Solidaritätsbekundung nach Anschlag von Halle
Bischof Genn schreibt jüdischer Gemeinde

Münster -

Ein Zeichen der Solidarität: Münsters Bischof Dr. Felix Genn hat als Reaktion auf den Anschlag vom 9. Oktober in Halle ein Schreiben an die jüdische Gemeinde in Münster geschickt. Darin unterstreicht er die Verbundenheit von "Glaubensgeschwistern". 

Dienstag, 15.10.2019, 12:54 Uhr aktualisiert: 15.10.2019, 14:05 Uhr
Solidaritätsbekundung nach Anschlag von Halle:  Bischof Genn schreibt jüdischer Gemeinde
Bischof Dr. Felix Genn Foto: Gunnar A. Pier

Seine Solidarität mit allen Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland hat der Bischof von Münster, Dr. Felix Genn , in einem Schreiben an den Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde in Münster, Sharon Fehr , ausgedrückt. Das berichtet die Pressestelle des Bistums in einer Mitteilung.

Mit seinem Brief reagiert der Bischof demnach auf den Anschlag von Halle vom 9. Oktober . Aus rechtsextremistischen und antisemitischen Motiven hatte ein Mann dort wahllos zwei Menschen erschossen, nachdem er vergeblich versucht hatte, bewaffnet in die jüdische Synagoge einzudringen.

Bischof ist erschüttert

Genn schreibt, er habe die Nachricht von dem „furchtbaren“ Anschlag „mit Erschütterung“ zur Kenntnis genommen. Er frage sich, „was in unserem Land eigentlich los ist, dass dieser furchtbare geistige Sumpf immer noch lebendig ist.“

Die innere Solidarität mit den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern in ihm sei sehr lebendig, versichert der Bischof. Er sei im Gebet mit ihnen verbunden und wolle durch seinen Brief darstellen, „wie sehr mich in dieser Stunde die Verbundenheit mit unseren älteren Glaubensgeschwistern innerlich bewegt und ermutigt, weiterhin bei dem Engagement zu bleiben, das ich an verschiedenen Orten und in verschiedenen Äußerungen zum Ausdruck bringen konnte.“ Der Bischof beendet seinen Brief mit „einem ganz herzlichen und kräftigen Shalom“ (hebräisch unter anderem für „Frieden“), heißt es abschließend.

Schüsse in Halle

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  • Schwer bewaffnete Täter haben mitten in Halle/Saale zwei Menschen erschossen und die Flucht ergriffen. Die Stadt Halle sprach am Mittwoch von einer «Amoklage».

    Foto: Swen Pförtner/dpa
  • Bei dem Angriff in Halle/Saale legte ein Täter auch selbstgebastelte Sprengsätze vor der Synagoge ab. Der Täter habe versucht, in die Synagoge einzudringen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Sicherheitskreisen.

    Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa (Archiv-Foto)
  • Außerdem hätten der oder die Täter versucht, das Tor des benachbarten jüdischen Friedhofs aufzuschießen, sagte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Halle, Max Privorozki. In der Synagoge habe die Gemeinde den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur gefeiert.

    Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa
  • Ein Täter soll in einen nahe gelegenen Döner-Imbiss geschossen haben, wie mehrere Augenzeugen berichteten.

    Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa
  • Die Gegend um das Lokal - etwa 600 Meter entfernt von der Synagoge - war abgesperrt. Die Stadt rief die Menschen überall in Halle dazu auf, in Sicherheit in Gebäuden zu bleiben.

    Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa
  • Der Generalbundesanwalt zog die Ermittlungen an sich. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Mordes von besonderer Bedeutung. Ob es sich um eine antisemitische Tat handelt, sei noch unklar, sagte ein Sprecher.

    Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa
  • Die Polizei teilte mit, mehrere bewaffnete Täter seien mit einem Auto auf der Flucht. Am frühen Nachmittag meldete die Polizei die Festnahme einer Person, ohne Details zu nennen.

    Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa
  • Die Stadt teilte am frühen Nachmittag mit: «Im Zusammenhang mit einer Amoklage hat Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand den Stab für Außergewöhnliche Ereignisse einberufen.» Alle Rettungskräfte der Feuerwehr seien in Alarmbereitschaft versetzt worden. Die Polizei zog seit den Mittagsstunden alle verfügbaren Kräfte in Sachsen-Anhalt ab und verlegte sie nach Halle.

    Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
  • Auch in Landsberg, rund 15 Kilometer östlich von Halle, gab es Schüsse, bestätigte eine Polizeisprecherin in Halle. Menschen sollen auch hier Gebäude und Wohnungen nicht verlassen, hieß es.

    Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa
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