Gesichter des Wiederaufbaus
Vortragsreihe „A-Z Architekten“ startet ins zweite Halbjahr

Münster -

Das Rathaus, der Dom, das Stadthaus I oder auch der Hauptbahnhof samt Bundesbahndirektion: Was heute prägend für das Stadtbild ist, war nach dem Krieg nicht mehr als Trümmer. Die Vortragsreihe „A-Z Architekten“ stellt die drei Männer vor, die im allgemeinen Wiederaufbau deutlich ihre Handschrift hinterließen.

Dienstag, 10.09.2019, 10:00 Uhr
Signal für Stadt-Wachstum: das neue Stadthaus, von 1956 bis 1960 von Theodor Dierksmeier und Helmut Kessner (Hochbauamt) erbaut.
Signal für Stadt-Wachstum: das neue Stadthaus, von 1956 bis 1960 von Theodor Dierksmeier und Helmut Kessner (Hochbauamt) erbaut. Foto: Stefan Rethfeld

Die Vortragsreihe „A-Z Architekten“ des Bundes Deutscher Architekten (BDA) Münster-Münsterland stellt im Herbst erneut Architekten vor, die Münsters Stadtbild geprägt haben.

Der erste Architekturabend wird Heinrich Benteler (1892-1975) in den Mittelpunkt stellen. Seine prägenden Jahre verbrachte er ab 1919 in München. An der Kunstgewerbeschule vermittelten ihm Lehrer wie Richard Riemerschmid und Emil Pretorius die Einheit von Grafik, Kunst und Architektur.

Bentelers hinterließ sein Handschrift beim Wiederaufbau

Bereits 1923 kehrte der viel begabte Zeichner ins heimatliche Münster zurück. Der Künstlergemeinschaft „Schanze“ war er gleich 1920 beigetreten. Zunächst arbeitete er für Alfred Hensen, ab 1925 gründete er zusammen mit Albert Wörmann ein eigenes Büro.

Neben den Bauten aus den 1920er- und 1930er-Jahren (etwa der Dreifaltigkeitskirche) sind es vor allem Projekte des Wiederaufbaus wie Dom und Rathaus, die Benteler zu einer wichtigen Stimme werden ließen.

Seine Gaststätten noch heute lebendige Orte

Zudem sind seine traditionell eingerichteten Gaststätten (Altes Gasthaus Leve, Großer und Kleiner Kiepenkerl, Kruse Baimken und andere) bis heute lebendige Orte des Alltags. Seine erste Gaststätte, die er einrichtete, stellte der „Ratskeller“ im Jahr 1925 dar.

Der zweite Architekturabend findet in der Erlöserkirche statt. Architekt Otto Bartning (1883-1959) hatte sie im Rahmen des Notkirchenprogramms 1949/1950 entworfen. Sein Lebenswerk wird von Dr. Sonja Wagner-Conzelmann vorgestellt, die eine viel beachte Bartning-Ausstellung jüngst kuratierte.

Hauptbahnhof und Stadthaus aus einer Hand

Auch der Architekt Theodor Dierksmeier (1908-1979) soll neu entdeckt werden. Er wirkte in verschiedenen politischen Systemen als Eisenbahnarchitekt. Zunächst in der Reichshauptstadt Berlin, später in seiner Heimatstadt Münster und ab 1953 als Chefarchitekt der Deutschen Bundesbahn in Frankfurt am Main.

In Münster schuf er im Wiederaufbau nicht nur den Hauptbahnhof mit der Bundesbahndirektion (1952-1960) sondern auch parallel das neue Stadthaus (1956-1960), das er zusammen mit dem Hochbauamt der Stadt ausführte. Der Vortrag im neuen Panorama-Restaurant „1648“ des Stadthauses 1 wird seinen wechselvollen Werdegang als Architekt aufzeigen.

Zum Thema

Zu den Abenden werden auch Gäste aus dem Familien-, Freundes- oder Mitarbeiterkreis der jeweiligen Architekten erwartet. Die von Stefan Rethfeld konzipierte Reihe führt Forscher und Interessierte der Architekturgeschichte zusammen. Der Eintritt ist frei.

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Die Termine in der Übersicht

 Donnerstag (19. September) 19 Uhr: „Von Kirchen und Kneipen – Architektur als Gesamtkunstwerk“, Stefan Rethfeld, Ratskeller, Stadtweinhaus, Prinzipalmarkt 8 23. Oktober (Mittwoch) 19 Uhr: „Architekt einer sozialen Moderne: Neues Bauen vor und nach 1945“, Dr. Sonja Wagner-Conzelmann, Erlöserkirche, Friedrichstraße 10 27. November (Mittwoch) 19 Uhr: „Im Zug der Zeit: Bauen für Berlin und Münster – und die Deutsche Bundesbahn“, Stefan Rethfeld/Prof. Dr. Wolfgang Fiegenbaum, Restaurant 1648, Stadthaus 1, Klemensstraße 10

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