Hinter dem Bienenhaus des Mühlenhofes entsteht eine Wildblumenwiese
Ein Naschgarten für Insekten

Münster -

Auf dem Areal des Mühlenhof-Freilichtmuseums wird eine brach liegende Grünfläche hinter dem Bienenhaus vom Kreisimkerverein in eine Blühwiese für Insekten umgewandelt.

Sonntag, 15.03.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 15.03.2020, 20:32 Uhr
Diese brachliegende Wiese am Mühlenhof wird in einen Naschgarten für Insekten verwandelt.
Diese brachliegende Wiese am Mühlenhof wird in einen Naschgarten für Insekten verwandelt. Foto: hpe

Irgendwann im April werden die ersten Pflänzchen hinter dem Bienenhaus im Mühlenhof-Freilichtmuseum sprießen. Sie sollen die bislang brach liegende Wiesenfläche in einen „Naschgarten für Insekten“ verwandeln, so die Bienenweide-Fachberaterin Ruth Schimaneck vom Kreisimkerverein.

Das Projekt für mehr naturnahen Lebensraum startete am Sonntag mit einer Mitmachaktion, die allerdings wegen der Corona-Krise nicht mehr öffentlich war, sondern sich in erster Linie an Freunde und Mitglieder des Kreisimkervereins richtete. In einem ersten Schritt trugen große und kleine Helfer die alte Rasendecke ab, Wurzeln und Unkräuter wurden entfernt und Böden gelockert. In einigen Wochen wird sich das bislang ungenutzte Areal in eine Wildblumenwiese mit ein- und mehrjährigen Blühpflanzen verwandeln. „Eine so genutzte Fläche ist nicht sehr pflegeintensiv, aber für Insekten unwahrscheinlich hilfreich“, so Schimaneck.

Als Bestäuber für viele Pflanzen oder als Nahrung für Vögel und Igel sind Insekten in der Natur unverzichtbar, die kleinen Nützlinge haben aber wegen der intensiven Bearbeitung landwirtschaftlicher Flächen und zunehmender Bodenversiegelung in den Städten immer weniger Lebensraum zur Verfügung.

Ähnlich wie der Nabu in Münster und andere Naturschutzorganisationen will der Kreisimkerverein mit der sehr öffentlichkeitswirksamen Aktion im Mühlenhof ein Zeichen gegen Schottergärten und Zierflächen hinter dem eigenen Heim setzen. „Wir haben bei den Insekten einen dramatischen Artenrückgang zu verzeichnen und wollen die Bevölkerung sensibilisieren, in ihren privaten Gärten beispielsweise Stauden oder andere Blüher anzupflanzen“, so die Bienen-Expertin. Eine Fläche von 25 Quadratmeter, bestückt beispielsweise mit Glockenblumen, Salbei oder Malven, sei schon ausreichend, um Insekten einen geeigneten Rückzugsort bieten zu können.

Sinnvoll seien auch Nisthilfen wie die sogenannten Bienenhotels, die auch im Mühlenhof gebastelt und aufgestellt werden. Der Imkerverein wird im Laufe des Frühjahres immer sonntags im Bienenmuseum neben dem Gräftenhof Informationsveranstaltungen durchführen. Der eingeschossige Fachwerkbau stand früher einmal im Kreis Warendorf und wurde als Backhaus und Stall genutzt. Heute werden in dem Schauraum Vorträge gehalten, eine Honigpresse kommt zum Einsatz – und für Schulklassen gibt es Werkstattseminare.

Die zunächst geplanten Führungen durch das Museumsdorf mussten wegen Corona kurzfristig von der Mühlenhof-Leitung abgesagt werden.

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