350 Besucher beim Neujahrsempfang
UKM blickt nach turbulentem Jahr nach vorn

Münster -

Für das Universitätsklinikum war 2019 mit dem Führungswechsel an der Spitze ein turbulentes Jahr. Der neue Ärztliche Direktor Hugo van Aken und der Fakultätsdekan Frank-Ulrich Müller blicken jetzt noch vorn.

Freitag, 31.01.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 31.01.2020, 21:42 Uhr
Beim Neujahrsempfang des UKM: (v.l.) Thomas van den Hooven (Pflegedirektor), Prof. Hugo van Aken (Ärztlicher Direktor), Prof. Frank Ulrich Müller (Dekan der Medizinischen Fakultät), Oberbürgermeister Markus Lewe, Daniel Bahr (ehemaliger Bundesgesundheitsminister), Prof. Claudia Rössig (stellvertretende Ärztliche Direktorin) und Dr. Christoph Hoppenheit (Kaufmännischer Direktor)
Beim Neujahrsempfang des UKM: (v.l.) Thomas van den Hooven (Pflegedirektor), Prof. Hugo van Aken (Ärztlicher Direktor), Prof. Frank Ulrich Müller (Dekan der Medizinischen Fakultät), Oberbürgermeister Markus Lewe, Daniel Bahr (ehemaliger Bundesgesundheitsminister), Prof. Claudia Rössig (stellvertretende Ärztliche Direktorin) und Dr. Christoph Hoppenheit (Kaufmännischer Direktor) Foto: Oliver Werner

Es war 2019 ein ereignisreiches Jahr am Universitätsklinikum Münster , dem mit über 10 000 Mitarbeitern größten Arbeitgeber der Region. Das zeigte nicht nur der Bilderbogen, der für die rund 350 Besucher im großen Hörsaal im medizinischen Lehrgebäude auf die Leinwand projiziert wurde. Den Wandel verkörperten auch die beiden Hauptredner, der Ärztliche Direktor Hugo van Aken und der Fakultätsdekan Prof. Dr. Frank-Ulrich Müller – beide im Laufe des Jahres 2019 unplanmäßig an die Spitze berufen.

Van Aken, der als bereits emeritierter Professor wieder aus dem Ruhestand zurückkehrte, appellierte erneut an „die Eintracht“, aller für das UKM Tätigen.

Die schwierige finanzielle Lage des Universitätsklinikums mache ein „Umdenken“ notwendig, so van Aken. Eine zentrale Anforderung dabei laute: Das UKM solle sich wie auch andere Uni-Kliniken auf „Hochleistungsmedizin“ konzentrieren. Am UKM bedeute dies zum Beispiel ganz konkret, dass hier laut van Aken keine Herz- und Lungentransplantationen mehr durchgeführt werden. Das UKM konzentriert sich in der Transplantationsmedizin wegen der hier hohen – und der im Bereich der Herz- und Lungentransplantationen unterdurchschnittlichen – Fallzahlen auf Nieren- und Lebertransplantationen. Behandlungsort für Patienten aus der Region, die ein neues Herz benötigen, werde das Herzzentrum Bad Oeynhausen.

Ein Wirtschaftsplan für das neue Jahr habe noch nicht aufgestellt werden können, weil noch unklar sei, in welcher Höhe Pflegekosten erstattet würden, beschrieb van Aken die schwierige Finanzplanung. Ein Geschäftsbericht über das alte Jahr liegt noch nicht vor. Van Aken merkte an, dass fast alle Unikliniken in Deutschland, nämlich 32 von 36, aktuell rote Zahlen schrieben. Der neue Dekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Frank-Ulrich Müller, nannte den aus seiner Sicht wichtigsten Grund für die Probleme des UKM: „Der größte Hemmschuh ist unsere bauliche Infrastruktur – Improvisation ist System.“

Lichtblicke in dieser Hinsicht sehen die Verantwortlichen aber auch. Van Aken dankte dem Land NRW dafür, dass nun stärkere Unterstützung für die Modernisierung und den Ausbau der Infrastruktur zugesagt sei. Ein buchstäblich zentraler Baustein dabei ist der jetzt nach zehn Jahren Planungszeit begonnene Neubau des Medizinischen Forschungszentrums mit dem „Body & Brain-Institut“ am Rishon-Le-Zion Ring. Dekan Müller skizzierte die Herausforderungen bei der Ausbildung der rund 3000 Medizinstudierenden. Hier wolle die Fakultät weiter bundesweit Qualitätsmaßstäbe setzen.

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