20 Schulen beim IHK-Wettbewerb „Jugend forscht“
Jungforscher liefern Lösungen für Alltagsfragen

Münster -

Umweltverschmutzung, Klimawandel, Mobilität – das sind die Themen, mit denen sich die Jungforscher beim IHK-Wettbewerb „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ auseinandergesetzt haben. Ihre Projektarbeiten stellten am Donnerstag zunächst die Schüler in der Altersklasse bis 14 Jahre vor.

Donnerstag, 27.02.2020, 18:45 Uhr aktualisiert: 27.02.2020, 20:14 Uhr
Wie wirken sich Temperaturerhöhungen wie beim Klimawandel auf Fruchtfliegen aus? Mona Aliyah Karram und Leo Bieker (r.) vom Johan-Conrad-Schlaun-Gymnasium haben es in Versuchsreihen untersucht und festgestellt, dass sich bei den Tieren die Augenfarbe ändert.
Wie wirken sich Temperaturerhöhungen wie beim Klimawandel auf Fruchtfliegen aus? Mona Aliyah Karram und Leo Bieker (r.) vom Johan-Conrad-Schlaun-Gymnasium haben es in Versuchsreihen untersucht und festgestellt, dass sich bei den Tieren die Augenfarbe ändert. Foto: Oliver Werner

An den Ständen in der Stadthalle Hiltrup ist die Anspannung fast greifbar. Mehrere Monate Arbeit stecken in jedem Experiment, in jeder Untersuchsuchung, die die Schüler jetzt einer nach dem anderen der Jury vorstellen und gegen kritische Nachfragen verteidigen müssen. Viele der Nachwuchsforscher versuchen, einen Beitrag zur Lösung ganz praktischer Alltagsprobleme zu leisten. Jan Epping vom Wilhelm-Hittort-Gymnasium beispielsweise hat die Waschkraft von pflanzlichen Waschmitteln untersucht und herausgefunden: „Mit Efeu und Kastanien kann man ganz gut nicht allzu stark verschmutzte Wäsche waschen.“

„Jugend forscht“: Projekte in Hiltrup präsentiert

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  • Zum 34. Mal findet der Wettbewerb "Jugend forscht – Schüler experimentieren“ statt: Justin Dreyer und Alexandra Rademacher (r.) haben im Bereich Mathematik „Kunststücke für Robert das Roboterhaustier" entwickelt, Gymnasium Wolbeck Münster

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  • Linus Pleimann, Biologie: „Sollte man sich vor oder nach dem Frühstück die Zähne putzen?", Gymnasium Augustinianum Greven

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  • Celine Höing, Mirja Evers (r.): Was sagt uns der Barcode", Mathematik, Arnold-Jansen-Gymnasium Neuenkirchen

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  • Anna Xie, Janne Schachtsiek (r.), Biologie: „Vom Wasser zur Alge", Ratsgymnasium Münster

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  • Marvin Horstmann, Felix Bennemann (r.), Biologie: „Untersuchung verschiedener biologisch abbaubarer Kunststpfffolien", Maximilian-Kolbe-Gesamtschule Saerbeck

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  • Mona Aliyah Karram, Leo Bieker (r.), Biologie: „Epigenetische Effekte bei der Drosophila Zucht durch Einwirkung abiotischer Faktoren": Johan-Conrad-Schlaun-Gymnasium Münster

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  • Leonie Gängler: „Kann man den Co Ausstoß eines Kohlekraftwerks mit Algen reduzieren?", Biologie, Gymnasium Augustinianum Greven

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  • Ida Lemkau, Elisa Diedrich, Ella Ottens (v.l.), Biologie: „Flugfrüchte", Annette-von-Droste-Hülshoff-Gymnasium Münster

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  • Die Wettbewerbsorganisatoren (v.l.): Wolfram Schier (Werkleiter der BASF Coatings GmbH), Wettbewerbsleiter Berthold Sommer und Dr. Eckhard Göske, Leiter der Industrieabteilung der IHK Nord Westfalen

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  • Am BASF-Stand gab es Infos zu Ausbildungsberufen in dem Chemie-Unternehmen.

