Wohnraum-Alternativen für Erstsemester
Eine Couch als Zwischenlösung?

Münster -

Bestehende Wohnheime werden saniert, und die Zusagen für Studienplätze kommen häufig recht kurzfristig. Kein Wunder, dass nicht jeder Erstsemester, der in Münster studieren will und darf, auf Anhieb eine Wohnung findet. Und dann? Am Domplatz informierten Stadt, Studierendenausschüsse, Hochschulen, Studierendenwerke und die Aktion „Wohnen für Hilfe“ über Alternativen.

Sonntag, 15.09.2019, 20:00 Uhr
Unter anderem zeigten Markus Hoffmann (hinten, 1.v.l.) vom bischöflichen Studierendenwerk, das Ehepaar Stroot (auf der Couch vorne r.), AStA-Mitglied Luca Horoba (hinten, 2.v.l.) und Matthias Peck (hinten, 3. v.r.) Zwischenlösungen und Alternativen zum Wohnen für Erstsemester auf.
Unter anderem zeigten Markus Hoffmann (hinten, 1.v.l.) vom bischöflichen Studierendenwerk, das Ehepaar Stroot (auf der Couch vorne r.), AStA-Mitglied Luca Horoba (hinten, 2.v.l.) und Matthias Peck (hinten, 3. v.r.) Zwischenlösungen und Alternativen zum Wohnen für Erstsemester auf. Foto: Anna Girke

Mit dem Beginn des Wintersemesters im Oktober suchen viele neue Studierende wieder nach einer Bleibe, nicht alle mit Erfolg. Um der Unterkunfts-Knappheit entgegenzuwirken, informierten Stadt, Studierendenausschüsse, Hochschulen, Studierendenwerke und die Aktion „Wohnen für Hilfe“ am Samstag über Alternativen. An dem Stand am Domplatz stand ein rotes Sofa – symbolisch für die Aufforderung, Studienanfängern einen Schlafplatz zur Zwischenmiete zur Verfügung zu stellen.

„Viele junge Leute bekommen ihre Zusage an der Universität kurzfristig und müssen dann von heute auf morgen ein Zimmer finden“, sagt Matthias Peck vom Dezernat für Wohnungsversorgung. Er spricht von einem verstärkten Engpass: „Im kommenden Semester werden mehrere Wohnheime saniert, 500 Wohnungen fallen weg“. Deswegen wäre es umso wichtiger, Erstsemestern Räume für ein paar Nächte oder Wochen zur Verfügung zu stellen.

Notunterkünfte, bestehend aus Bett, Nachttisch und Schrank, bietet in diesem Herbst erstmals auch das bischöfliche Studierendenwerk an. Hier können die Erstis bis zu zehn Tage unterkommen, aber die sechs Plätze reichen gemeinsam mit den 15 anderen vom Studierendenwerk nicht aus.

Eine Alternative zur WG- und Wohnungssuche bietet „Wohnen für Hilfe“: Gegen Unterstützung im Alltag können Studenten bei älteren Menschen unterkommen. Beide Seiten profitieren davon, wie Erwin Stroot, einer der Koordinatoren, erklärt: „Die jungen Leute zahlen nur eine geringe Miete, und die Älteren bekommen dadurch Gesellschaft.“

Um den Wohnungsmarkt zu entlasten, empfiehlt Luca Horoba vom AStA der Uni Münster jungen Studierenden, erst einmal nicht auszuziehen: „Wer weniger als 45 Minuten von Münster weg wohnt, sollte im ersten Semester pendeln.“ Sei das nicht möglich, sollten zumindest bei der ersten Unterkunft Abstriche gemacht werden.

Nichtsdestotrotz wünscht sich Horoba eine stärkere Einbindung der Studenten bei Baubeschlüssen. Er fordert mehr kreativen Wohnraum. Denn eine Couch zur Zwischenmiete sei eine temporäre, aber keine langfristige Option.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6932257?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F3814581%2F
Amazon-Zusteller legt Paket in der blauen Tonne ab
Paketdienst: Amazon-Zusteller legt Paket in der blauen Tonne ab
Nachrichten-Ticker