Supermarkt in Roxel überfallen
Drogenabhängiger muss ins Gefängnis

Münster -

Sein Leben war über weite Strecken vom Drogenkonsum geprägt. Nun muss ein 27-Jähriger, der im Oktober einen Supermarkt in Roxel überfallen hat, für mehrere Jahre ins Gefängnis.

Freitag, 20.12.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 22.12.2019, 13:48 Uhr
 
  Foto: GaToR/Fotolia

Sein Lebenslauf ist von Drogen dominiert worden. Am Freitag musste sich ein 27-jähriger Münsteraner wegen eines bewaffneten Überfalls auf einen K+K-Supermarkt in Roxel im Oktober vor dem Landgericht verantworten. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt, von denen er einen Teil in einer Entziehungseinrichtung verbringen wird.

Als Kind drogenabhängiger Eltern hatte der 27-Jährige, der wegen des Konsums seiner Mutter als Frühgeburt zur Welt kam, einen schweren Start ins Leben. Er wuchs bei seiner Großmutter auf. Den Tod der Mutter 2005 bezeichnete der Angeklagte vor Gericht als Zäsur, die ihn im Alter von 13 Jahren in die Drogenabhängigkeit abrutschen ließ.

Über eine Stunde lang schilderte er seinen von Betäubungsmitteln, Jugendstrafen und Entziehungsanstalten gekennzeichneten Lebenslauf. Nachdem er zunächst Marihuana konsumiert hatte, kamen bald Amphetamine und Ecstasy dazu. Den endgültigen Absturz löste Kokain aus, das bald „zu seinem besten Freund wurde“, wie der Angeklagte sagte. Die Sucht und der Druck zu ihrer Finanzierung waren schuld, dass er Schulden bei Personen aus dem Milieu hatte, „bei denen man besser keine Schulden hat“, so der 27-Jährige.

Diese Personen hätten zur Schuldeneintreibung durch Drohungen gegen ihn und seine Großmutter so viel Druck ausgeübt, dass er keinen anderen Ausweg sah, als den K+K-Supermarkt maskiert und mit einem Brotmesser bewaffnet zu überfallen.

Mit etwa 2400 Euro, die der 27-Jährige dort erbeutet hatte, bezahlte er seine Schulden, finanzierte damit aber wiederum seine Sucht. „Ich hatte mein Leben nicht mehr unter Kontrolle, und die Folgen sehen Sie heute“, sagte der Angeklagte zum Abschluss der Beweisaufnahme. Dabei entschuldigte er sich noch einmal ausdrücklich für seine Tat.

Der Angestellte des Roxeler Supermarktes, den der 27-Jährige während des Überfalls mit dem Messer bedroht hatte, lehnte eine persönliche Entschuldigung allerdings ab.

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