Initiative gegen Antisemitismus
Logo soll Menschen wachhalten

Münster -

„Aufgrund des Anschlags auf die Synagoge in Halle habe ich beschlossen, etwas gegen den wachsenden Antisemitismus in Deutschland zu unternehmen.“ Das Ergebnis seiner Privatinitiative hat Rabbiner Efraim Yehoud-Desel jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt, und zugleich einige prominente Unterstützer wie Marina Weisband und Ruth Frankenthal, Vorstandsmitglied der christlich-jüdischen Gesellschaft in Münster.

Dienstag, 29.10.2019, 23:00 Uhr
Das Logo gegen Antisemitismus ist von Malou Roy (rechts) entwickelt worden, Marina Weisband und Ruth Frankenthal unterstützen die Privatinitiative von Rabbiner Efraim Yehoud-Desel.
Das Logo gegen Antisemitismus ist von Malou Roy (rechts) entwickelt worden, Marina Weisband und Ruth Frankenthal unterstützen die Privatinitiative von Rabbiner Efraim Yehoud-Desel. Foto: Erhard Kurlemann

„Zusammen gegen Antisemitismus“ steht auf dem Logo. Die Schrift rahmt vier unterschiedlich farbige Arme ein, die sich die Hand reichen. „Ein solches Signal ist mächtig“, lobt Marina Weisband die Aktion und Malou Roy von der Agentur Bok + Gärtner, die das Logo entwickelt hat.

„Das Logo soll die Menschen wachhalten“, betont Rabbiner Yehoud-Desel . Er habe auch den Zentralrat der Juden angeschrieben, sich das Logo zu eigen zu machen. Eine Entscheidung dazu erwartet er in den nächsten Tagen.

Ruth Frankenthal hat längst den Eindruck gewonnen, „immer mehr antijüdische Erfahrungen zu machen“, auch in Münster. Sie erinnert an den Schuss auf die Synagoge oder die Hakenkreuze, die an verschiedenen Schulen geschmiert waren. Der immer wieder insbesondere in diesen Zusammenhängen zitierte Satz „Wehret den Anfängen“, sei inzwischen zu einer Floskel verkommen. „Den Aufstand der Anständigen“ habe Paul Spiegel, langjähriger Präsident des Zentralrates, schon Anfang der 2000er-Jahre gefordert. Da dieser noch immer ausbleibe, werde es immer wichtiger, dass jeder und jede an Ort und Stelle gegen „Judenhasser“ vorgehe. „Da ist jeder gefragt. Da muss man nicht immer erst den Zentralrat fragen.“

Rabbiner Yehoud-Desel ergänzt, es wäre wünschenswert, wenn seine Initiative am 27. Januar 2020 – dem Tag der Auschwitz-Befreiung – bundesweit präsent sei. So könnten viele Menschen gemeinsam ein Zeichen setzen.

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Alles weitere zu der Aktion, Möglichkeiten der Unterstützung oder des Mitmachens findet sich auf der Seite https://zga.uber.space Dort ist auch das Logo als Download abgelegt.

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