Musik-Campus
Uni-Rektor unterstreicht Einzigartigkeit

Münster -

Für die Musiklandschaft in Münster wäre ein Musik-Campus von Stadt und Universität ein Quantensprung. Der politische Grundsatzbeschluss soll bis Jahresende fallen. Uni-Rektor Wessels erläuterte beim Redaktionsbesuch die Finanzierung des millionenschweren Bauvorhabens.

Freitag, 16.08.2019, 20:00 Uhr
Universitätsrektor Prof. Dr. Johannes Wessels hofft bis zum Jahresende auf einen politischen Grundsatzbeschluss.
Universitätsrektor Prof. Dr. Johannes Wessels hofft bis zum Jahresende auf einen politischen Grundsatzbeschluss. Foto: Gunnar A. Pier

Stadt und Kommunalpolitik sind am Zug. Der Rat soll noch in diesem Jahr seine grundsätzliche Zustimmung zu einem Musik-Campus mit der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) geben. Dort sollen Schüler und Absolventen der Musikhochschule der Uni, der Westfälischen Schule für Musik und des Sinfonieorchesters gemeinsam musizieren und lernen. Herzstück würde ein Konzert- und Konferenzsaal mit rund 1200 Plätzen sein. „Das Projekt ist eine Riesenchance für Münster“, sagt Oberbürgermeister Markus Lewe .

Mit dem Ende der Sommerpause hofft Uni-Rektor Prof. Dr. Johannes Wessels nun auf den notwendigen Schwung bei der Umsetzung des nach ersten Berechnungen der Universität 160 bis 180 Millionen Euro schweren Bauvorhabens. Er geht von einem Bekenntnis der Politik bis zum Jahresende aus. Lewe hatte vor der Sommerpause von einem Baubeginn in den Jahren 2023/24 gesprochen. Wessels hält das „nicht für unrealistisch“.

Planungen könnten weiter sein

Gleichwohl verschweigt der Uni-Rektor beim Redaktionsbesuch in unserem Medienhaus nicht, dass die Planungen für einen Musik-Campus aus seiner Sicht „schon hätten weiter sein können“. Schließlich hatten Lewe, Wessels und dessen Vorgängerin, Prof. Dr. Ursula Nelles, bereits im September 2016 eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. Denn: Die Aufführungsorte der Musiker seien nicht mehr zeitgemäß, das Hörsaalgebäude H1 eignet sich nicht für große Universitätskonferenzen.

„Möglichst noch in diesem Jahr“ sollten sich alle potenziellen öffentlichen Geldgeber zu einer Art Geber-Konferenz versammeln, hofft Wessels. In dem Fall müsste das Land NRW die Federführung übernehmen, da es den Großteil der Kosten trägt. Mit in den Topf sollen die Gelder für den bereits genehmigten Neubau der Musikhochschule fließen. Aber auch die Aussichten auf Fördermittel des Bundes sind bei diesem „Gesamtprojekt, das es so in Deutschland bislang nicht gibt“ (Wessels), nicht schlecht. Die Stadt Münster soll sich nach ersten Berechnungen mit 60 Millionen Euro beteiligen.

Das passende Areal

Lewe und Wessels hatten vor der Sommerpause ein Nutzungskonzept präsentiert, das unter anderem einen Flächenbedarf von 17 500 Quadratmetern für Räume und Säle beziffert. Eine Grundstücksprüfung soll nun das passende Areal für den Campus finden.

Die Uni favorisiert das Gelände des ehemaligen WWU-Instituts für Pharmazie an der Hittorfstraße, das wenige Hundert Meter vom Schloss entfernt und direkt am Verkehrsknotenpunkt Coesfelder Kreuz liegt. Für diesen Standort spricht vor allem: Er ist verfügbar, groß genug, und das Land plant, die Fläche zur Verfügung zu stellen.

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