Sigrid Pehle ist Nachfolgerin von Wolfgang Feldmann
Führungswechsel beim „Weissen Ring“ in Münster

Münster -

Zehn Jahre lang leitete Wolfgang Feldmann die Außenstelle Münster des „Weissen Rings“ – und konnte mit seinem Team in dieser Zeit Hunderten Kriminalitätsopfern helfen. Seine Nachfolgerin Sigrid Pehle wurde jetzt offiziell in ihrem neuen Amt begrüßt.

Sonntag, 13.10.2019, 10:00 Uhr
Wolfgang Feldmann (l.) leitete zehn Jahre lang ehrenamtlich die Außenstelle Münster des „Weissen Rings“. Bürgermeisterin Karin Reismann (2.v.l.) und der Landesvorsitzende Jörg Bora (r.) stellen Feldmanns Nachfolgerin Sigrid Pehle (2.v.r.) vor.
Wolfgang Feldmann (l.) leitete zehn Jahre lang ehrenamtlich die Außenstelle Münster des „Weissen Rings“. Bürgermeisterin Karin Reismann (2.v.l.) und der Landesvorsitzende Jörg Bora (r.) stellen Feldmanns Nachfolgerin Sigrid Pehle (2.v.r.) vor. Foto: spe

Die schrecklichen Bilder aus Halle rufen bei Wolfgang Feldmann Erinnerungen an den 7. April 2018 in Münster wach. Damals erfuhr der Leiter der Außenstelle Münster des „Weissen Rings“ noch am selben Tag aus den Medien von der Todesfahrt am Kiepenkerl – und sofort war ihm klar: Das Team seines Opferhilfevereins ist gefragt wie nie zuvor. „Auf einen Schlag waren alle Kräfte und Fähigkeiten der Außenstelle gefordert“, berichtet Feldmann rückblickend.

Zum Glück standen alle Mitarbeiter der Außenstelle zur Verfügung, und benachbarte Außenstellen boten Unterstützung an. „Ein tolles Team“, lobt Feldmann. Bereits am Montag nach der Tat wurde durch Vermittlung der Polizei Kontakt zu zahlreichen Opfern aufgenommen. Es gab Besuche im Krankenhaus, Gespräche, Begleitung, moralischen Beistand. „Wir haben etwa 50 Personen intensiv betreut“, sagt Feldmann, und ergänzt: „Einige bis heute.“

Eine erfüllende Tätigkeit

Ist das nicht ganz schön viel Verantwortung für Ehrenamtliche? Wolfgang Feldmann beispielsweise hatte das Opfertelefon persönlich zu betreuen: „Es kann schon belasten“, räumt er ein. Das ist sicher auch ein Grund, warum er sich nach zehn Jahren aus dem Ehrenamt zurückgezogen hat. Andererseits sei es eine überaus erfüllende Tätigkeit, Menschen in Not helfen zu können: „Man ist überrascht von der Dankbarkeit, die einem selbst dann entgegengebracht wird, wenn man nur zuhört.“

Das Zuhören ist nun Sache von Sigrid Pehlke, die die Außenstelle Münster mit neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schon seit Mai leitet – nachdem sie dort zwei Jahre zuvor als Ehrenamtliche eingestiegen war. Sie habe bereits eigene Schwerpunkte gesetzt, berichtet sie; so werde etwa die Hilfe für Mädchen und junge Frauen, die Präventionsarbeit an Schulen oder Hilfe bei Netzkriminalität besonders in den Blick genommen.

Stärken des Vereins

Am Freitag wurde mit einem kleinen Festakt in den Räumen der Bezirksregierung der Führungswechsel beim „Weissen Ring“ gefeiert. Es komme vor allem auf das Team an, betont auch die neue Chefin – weshalb ihr die regelmäßige Aus- und Fortbildung sowie die Rekrutierung neuer Mitarbeiter ein besonders wichtiges Anliegen sei.

In einer Universitätsstadt wie Münster sei es kein Problem, junge Leute zu gewinnen. Doch die Stärke eines Opferschutzvereins sei seine Vielfalt. Sie möchte deshalb ganz besonders um ältere Menschen mit Lebenserfahrung werben, betont Sigrid Pehle.

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