Wahlprogramm
SPD lehnt Musik-Campus an der Hittorfstraße ab

Münster -

Musik- und Volkshochschule auf dem Parkplatz Hörsterstraße, dazu einen privat finanzierten Konzertsaal an dieser Stelle – mit dieser Forderung zieht die SPD in die Kommunalwahl.

Mittwoch, 15.01.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 15.01.2020, 20:19 Uhr
Den Parkplatz Hörsterstraße will die SPD unter anderem für einen privat finanzierten Konzertsaal umgestalten.
Den Parkplatz Hörsterstraße will die SPD unter anderem für einen privat finanzierten Konzertsaal umgestalten. Foto: Matthias Ahlke

Ein erstes großes Thema des nahenden Kommunalwahlkampfs ist gesetzt: Die SPD lehnt den von Oberbürgermeister Markus Lewe (CDU) favorisierten Musik-Campus an der Hittorfstraße wie auch Pläne einer Initiative für den Schlossplatz ab. Stattdessen sprechen sich SPD-Oberbürgermeisterkandidat Dr. Michael Jung und SPD-Kulturpolitikerin Wendela-Beate Vilhjalmsson für eine Bebauung des Hörsterparkplatzes mit Musik- und Volkshochschule sowie einem privat finanzierten Konzertsaal aus. Auf ihren Parteitag am 1. Februar wollen die Sozialdemokraten diese Forderung in ihrem Kommunalwahlprogramm festschreiben.

„Es braucht einen Ort in der Innenstadt“, betont Jung die Ablehnung der Pläne für die Hittorfstraße. Dort wollen Stadt und Universität wie berichtet gemeinsam einen Musik-Campus für die städtische Musikschule sowie die Musikhochschule der Uni errichten, der einen auch für Tagungen nutzbaren Konzertsaal bekommt. Einen entsprechenden Beschluss mit dieser grundsätzlichen Aussage haben CDU und Grüne im vergangenen Jahr im Rat verabschiedet.

Doch den Standort Hittorfstraße hält die SPD unter Verweis auf das dortige Umfeld und die Anbindung nicht für geeignet. In den Zeiten von E-Commerce und Onlinehandel müsse gerade die Innenstadt gestärkt werden. Darüber hinaus halten die Sozialdemokraten den im Raum stehenden finanziellen Beitrag der Stadt von bis zu 80 Millionen Euro „nicht annähernd für gegenfinanziert“, wie Jung sagt. „Die entscheidenden Parameter sind nicht klar.“

Außerdem sieht der SPD-Ratsfraktionschef bei einem Musik-Campus Hittorfstraße die unter „einem massiven Raumproblem“ leidende Volkshochschule „auf dem Abstellgleis“. Dabei habe selbst die Stadtverwaltung vor einigen Jahren erklärt, dass eine gemeinsame Unterbringung von VHS und städtischer Musikschule „tolle Perspektiven“ bietet, unterstützt Bürgermeisterin Vilhjalmsson den eigenen OB-Herausforderer. „Wir sprechen uns für ein kommunales Projekt zwischen Volkshochschule und Musikschule aus.“ Städtische Mittel in Höhe von 26,5 Millionen Euro bringt die SPD dafür in Ansatz, orientiert an einer früheren Verwaltungsvorlage. Zwischen 30 und 40 Millionen Euro soll daneben ein privater Investor für einen Konzertsaal am Hörsterparkplatz investieren. Diesen würde die Stadt im Gegenzug für eine bestimmt Zahl von Veranstaltungen pro Jahr anmieten, so Jung.

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