Lions-Club Münster steuert „Grüne Schule“ in Madagaskar
Die Natur schützen lernen

Münster -

In Madagaskar ist Holz die wichtigste und für viele die einzig bezahlbare Energiequelle. Weil die Regenwälder unter dem starken Bevölkerungswachstum leiden, will der Lions-Club „Johann Conrad Schlaun“ Münster mit einem Projekt das Umweltbewusstsein der Kinder stärken.

Montag, 30.03.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 31.03.2020, 11:54 Uhr
Der Lions-Clubs Münster „Johann Conrad Schlaun“ hat das Konzept „Grüne Schule“ der Bundesregierung übernommen, um Kindern in Madagaskar Naturschutz näher zu bringen.
Der Lions-Clubs Münster „Johann Conrad Schlaun“ hat das Konzept „Grüne Schule“ der Bundesregierung übernommen, um Kindern in Madagaskar Naturschutz näher zu bringen. Foto: pd

Das Coronavirus zwingt Menschen auf der ganzen Welt zu einem drastischen Wandel ihrer Lebensweise. Neben dem Virus tritt ein weiterer Wandel in den Hintergrund: Es ist der schleichende Verlust an Regenwäldern, die aus ökonomischen Interessen abgeholzt werden. Der Lions-Club Münster „ Johann Conrad Schlaun “ unterstützt in Madagaskar ein Projekt, das das Umweltbewusstsein der Bevölkerung fördern soll, wie es in einer Mitteilung heißt.

Die Insel im Indischen Ozean ist die viertgrößte der Welt. Für die 25 Millionen Einwohner sei Holz seit Hunderten von Jahren die einzige Energiequelle. Andere Energien stünden nicht zur Verfügung oder seien unbezahlbar. Das Problem: In Madagaskar wachse die Bevölkerung schneller als das Holz, immer mehr Regenwald werde daher abgeholzt, so der Lions-Club.

Die Entwicklungshilfe der Bundesrepublik halte es daher für dringlich, das Bewusstsein der jungen Bevölkerung für den Naturschutz zu entwickeln. Ein Weg in diese Richtung sei das Konzept der „Grünen Schule“. Und dieses Konzept hat der Lions-Club Münster „Johann Conrad Schlaun“ übernommen.

Das Konzept beruht auf drei Stufen. In der ersten Stufe werden die Lehrer in Sachen Naturschutz ausgebildet. Es folgt der Naturschutzunterricht für die Schüler unter Einsatz speziell entwickelter Unterrichtsmedien. In der dritten Stufe gehe es an die praktische Arbeit.

Derzeit würden Schulgärten angelegt, und baumloses Gelände werde wieder aufgeforstet, teilt der Lions-Club mit. Das, was in den Schulgärten wächst, komme später in die Schulküchen. Das Projekt des Lions-Clubs soll über fünf Jahre laufen und werde von Münster aus gesteuert.

In der Gemeinde Masindray in der Nähe der Hauptstadt beteiligen sich laut den Organisatoren sechs Schulen an dem Projekt. Die Phase der praktischen Arbeit mit dem Anlegen von Schulgärten und der Wiederaufforstung hat vor drei Wochen begonnen. Schon vor zwei Jahren hatte der Lions-Club in Madagaskar sein bisher größtes Projekt umgesetzt. Dabei entstanden eine Schule mit sechs Klassenzimmern, ein Lehrerzimmer, Toi­letten, ein Brunnen, eine renovierte Schulbibliothek und ein Basketballplatz. Zahlreiche Leser unserer Zeitung hatten mit ihren Spenden zum Erfolg dieses Projektes beigetragen. Förderer des neuen Projektes seien jederzeit willkommen, so der Lions-Club.

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