CDU begleitet das Ordnungsamt
Patrouille durchs Bahnhofsviertel

Münster -

Bahnhofsviertel gelten als Problemviertel. Das ist in Münster nicht anders als in anderen Großstädten auch. Dabei tun städtisches Ordnungsamt und Polizei schon eine Menge, um die öffentliche Ordnung zu wahren. Wie das konkret aussieht, Davon haben sich jetzt drei Mitglieder der CDU-Ratsfraktion bei einer nächtlichen Patrouille mit dem Ordnungsamt selbst überzeugen können.

Montag, 16.09.2019, 08:30 Uhr aktualisiert: 16.09.2019, 08:50 Uhr
Stefan Leschniok, Keyvan Dalili und Richard-Michael Halberstadt (v.l.)
Stefan Leschniok, Keyvan Dalili und Richard-Michael Halberstadt (v.l.) Foto: Maria Conlan

Der Hund des Obdachlosen ist schwer krank und sehr abgemagert. Der Mann leidet sichtlich darunter, und die Mitarbeiterin vom Ordnungsamt ist voller Empathie für ihn. Sie streichelt seinen Hund, fühlt selbst, wie abgemagert er inzwischen ist durch die Krankheit, und erinnert sich an bessere Tage.

Sie spricht mit dem Hundebesitzer übers Abschiednehmen und ermutigt ihn, weil er eine neue Wohnung in Aussicht hat. Dann setzt sie den Rundgang mit ihrem Kollegen fort. Heute sind sie nicht nur zu zweit, drei CDU-Politiker gehen ein Stück mit: Keyvan Dalili, Richard-Michael Halberstadt und Stefan Leschniok.

Halberstadt erzählt, dass das Ordnungsamt seit einem Jahr einen Pavillon an der Hamburger Straße bezogen habe, von wo aus es regelmäßig das Umfeld durch Rundgänge inspiziere. Das Ordnungsamt wolle sicherstellen, dass im öffentlichen Raum Pflichten und Rechte eingehalten werden und dass Müll, Lärm und Vandalismus eingeschränkt werden.

„Das gesamte Bahnhofsviertel ist im Umbruch, soziale Nischen verschwinden“, beobachtet Halberstadt und wünscht sich mehr soziale Integration gerade auch der Randgruppen: Drogenabhängige, Obdachlose, Osteuropäer ohne Bleibe.

Noch läuft ein Architekturwettbewerb für den Bremer Platz, für dessen Auswertung auch dieser Rundgang eine Basis darstellt, um Nöte und Probleme nicht nur vom Papier zu kennen, sondern zu sehen.

„Die Menschen vom Bremer Platz sind nicht das Problem“, ergänzt der Mitarbeiter vom Ordnungsamt. Feiernde randalieren oft in diesem Viertel. Doch auch er merke, dass die Situation ruhiger geworden ist, seitdem hier das Ordnungsamt regelmäßig patrouilliert.

Beide Ordnungskräfte sehen die Problematik der fehlenden Unterkünfte, gerade auch für Hundebesitzer, für Pärchen, die auf der Straße leben, für Frauen, die Angst haben, in der Unterkunft bestohlen oder angegriffen zu werden. „50 bis 60 Obdachlose bleiben täglich auch nachts draußen, problematisch wird das im Winter“, sagen sie. Den Bremer Platz dicht zu machen, wäre fatal, dann würde die Probleme nur verlagern, betont Halberstadt mehrmals. Mehr Geld, mehr Personal, mehr soziale Einrichtungen fände er ideal. Und er ist froh, dass vieles durch Beleuchtung schon heller geworden ist, kleine Fortschritte erreicht wurden.

Und während Ordnungsamtsmitarbeiter und Politiker noch ins Gespräch vertieft sind, kommt der nächste Anruf: Ruhestörung in einer Kneipe, wo sie noch vor wenigen Minuten mit Gästen im Gespräch waren. Also gehen sie den Weg zurück. Sie nehmen den Dank der Politiker mit für ihren Einsatz und ihre geleistete Arbeit, gerade auch als Ansprechpartner für viele Menschen.

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