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  • Miriam Schmitz, Felicita Schirmer, Jana Gerhard (v.l.): „Palstik gegen Ton", Biologie, Gymnasium St. Mauritz Münster

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  • Die Jury an einem der Projektstände

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  • Astrid Urbanek, Lina Bez (r.): „Schmetterlingskartierung", Biologie, Gymnasium Agustinianum Greven

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  • Celine Höing (l.) und Mirja Evers (2.v.l.) vom Arnold-Janssen-Gymnasium Neuenkirchen mit ihrer Arbeit „Was sag uns der Barcode?"

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  • Malte Cox (l.) und Leo Roer (r.) vom Wilhelm-Hittorf-Gymnasium mit ihrer Arbeit „Eier-Forschung: Wie alt ist ein Ei und wie kocht man das perfekte Frühstücksei?" Von der Jury wurde es als bestes interdisziplinäres Projekt ausgezeichnet.

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  • Mika Sievers, Francis Zagorskis (r.): „The Miracle of Laser", Physik, Berufskolleg Rheine

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  • Joosten Bröcker „Ultraschallbasierte Schlagloch- und Bremsschwellenerkennung für Autos", Physik, Gymnasium Martinum Emsdetten

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  • Jan Romberg vom Berufskolleg Rheine des Kreises Steinfurt in Rheine mit seiner Arbeit „Fernschreiber"

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  • Katharina Elpers, Greta Ludwig (r.): „Augen auf! Mustererkennung oder Farbwahrnehmung - Welches ist deine Stärke?", Biologie, Ratsgymnasium Münster

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  • Tobias Groschek, Jan Bussmann und Kolja Nitschke (v.l.) vom Berufskolleg Rheine des Kreises Steinfurt in Rheine mit ihrer Arbeit „Puky-Muki"

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  • Levi Johan Helios. Karl Jakob Strittmatter, Milena Frasch (v.l.): „Wunderkerzen selbst gemacht", Chemie, Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Münster

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  • Jana Esken, Hannah Okoro (r.): „Baum als Stromquelle eines Smartphones", Physik, Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasium Münster

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  • Luca Seeelhöfer (l.) und Sebastian Passe (r.) vom Gymnasium Augustinianum Greven mit ihrer Arbeit „Auswirkung der Versauerung der Meere auf Schalentiere"

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  • Marit Rudat, Luke Enning (r.): „Das Flugverhalten einer Wasserrakete", Physik, Hermann-Leeser-Schule Dülmen

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  • Leon Ahlert vom Gymnasium Martinum Emsdetten mit seiner Arbeit „Kippbarer Anhänger"

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  • Lutz Beckschwarte, Johann Sandfort (r.): „Recco-Wasserrettung", Physik, Gymnasium Martinum Emsdetten

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  • Rico Sundermann (l.) und Fabian Neuhaus (r.) vom Kardinal-von-Galen-Gymnasium mit ihrer Arbeit „Wie gesund leben wir in Hiltrup? Messung der Feinstaubbelastung in Hiltrup"

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  • Adriela Furdui: „Untersuchung von Tönen verschiedener Instrumente", Physik, Gymnasium Wolbeck Münster

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  • Tobias Groschek, Jan Bussmann und Kolja Nitschke vom Berufskolleg Rheine des Kreises Steinfurt mit ihrer Arbeit „Puky-Muki"

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  • Am BASF-Stand wurden Infos zu Ausbildungsberufen bei dem Chemieunternehmen gegeben.

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  • Kiara Laurin Walter, Lea Möllers (r.): „Welche Naturfarbstoffe sind besonders gut geeignet zum Färben von Textilien?", Chemie, Kardinal-von-Galen-Gymnasium Münster

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  • Luis Sebastian Wenking, Marlin Steinböck (r.): „Auswirkungen von Autoabgasen auf Gewässer und das Wachstum von Wasserpflanzen", Chemie, Johann-Conrad-Schlaun-Gymnasium Münster

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  • Hannah Zurbrügge, Marieke Bogatzki (r.) haben im Bereich Chemie untersucht: „Warum ist die Zigarette so umweltschädlich?", Wilhelm-Hittorf-Gymnasium Münster

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  • Julius Henke, Paul Hellmann (r.) haben Energydrinks untersucht, Chemie, Kardinal-von-Galen-Gymnasium Münster

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  • Fanny Koczot, Juliana Lourenco Rodrigues (r.) haben untersucht, warum Kristalle über den Rand von Gefäßen hinauswachsen., Chemie, Ratsgymnasium Münster

