Aids-Hilfe
HIV-Neudiagnosen in Münster fast halbiert

Münster -

Erfreuliche Zahlen: Nach 16 HIV-Neudiagnosen im Jahr 2017 erhielten 2018 nur noch neun Menschen in Münster eine HIV-Diagnose. Bei einer anderen Krankheit ist die Statistik weniger positiv.

Donnerstag, 28.11.2019, 15:00 Uhr
Aids-Hilfe: HIV-Neudiagnosen in Münster fast halbiert
Symbolbild Foto: Arne Dedert/dpa

Nach 16 HIV-Neudiagnosen im Jahr 2017 erhielten 2018 nur noch neun Menschen in Münster eine HIV-Diagnose. Diese erfreuliche Entwicklung beruht nach Einschätzung des Gesundheitsamtes der Stadt und der Aids-Hilfe vor allem auf der Tatsache, dass in Münster die meisten Menschen mit HIV ihre Infektion kennen und behandeln lassen, heißt es in einer Mitteilung der Stadt.

Monika Brosda , Aids-Koordinatorin der Stadt, fasst zusammen: "Eine wirksame Therapie gegen HIV schützt das Immunsystem und senkt deutlich das Risiko, Aids und andere schwere Erkrankungen zu entwickeln. Außerdem werden die Viren soweit reduziert, dass HIV selbst beim Sex ohne Kondom nicht übertragen wird." Diese Aussage wurde in 2019 auch von der Landeskommission Aids ausdrücklich bekräftigt.

Wichtige HIV-Tests

Ulrich Besting, Psychologe der Aids-Hilfe ergänzt: "Leider gibt es immer noch sexuell aktive Menschen, die ihren HIV-Status nicht kennen und sich erst bei Vorliegen lebensbedrohlicher Aids-Vollbilderkrankungen testen lassen." Gesundheitsamt und Aids-Hilfe betonen deshalb die Bedeutung von HIV-Tests zum Schutz der eigenen Gesundheit und die von Sexualpartnerinnen oder -partnern.

Weniger positiv verläuft laut Pressemitteilung die Zahl der Ansteckungen mit dem Syphilis-Erreger. Hier liegt die Zahl der aus Münster gemeldeten  Neuinfektionen seit einigen Jahren relativ konstant bei 30 bis 40. Diese bakterielle Infektion ist heilbar, kann aber unbehandelt schwerste Erkrankungen nach sich ziehen. Deshalb ist auch hier eine rechtzeitige Diagnose von besonderer Bedeutung.

Veranstaltungen zum Welt-Aids-Tag

Stadt und Aids-Hilfe ermuntern alle, die Fragen zu HIV und anderen sexuellen Erkrankungen haben, das anonyme und kostenfreie Beratungs-und Untersuchungsangebot des Gesundheitsamtes in Anspruch zu nehmen. Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember laden sie außerdem wieder zu mehreren Veranstaltungen ein.

  • Samstag, 30. November, 23 Uhr, und Sonntag, 1. Dezember, 16 Uhr, Petrikirche: Brahms-Requiem. Benefiz-Aufführungen bei Kerzenschein, Leitung Marion Wood.
  • Samstag, 30. November, 10 - 16 Uhr, Stadtbücherei, Bahnhof und Innenstadt: Spendensammlung zum Welt-Aids-Tag durch Aids-Hilfe mit Unterstützung von Politikern und Prominenten.
  • Montag, 2. Dezember, 12 - 14 Uhr, Mensa am Ring, Mensa am Aasee, IFAS-Lehrgebäude der medizinischen Fakultät: Infostände und rote Schleifen; Veranstalter: Studierende des Peer-Education-Projektes "Mit Sicherheit Verliebt".
  • Montag, 2. Dezember, 20 Uhr, Hörsaal L 30 des IFAS-Lehrgebäudes der medizinischen Fakultät: Hörsaal-Kino und Gespräche über Aids und HIV bei Glühwein und Lebkuchen.
  • Mittwoch, 4. Dezember, ab 11 Uhr, Schaumburgstraße 11: Tag der offenen Tür / Regenbogenfrühstück in der Aids-Hilfe; Anmeldung nicht erforderlich.
  • Montag, 9. Dezember, 18 Uhr, Factory Hotel, An der Germania-Brauerei 5: Neue Entwicklungen in der Behandlung der HIV-Infektion; Info-Abend für Menschen mit HIV und ihre Angehörigen. Referent: Dr. Stefan Christensen (Teilnehmerzahl begrenzt, Teilnahme kostenlos, Anmeldung erforderlich: besting@aidshilfe.org; Tel. 02 51/1 94 11).
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