Landwirtschaft kritisiert Bundesregierung
„Probleme mit Geld allein nicht zu lösen“

Münster -

Vertreter der Landwirtschaft kritisieren den Plan der Bundesregierung, Landwirte bei der Umsetzung schärferer Auflagen finanziell zu unterstützen. Es handele sich lediglich um einen „durchsichtigen Kuhhandel“, so der Vorwurf.

Dienstag, 04.02.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 05.02.2020, 11:14 Uhr
Die Landwirtschaft kritisiert die Pläne der Bundesregierung.
Die Landwirtschaft kritisiert die Pläne der Bundesregierung. Foto: dpa/Mohssen Assanimoghaddam

Die Bauernfamilien in Westfalen-Lippe kritisieren den Plan der Bundesregierung , die Landwirte bei der Umsetzung schärferer Auflagen ausschließlich finanziell zu unterstützen. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) und die Bewegung „Land schafft Verbindung“ fordern stattdessen fachlich überzeugende Rahmenbedingungen in der Novelle der Düngeverordnung. Hier müssten Bund und Länder dringend nachbessern, um die Akzeptanz der Landwirte zu gewinnen. Finanzielle Trostpflaster, die in erster Linie dazu dienten, handelnden Akteuren in der Politik ein gutes Gewissen zu verschaffen, lehnen beide Organisationen in einer Pressemitteilung als „durchsichtigen Kuhhandel“ ab.

„Die derzeit vorliegenden Vorschläge zur Verschärfung der Düngeverordnung basieren auf Daten und Berechnungsverfahren, die teilweise wenig transparent und aus fachlicher Sicht mehr als fragwürdig sind. Es kann niemanden verwundern, dass dies bei uns Bauern auf kein Verständnis trifft und sehr umstritten ist“, sagten Vertreter beider Organisationen in Münster. Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband und Land schafft Verbindung kritisieren vor allem das vorgesehene Verbot der Düngung von Zwischenfrüchten und die 20-prozentige Absenkung der maximal zulässigen Düngung von Pflanzen in nitratbelasteten Gebieten. Sie verweisen darauf, dass diese Vorgaben aus fachlicher Sicht nicht überzeugend seien und zudem die Festlegung der betroffenen Gebiete nicht auf Eintragsquellen ziele, sondern pauschal großzügig sanktioniert werde.

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