Geschichtsort am Kaiser-Wilhelm-Ring
Villa ten Hompel feiert 20. Geburtstag

Münster -

Die Villa ten Hompel feiert im Dezember ihr 20-jähriges Bestehen. Allein im vergangenen Jahr besuchten mehr als 30 000 Personen den Geschichtsort am Kaiser-Wilhelm-Ring. Der könnte allerdings gut mehr Personal gebrauchen.

Montag, 26.08.2019, 21:00 Uhr
Der Leiter der Villa ten Hompel, Christoph Spieker, mit Sozialdezernentin Cornelia Wilkens vor der am Kaiser-Wilhelm-Ring gelegenen Einrichtung.
Der Leiter der Villa ten Hompel, Christoph Spieker, mit Sozialdezernentin Cornelia Wilkens vor der am Kaiser-Wilhelm-Ring gelegenen Einrichtung. Foto: kal

Die Villa ten Hompel feiert Geburtstag: Vor 20 Jahren wurde der Geschichtsort am Kaiser-Wilhelm-Ring eröffnet. „Heute ist er nicht nur in der Stadtgesellschaft fest verankert“, betont Dezernentin Cornelia Wilkens . „Er ist mittlerweile national und auch international bekannt.“ Forschung und Vermittlung zu den Themen Holocaust, Diktaturerfahrungen und Herausforderungen durch Rechtsex-tremismus und Antisemitismus bilden die Arbeitsschwerpunkte in der Villa ten Hompel.

Die Entwicklung des Geschichtsortes in den vergangenen zwei Jahrzehnten belegt eine Statistik eindrucksvoll. Allein 2018 fanden 667 Veranstaltungen statt, es gab 297 Seminare und 107 Führungen durch die Ausstellung. 189 Schulen wurden erreicht – und dabei alle Schulformen. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr 33 000 Besucher – drei Mal so viele wie vor zwei Jahrzehnten.

Umso erstaunlicher, dass die Personalausstattung der Villa ten Hompel recht überschaubar ist. 2,75 Stellen gibt es im wissenschaftlich-pädagogischen Bereich, weitere 1,77 Stellen in der Administration und Haustechnik. Der Betrieb einer Einrichtung wie der Villa ist indes für eine Kommune keine Pflicht-, sondern eine freiwillige Aufgabe, für die sich der Rat vor 20 Jahren entschieden hatte, betont Wilkens. Eine wichtige Rolle beim laufenden Betrieb spielen Drittmittel.

Hätte der Leiter der Einrichtung, Christoph Spieker , zum 20-jährigen Bestehen einen Wunsch frei – gegen mehr Personal hätte er sicherlich nichts einzuwenden, auch wenn er dies nicht ausdrücklich sagt. Eine deutlichere Sprache spricht eine Verwaltungsvorlage, über die in den kommenden Wochen die Politik diskutieren wird. Darin wird eine „fortschreitende Stundenkürzung“ der Mitarbeiter beklagt, wobei sich diese „in hohem Maße über das zeitlich Verlangte“ hinaus engagierten. Weiter heißt es: „Ohne (...) Drittmittel wäre die Villa ten Hompel in ihrem Kern nicht mehr arbeitsfähig.“

Dabei mangelt es an Arbeit nicht. Gerade erst hat die Villa auf ausdrückliche Bitte des Landeskriminalamtes NRW die Geschichte der ersten sechs Leiter dieser Behörde nach Ende des Krieges erforscht. Auch um die Geschichte der münsterischen Sparkasse während der NS-Zeit kümmerten sich die Wissenschaftler. Und dann gibt es noch die Zusammenarbeit mit renommierten Einrichtungen im Ausland – darunter das Holocaust Memorial Museum in Washington und die Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem.

Bis 2025, so der Wunsch von Spieker, soll die Dauerausstellung auf den neuesten Stand gebracht werden. Zudem sollte die Villa komplett barrierefrei gestaltet werden. Neue Ansätze in der Vermittlungsarbeit müssen her, da kaum noch Zeitzeugen leben. Auch richtungsweisende Wechselausstellungen wünscht sich die Villa. Doch zunächst wird gefeiert: Die Matinee zum 20. Geburtstag findet am 15. Dezember ab 12 Uhr im Geschichtsort statt.

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