ÖPNV
Kostenloses Busfahren im Advent: 65.000 Pkw-Fahrten vermieden

Münster -

Das kostenlose Busfahren an den Adventssamstagen war ein Erfolg: weniger Verkehr auf den Straßen und gut für den Klimaschutz. Jetzt ist ein Folgeprojekt in der Pipeline.

Freitag, 10.01.2020, 19:30 Uhr aktualisiert: 11.01.2020, 10:14 Uhr
ÖPNV: Kostenloses Busfahren im Advent: 65.000 Pkw-Fahrten vermieden
Foto: Stadtwerke Münster

Was Münsters Innenstadt durch den kostenlosen Nahverkehr an den vier Adventssamstagen erspart geblieben ist, hat der für Mobilität zuständige Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Gäfgen ausgerechnet: nämlich 65 000 Pkw-Fahrten in die Innenstadt oder eine über 300 Kilometer lange Blech-Schlange.

Letztere hätte von Münster bis zur Ostsee gereicht, wenn jüngst nicht sage und schreibe rund 150 000 Menschen mehr als an den Adventssamstagen 2018 in den Bus gestiegen wären. Insgesamt waren es nach Angaben der Stadt 525 000 Menschen, die kostenlos an den besagten vier Tagen im vergangenen Dezember den Nahverkehr genutzt haben – ein Plus von 40 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor.

Diese Bilanz ist nicht nur aus Sicht der Stadtwerke ein Erfolg – zumal nach übereinstimmenden Beobachtungen das Ziel erreicht worden sei, weniger Verkehr in der Stadt zu haben, dafür aber entspanntere Kunden, wie etwa Tobias Viehoff von der Initiative starke Innenstadt (ISI) sagt.

Umsetzung neuer Mobilitätsketten

„Rückenwind“ verspricht sich Stadtbaurat Robin Denstorff von dem Pilotprojekt, dem schon im Frühjahr ein weiteres folgen soll. Dann nämlich soll an einem noch nicht feststehenden Samstag erneut ein kostenloses Park-and-Ride-Angebot vom Uni-Parkhaus am Coesfelder Kreuz zum Aegidiimarkt gestartet werden. Die Universität spielt dabei nach den Worten von Manfred Kuypers, unter anderem zuständig für das Parkhaus, wieder mit. „Für innenstadtnahes Park-and-Ride liegt das Parkhaus optimal.“

Den Schwung aus der Adventszeit wollen Stadt und Stadtwerke bei der Umsetzung neuer Mobilitätsketten jedenfalls nutzen. Auch im Sinne des Klimaschutzes. Die Verkehrswende schaffe man nicht in einem einzigen großen Kraftakt, meint Denstorff. Deshalb schweben ihm „smarte Lösung für den Alltag“ vor, möglichst einfach und komfortabel. So wie an den zurückliegenden Adventssamstagen: „Nicht nachdenken, sondern einsteigen.“

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Ziehen eine erfolgreiche Bilanz des kostenlosen Busfahrens an den Adventssamstagen (v.l.): Stadtbaurat Robin Denstorff, ISI-Vertreter Tobias Viehoff, Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Gäfgen und Manfred Kuypers (Dezernent für Zentrale Dienstleistungen der Universität) Foto: Matthias Ahlke

Dabei gehen Stadtbaurat wie Stadtwerke-Geschäftsführer nicht davon aus, dass diese Angebote dauerhaft gänzlich kostenlos bleiben müssen. „Vielen Menschen wäre es wert, für guten ÖPNV zu zahlen“, glaubt Denstorff. Und Gäfgen erklärt, die Stadtwerke würden ein Tarifmodell ausloten. Aber bis es soweit ist, will man mit dem kostenlosen Angebot Werbung für den Umstieg auf den Bus machen.

Verbindung in die Nachbarkreise

„Wir brauchen Mobilitätsketten, die Lösungen bringen“, so Denstorff. In jedem Fall sei es eine dankbare Initiative der Politik gewesen, Geld dafür in die Hand zu nehmen. „Wir empfehlen, das zu wiederholen.“

Auch die Verbindung in die Nachbarkreise gerät in den Blick: „Die Verknüpfung von Stadt- und Umlandverkehr bietet noch viel Optimierungspotenzial“, meint Stadtwerke-Chef Gäfgen. Die Bemühungen um eine autoarme Innenstadt werden auch von der Kaufmannschaft geteilt. Man wolle Kunden mit tollen Alternativlösungen begeistern und nicht belehren, sagt ISI-Vertreter Viehoff.  

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