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  • Julius Westerhorstmann, Lukas Bröcker (r.): „Taschenwärmer selbst gebaut", Chemie, Gymnasium Martinum Emsdetten

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  • Florian Nitzbon, Laurenz Hilbert (r.): „Untersuchung verschiedener Adsorptionsmittel für die Reinigung von Silagesickersäften", Chemie, Maximilian-Kolbe-Gesamtschule Saerbeck

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  • Alma Cyrus, Mia Heck: „Die Obstikus-Gemüsikus-Lampe", Chemie, Wilhelm-Hittorf-Gymnasium Münster

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  • Sebastian Rikus, Lukas Gruhle, Daniel Kardels (v.l.): „Beton mit organischem Bindemittel, welcher in der Lage ist, Feinsand zu binden", Chemie, Kardinal-von-Galen-Gymnasium Münster

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  • Henry Schnetgöke, Tom Süssholz (r.): „Eichenprozessionsspinner-Entfernungsmaschine", Technik, Städtisches Goethe-Gymnasium Ibbenbüren

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  • Beeke Drechsler: „Hamsterrad-Sensor: Wie viel läuft ein Hamster?", Technik, Wilhelm-Hittorf-Gymnasium Münster

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  • Jan Epping hat die Waschkraft von pflanzlichen Waschmitteln aus Efeu und Kastanien untersucht, Chemie, Wilhelm-Hittorf-Gymnasium Münster

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  • Michael Negraszus: „Intelligentes Bücherregal", Technik, Gymnasium Martinum Emsdetten

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Umweltthemen stehen bei diesem Wettbewerb hoch im Kurs. Die Feinstaubbelastung hat Fabian Neuhaus vom Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Hiltrup gemessen und festgestellt, dass die Messergebnisse sehr stark differieren, je nachdem, welches Messverfahren angewendet wird. Beim Streulichtverfahren „werden bei hoher Luftfeuchtigkeit über 80 Prozent kondensierte Wassertröpfchen fälschlicherweise als größere Feinstaubpartikel gewertet“, weshalb er im nächsten Schritt nun Mess-Sensoren kalibrieren will.

Solche Erkenntnisse und auch Rückschläge beim Forschen sind ebenfalls von großem Wert, betont Wettbewerbsleiter Berthold Sommer . Und aus Arbeitgebersicht beurteilt es der Werkleiter der BASF Coatings GmbH so: „Fehlversuche steigern die Frustrationstoleranz. Gelernt werden muss auch der Umgang mit Misserfolgen.“ Innovationen, auf die die Wirtschaft angewiesen sei, seien nur durch interdisziplinäre Zusammenarbeit möglich. Und „ Jugend forscht “ „ist für uns die ideale Plattform für die Nachwuchsakquise“, so Schier.

Weil der Wettbewerb für die Kinder und Jugendlichen nicht nur fachlich, sondern auch persönlich eine große Herausforderung darstellt, „gewinnt jeder, der mitmacht, nicht nur die Sieger“, unterstreicht Dr. Eckhard Göske, Leiter der Industrieabteilung der IHK Nord Westfalen und zuständig für die Wettbewerbsorganisation.

Mit viel Engagement haben sich auch Luis Wenking und Marlin Steinböck vom Schlaun-Gymnasium in die Messreihen gestürzt. Sie haben die Auswirkung von Autoabgasen auf Gewässer und das Absterben von Pflanzen untersucht.

Eines ist Paul Hellmann vom Kardinal-von-Galen-Gymnasium klar: „Fruchtfliegen werden den Klimawandel überleben.“ Er hatte die Auswirkungen von Temperaturerhöhungen auf Erbgutveränderungen hin untersucht.

Die Biologie fasziniert auch Katharina Elpers und Greta Ludwig. Die beiden Schülerinnen des Ratsgymnasiums haben in Testreihen untermauert, dass mehr Männer als Frauen unter einer Rot-Grün-Sehschwäche leiden.

Wettbewerbsleiter Sommer würde sich noch mehr Lehrer wünschen, die Projektarbeiten in den MINT-Fächern begleiten. „Das ist die Kür in unserem Beruf“, ermuntert Sommer, selbst Lehrer am Berufskolleg in Rheine.

Die Sieger aus Münster

 

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