26 Religionen in Münsters Rathaus
Flammendes Zeichen für Toleranz

Münster -

Die Friedensstädte Osnabrück und Münster sind im jährlichen Wechsel Gastgeber für die Religionsgemeinschaften aus beiden Städten. Diesmal haben die Oberbürgermeister Markus Lewe und Wolfgang Griesert nach Münster eingeladen.

Dienstag, 29.10.2019, 21:00 Uhr
Religionsgemeinschaften und Vertreter der Politik aus Münster und Osnabrück kamen im Rathaus zusammen. Um ein Zeichen für Frieden, Solidarität und Toleranz zu setzen, zündeten die Teilnehmer Friedenskerzen an.
Religionsgemeinschaften und Vertreter der Politik aus Münster und Osnabrück kamen im Rathaus zusammen. Um ein Zeichen für Frieden, Solidarität und Toleranz zu setzen, zündeten die Teilnehmer Friedenskerzen an. Foto: Matthias Ahlke

Früher gab es in Münster viele Katholiken und wenige Protestanten. In anderen deutschen Städten sah es ähnlich aus, nur das Verhältnis war vielleicht umgekehrt. Kirchen überall – aber Synagogen, Moscheen, Hindu-Tempel oder buddhistische Zentren? Kaum. Höchstens sehr vereinzelt in den größten Städten.

Und heute? Heute laden die Friedensstädte Münster und Osnabrück die Vertreter von Religionsgemeinschaften aus beiden Städten zum Friedenstreffen ins Rathaus ein – und sage und schreibe 28 verschiedene Gruppen nehmen daran teil. Zugegeben, rund die Hälfte von ihnen ist christlich. Dennoch ist es eine Vielfalt, die noch vor wenigen Jahrzehnten in zwei mittleren Großstädten unvorstellbar gewesen wäre.

Die religiöse Vielfalt ist Realität, aber sie ist nicht ungefährdet. Das betonen sowohl Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert als auch der münsterische Bürgermeister Gerhard Joksch in ihren Begrüßungsansprachen am Dienstagabend in der Bürgerhalle des Rathauses. Der Angriff auf die Synagoge in Halle und der Brandanschlag auf die Moschee in Dortmund wirken nach. Die Zahl religiös motivierter Straftaten sei im vergangenen Jahr gestiegen, hieß es.

Erschwerte Annäherung

Und auch sonst ist manches anscheinend nicht mehr so einfach wie vor zwölf Jahren, als zum ersten Mal Vertreter verschiedener Religionsgemeinschaften im Friedenssaal zusammenkamen. Besonders die Konflikte im Nahen Osten erschweren die selbstverständliche Annäherung verschiedener Religionen und Konfessionen; zumindest habe es diesmal im Vorfeld erhöhte Aufmerksamkeit für mögliche Spannungen gegeben.

Umso wichtiger, dass es in der Stadt interreligiöse Strukturen gebe, die den Dialog und das gegenseitige Verständnis befördern. Das betonte der Festredner Prof. Dr. Wolfgang Reinbold, Vorsitzender des „Hauses der Religionen“ in Hannover, eines deutschlandweit einmaligen Zentrums für interreligiöse und interkulturelle Bildung. In Münster, so betonte Reinbold mit Blick auf den Friedenssaal, sei das Prinzip schon vor über 370 Jahren verstanden worden.

Im Friedenssaal wurde die Feierstunde beendet. Mit einer schönen Geste, die sich seit Jahren bewährt hat: Die Vertreter der Religionsgemeinschaften entzünden auf einem eigens bereitgestellten Tisch jeweils eine Kerze – als Zeichen für Toleranz, Solidarität und ein friedliches Miteinander der Religionen.

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