Demonstranten rufen „Klimaalarm“ für Münster aus
Eindrucksvolles Zeichen für mehr Klimagerechtigkeit

Münster -

Auch, wenn die Menschenkette am Samstagmittag auf der 4,6 Kilometer langen Promenade rund um Münsters Altstadt mangels Masse nicht geschlossen werden kann, ist es ein eindrucksvolles Zeichen des Protests für mehr Klimagerechtigkeit: Rund 1000 meist junge Demonstranten rufen am Mittag den „Klimaalarm“ für Münster aus und sehen die kurzfristige Sperrung aller wichtigen Zufahrtsstraßen zur Innenstadt „nur als Auftakt“ an.

Samstag, 28.09.2019, 16:02 Uhr aktualisiert: 28.09.2019, 16:20 Uhr
Demonstranten rufen „Klimaalarm“ für Münster aus: Eindrucksvolles Zeichen für mehr Klimagerechtigkeit
Foto: Helmut Etzkorn

In den kommenden Wochen und Monaten soll „der Druck mit weiteren und spektakulären Protestaktionen in Münster ins Unermessliche steigen“, so Gustav von Blankenberg von „Fossil Free Münster“ bei der Auftaktkundgebung auf dem Prinzipalmarkt. Die Politik müsse „nun ganz schnell handeln“. Seine Gefühle beschreibt der 30-Jährige aus einem „Mix an Frust und Hoffnung“, wobei „die Entschlossenheit überwiegt“. Angesichts der Großdemo vor einer Woche mit über 20.000 Teilnehmern auf dem Prinzipalmarkt ist sich von Blankenberg sicher: „Es tut sich etwas in der Gesellschaft.“

Trotz Regengüssen ist die Stimmung bei den Teilnehmern gut. „Es besteht einfach Not, jetzt die rote Linie zu ziehen. Wir müssen handeln“, sagt Mia Kunda. Wie viele neben ihr kritisiert sie scharf das jüngst verabschiedete Klimaschutzpaket der Bundesregierung als „völlig unzureichend“. Michael Zobel , der prominente Naturführer vom Hambacher Forst, ermuntert die Demonstranten zu weiteren Aktionen. Der Klimaalarm soll nur „die erste Welle von vielen dezentralen Aktionen sein“. „Wir müssen auf die Straße“, so Zobel.

Protestaktion „Rote Linie fürs Klima“

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  • Foto: Matthias Ahlke
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Die Autofahrer im Stau an der Ecke Weseler Straße/Adenauerallee bleiben gelassen. „Macht nichts, ist ja für einen guten Zweck“, sagt Bernhard Bahlbrink aus Ascheberg. Er hat vor der durch ein Polizeikrad abgesicherten Menschenkette am Zebrastreifen den Motor seines Seats abgestellt und fragt die Beamten, wann es denn weitergeht. „Nur zehn Minuten Geduld für unser Klima“, ruft eine Aktivistin und dafür gibt es Beifall. Selbst eine Gruppe Touristen, die gerade nebenan im Bierlokal „Spatzl“ feiert, gesellt sich kurz zu den Demonstranten auf der Promenade. „Die tun hier was, finde ich gut“, meint Alex Korschenbach aus Geilenkirchen. Doch der Schauer vertreibt ihn und seine Freunde dann doch schnell wieder unter das schützende Dach der Wirtshauses.

Die Forderungen zum Klimaalarm stehen auf Flugzetteln, die auch auf dem Wochenmarkt und der Stubengasse verteilt werden. Besonders wichtig sind vielen Demonstranten eine autofreie Innenstadt und ein Appell an den Landschaftsverband, sich schnell von allen RWE-Aktien zu trennen. „Münster muss bis 2023 klimaneutral sein und zu 100 Prozent durch erneuerbare Energien versorgt werden“, so das Bündnis. Auf selbst gemalten Pappschildern sind Sätze zu lesen wie „Wenn wir nicht die Klimakrise stoppen, dann stoppt die Klimakrise uns“. Und „unsere Lebensweise ist Völkermord in weiten Teilen der Welt“. Die für die nächsten Monate schon angekündigten Blokaden des Verkehrs seien „so etwas wie eine Klimanotwehr“, meint das Aktionsbündnis.

Laut Polizei bleibt beim „Klimaalarm“ alles friedlich.

Große Klimademo am 20. September 2019

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  • Am Freitagmorgen sind tausende Demonstranten auf dem Prinzipalmarkt in Münster zusammenkommen.

    Foto: Oliver Werner
  • Sie protestieren gegen die aktuelle Klimapolitik und fordern...

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  • ...mehr Einsatz für den Klimaschutz.

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  • Der Klimastreik am Prinzipalmarkt mal aus einer anderen Perspektive.

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  • Nach der Auftaktkundgebung zogen die Demonstranten etwa zwei Stunden lang durch Münster.

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  • Polizei und Organisatoren zählten mehr als 20.000 Teilnehmer.

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  • Mit teils sehr kreativen Plakaten machten die Demonstranten auf ihr Anliegen aufmerksam.

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  • Auch die noch relativ neue Gruppe "Christians For Future" war mit dabei.

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  • Das Spektrum der Demonstranten war breit.

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  • Gegen 10.30 Uhr setzte sich der Demonstrationszug in Gang.

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  • Dieses fünf Meter breite Nadelöhr an der Salzstraße zwischen der Dominikanerkirche und der Außengastronomie vor dem Karstadt mussten Tausende Demonstranten passieren. Da zur Zeit Bauarbeiten an der Kirche stattfinden, wurde es noch enger als ohnehin schon.

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  • Im Bereich um den Bahnhof kam der Verkehr zum Erliegen. 

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  • Auch Busse konnten den Hauptbahnhof nicht mehr erreichen.

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  • Kreativer Protest: Eine vierköpfige Gruppe demonstriert in historischen Kostümen mit einem Schild auf dem steht: „Kohle ist so 1850“. Mit dabei: Marina Weisband (2.v.r.), ehemaliges Bundesvorstandsmitglied und politische Geschäftsführerin der Piratenpartei.

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  • Über etwa zwei Kilometer zog sich der Demonstrationszug durch die Stadt.

    Foto: Chiara Pas
  • Diese Gruppe hat Quallen aus Plastikmüll gebastelt.

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  • Die Demonstrierenden auf dem Weg durch den Kreisverkehr.

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  • Am Hansaring, wo parallel der "Parking Day" stattfand, bekamen die Demonstranten musikalische Unterstützung vom Straßenrand.

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  • Vor der Bahnunterführung an der Hafenstraße knubbelt es sich.

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  • Etwa eine halbe Stunde lang wurde am Mittag auch der Ludgerikreisel für die Demo gesperrt.

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  • Gegen 13 Uhr erreichte der Demonstrationszug wieder den Prinzipalmarkt.

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  • Dort fand noch die Abschlusskundgebung mit musikalischer Begleitung u.a. von der Band "von Welt" statt.

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  • Sehen Sie im Folgenden weitere Bilder der Klimademo in Münster.

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