwaltung und in den Behörden erinnert sich niemand daran – dafür aber alteingesessene Münsteraner, die auf die Berichterstattung unserer Zeitung hin sogar von zwei Sanierungen des Gewässers berichten.

Willi Thiemann , geboren 1930, ist in der Jüdefelderstraße aufgewachsen und hat als Kind viel im Schlossgarten gespielt. Etwa Mitte der 30er-Jahre, so erinnert er sich, wurde die Gräfte – zumindest teilweise – entschlammt, damals, in der Nazizeit, vom Reichsarbeitsdienst, für den junge Leute zwangsrekrutiert wurden. „Im hinteren Teil war ein Damm gebaut, das Wasser wurde abgepumpt und der Aushub durch Loren zur Sammelstelle gefahren“, so Willi Thiemann.

Erinnerung an letzte Ausbaggerung

Unser Leser Wilhelm Schulz hat ebenfalls selbst erlebt, wie die Gräfte in den Jahren 1964/65 vom Schlamm befreit wurde. „Es wurden immer zwei Dämme in größerem Abstand aufgeschüttet, das Wasser dazwischen abgepumpt.“ Mit einem Pontonbagger sei der Schlamm ausgebaggert und abgefahren worden, berichtet Wilhelm Schulz.

Kommentar: Es wird Zeit zum Aufräumen

Der Schlamm in der Schlossgräfte soll verschwinden – und es ist kein Wunder, dass die modrige Masse an manchen Stellen fast bis zur Wasseroberfläche reicht. Alteingesessene Münsteraner erinnern sich, dass die Gräfte bereits in den 30er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts und auch Mitte der 60er-Jahre ausgebaggert wurde.

Nun sind über 50 Jahre nach der jüngsten Säuberungsaktion vergangen. Es wird also höchste Zeit, das stehende Gewässer endlich mal wieder aufzuräumen. Denn Gräfte und Schlossgarten sind inmitten der Stadt Lebensraum für viele – auch seltene – Tier- und Pflanzenarten und eine wertvolle Erholungszone für die Münsteraner. Karin Völker

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Etwa alle 30 Jahre wurde die Gräfte nach den Erinnerungen der beiden Münsteraner also in großem Stil gereinigt. Seit der Aktion von 1964/65 sind fast 55 Jahre vergangen. Mittlerweile hat sich über fünf Jahrzehnte lang Laub, totes Holz und Buschwerk im Wasser zersetzt und als Schlamm auf dem Grund angesammelt.

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