Thomas Nufer zieht Zwischenbilanz
Münster bleibt freundlich

Münster -

Für seine Idee, eine „Woche der Freundlichkeit“ zu organisieren, hat Aktionskünstler Thomas Nufer jetzt ein Dankschreiben vom Oberbürgermeister erhalten. Nufer schweben bereits neue Ideen vor.

Sonntag, 22.12.2019, 20:00 Uhr
Ideengeber Thomas Nufer zeigt das Schreiben, in dem Oberbürgermeister Markus Lewe handschriftlich dankt und ein „Jahr der Freundlichkeit 2020“ ins Gespräch bringt.
Ideengeber Thomas Nufer zeigt das Schreiben, in dem Oberbürgermeister Markus Lewe handschriftlich dankt und ein „Jahr der Freundlichkeit 2020“ ins Gespräch bringt. Foto: Ralf Repöhler

Der Oberbürgermeister gerät ins Schwärmen. Und ruft sogar für 2020 das „Jahr der Freundlichkeit“ aus. Versehen allerdings mit einem Fragezeichen. Markus Lewe jedenfalls wäre dabei, versichert er.

Aktionskünstler Thomas Nufer , der Mitte November zum ersten Mal die „Woche der Freundlichkeit“ in Münster initiiert hatte, hält ein handgeschriebenes Dankschreiben des Oberbürgermeisters der Stadt Münster beim Redaktionsbesuch in den Händen. Lewe dankt darin allen, „die die ,Woche der Freundlichkeit‘ zu einem großen und herzlichen Erfolg geführt haben“.

In erster Linie ist natürlich Ideengeber Nufer zu nennen, der mit seinen anderen Projekten Grünflächenunterhaltung und West-Östlicher Diwan bereits große Aufmerksamkeit erzielt hat. Mit seiner neuesten Aktion möchte er Münster zur „Hauptstadt der Freundlichkeit“ werden lassen.

Födermittel vom Land

Über 30 Veranstaltungen hatte Nufer in der „Woche der Freundlichkeit“ Mitte November als Impuls organisiert. „Entzückt“ war er von Polizeipräsident Hajo Kuhlisch, der Passanten auf dem St.-Lamberti-Kirchplatz die Schuhe putzte. Und von der „Goldenen Kugel der Freundlichkeit“, die als „Zeichen der Wertschätzung“ einen Tag lang durch viele Hände ging. Und von zahlreichen Schülern, die Kekse verteilten, Liebesbriefe schrieben und Menschen die Türen aufhielten. „Viele waren gar nicht gewohnt, mit Freundlichkeit umzugehen und fanden sie provozierend“, fand Nufer die Reaktionen spannend. Gleich mehrere Schulen und über 400 Münsteraner hatten sich insgesamt in den Dienst der Freundlichkeit gestellt.

Auch Düsseldorf ist hellhörig geworden auf Münsters Freundlichkeit. Das NRW-Familienministerium gab 30 000 Euro an Fördermittel, der Landschaftsverband sah in der Aktion ein Beispielprojekt für andere Städte. Die Initiative starke Innenstadt (ISI) und Münster Marketing unterstützen neben anderen Kooperationspartnern Nufer.

"Bewusstsein hat sich erhöht"

Und, ist Münster denn nun freundlicher geworden? „Das Bewusstsein für die Freundlichkeit hat sich sicher erhöht“, sagt Nufer. Auch sei eine „gewisse Dankbarkeit“ festzustellen, dass das Thema angesprochen worden sei.

An dem Ziel, dass Münster die „Hauptstadt der Freundlichkeit“ werden soll, hält Nufer fest. Der Gedanke solle sich im kommenden Jahr verstetigen. Nufer hat die NRW-Heimatministerin angesprochen, wie sie die Freundlichkeit fördern wolle. Freundlichkeit sei schließlich die Grundlage für Heimat, findet Nufer. Und für den Zusammenhalt einer Stadt wichtig. „Der Vorteil ist, dass jeder freundlich sein kann. Der Muskel der Freundlichkeit muss nur aktiviert werden“, sagt der Aktionskünstler.

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