Charity-Aktion wegen Coronavirus
Mit Tablet-Verleih gegen die Einsamkeit

Münster -

Mit den Liebsten in Kontakt zu bleiben, ist in Zeiten des Coronavirus gar nicht so einfach. Und gerade an den Osterfeiertagen möchten viele ihre Freunde und Verwandten sehen - und sei es nur per Video. Wohl dem, der die passende Technologie zu Hause hat. Wer diese jedoch nicht hat, dem möchten zwei münsterische Start-ups jetzt helfen.

Mittwoch, 08.04.2020, 20:00 Uhr aktualisiert: 14.04.2020, 10:00 Uhr
Charity-Aktion wegen Coronavirus: Mit Tablet-Verleih gegen die Einsamkeit
Vlora Ramadani und Lukas Hendricks bereiten in der Trafostation alles vor. Foto: Nearbysharing

Lukas Hendricks hatte gerade erst vor Ausbruch der Corona-Pandmie mit einigen Freunden und Mitstreitern das Unternehmen " Nearbysharing " gegründet. Die Idee: "Wir möchten, dass man selten genutzte Alltagsgegenstände miteinander teilen kann." Wer also für eine Feier einen Stehtisch braucht, muss sich keinen kaufen, sondern kann ihn günstig über die Online-Plattform von anderen Münsteranern ausleihen. 

Doch im Moment werden wegen des Coronavirus keine Partys gefeiert - und auch der Kontakt zu anderen soll bekanntlich vermieden werden. Das Geschäft von Lukas Hendricks und seinen Kollegen liegt brach.

170 iPads liegen bereit

Und so auch das von " City-Games ", einem anderen münsterischen Start-up. "Sie bieten Stadtführungen per iPad an", erläutert Hendricks das Modell von "City-Games". Sein Nachbar und guter Bekannter hat die Firma gegründet.

"Von Balkon zu Balkon hat er mir vor einigen Tagen von seinen Problemen erzählt", sagt Hendricks über seinen Nachbarn. Und sogleich war eine Idee geboren: Die gut 170 iPads der Firma "City-Games" liegen ungenützt im Büro - bis jetzt.

Abholung in der Trafostation

"Wir möchten die iPads für einen Euro pro Tag an Bedürftige ausleihen", sagt Hendricks. Also an Senioren in Altenheimen oder Menschen, die sich sonst kein Tablet leisten können. "Damit Senioren mit ihren Enkelkindern skypen können oder Patienten eine Abwechslung vom besucherfreien Klinikalltag haben", führt Hendricks weiter aus.

Mit dem einen Euro Mietgebühr pro Tag werden die Mobilfunkkosten gedeckt, zum iPad gehört auch eine Sim-Karte. Wer sich ein Tablet ausleihen möchte, kann sich auf der Plattform  www.nearbysharing.de  anmelden, einen Zeitraum auswählen und das iPad dann zwischen 13 und 18 Uhr in der Trafostation abholen. Dort haben sich Lukas Hendricks und seine Kollegen am Mittwoch eingerichtet.

Die wichtigsten Infos zum Coronavirus

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  • Immer mehr neue Fälle und Nachrichten rund um das neue Coronavirus Sars-CoV-2 - auch in Deutschland. Doch woran erkenne ich eine Infektion? Und was mache ich dann?

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Woran erkenne ich eine Infektion?

    Die Symptome der von dem Virus verursachten Erkrankung Covid-19 (für Corona virus disease 2019) sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) Fieber, trockener Husten, Schnupfen und Abgeschlagenheit. Auch über Atemprobleme, Halskratzen, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost wurde berichtet. Einige Betroffene leiden zudem an Übelkeit und Durchfall. Damit ist es für Laien unmöglich, die Krankheit von der regulären Grippe oder einem grippalen Infekt zu unterscheiden, erklärt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. Bei einem schwereren Verlauf sind Atemprobleme oder eine Lungenentzündung möglich.

    Foto: dpa
  • Wie gefährlich ist Covid-19?

    Die Krankheitsverläufe variieren laut Robert-Koch-Institut stark, von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO verläuft die Krankheit gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen mild. Insgesamt erkrankt nach WHO-Angaben etwa jeder fünfte Infizierte so schwer, dass er im Krankhaus behandelt werden müsse.

    Foto: dpa (Symbolbild)
  • Wie wird das Virus übertragen?

    Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. Dies kann direkt von Mensch-zu-Mensch über die Schleimhäute geschehen oder auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden.

    Es wurden auch Fälle bekannt, in denen sich Personen bei Betroffenen angesteckt haben, die nur leichte oder unspezifische Krankheitszeichen gezeigt hatten. Die Viren wurden auch in Stuhlproben einiger Betroffener gefunden. 

    Foto: Alissa Eckert (dpa)
  • Wie lange dauert die Inkubationszeit?

    Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung mit den Viren bis zum Ausbruch der Krankheit, kann nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts bis zu 14 Tage betragen. Im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage.

    Foto: dpa
  • Welche Verhaltensregeln gibt es?

    Personen, die (unabhängig von einer Reise) einen persönlichen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das SARS-CoV-2-Virus im Labor nachgewiesen wurde, sollten sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen an ihr zuständiges   Gesundheitsamt  wenden. Ansonsten gilt: Hände waschen und Abstand halten. Die seit dem 23. März bundesweit geltenden Verordnungen sehen unter anderem vor, dass sich in der Öffentlichkeit niemand in größeren Gruppen als zwei Personen aufhalten darf. Das Haus darf zum Beispiel nur für den Weg zur Arbeit, zum Einkaufen, zum Arzt oder für Spaziergänge (oder Joggen) verlassen werden.

    Personen, die sich in einem  vom RKI ausgewiesenen Risikogebiet  aufgehalten haben, sollten – unabhängig von Symptomen – unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben.

    Foto: dpa
  • Wenn Sie Symptome feststellen... 

    Betroffene sollten vor dem Gang zur Haus- oder Kinderarztpraxis unbedingt dort anrufen. Am Telefon wird das weitere Vorgehen und tatsächliche Risiko beraten. Möglich ist ein Selbsttest (Abstrich) daheim, wenn der Mediziner eine entsprechende Veranlassung sieht.

    Wer einen begründeten Verdacht hat, mit Sars-CoV-2 infiziert zu sein, sollte Kontakte meiden und zu Hause bleiben - wie auch bei der Grippe.

    Foto: dpa
  • Welche Vorsichtsmaßnahmen sollte man ergreifen?

    Wichtig außerdem, und zwar für alle: Gute Handhygiene, also regelmäßiges Waschen mit Seife. Zudem sollten die Hände vom eigenen Gesicht ferngehalten und aufs Händeschütteln verzichtet werden. Wichtig auch: Richtiges Husten und Niesen - in ein Einmaltaschentuch oder die Armbeuge also. Geschlossene Räume sollte man regelmäßig lüften.

    Foto: dpa
  • Brauche ich Atemmasken und Desinfektionsmittel?

    Atemmasken sind für gesunde Menschen nicht vorgeschrieben. Allerdings gibt es zurzeit eine Debatte, ob sie nicht doch hilfreich sind, das Virus von einer Verbreitung abzuhalten. Die Stadt Jena in Thüringen hat sie inzwischen vorgeschrieben.

    Foto: dpa
  • Noch Fragen?

    Das Robert-Koch-Institut hat eine Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus zusammengestellt.

    Weitere Informationen gibt es hier:

    Hotline der Stadt Münster: 0251/4921077 (Mo-Mi 8-17, Do 8-18, Fr 8-12)

    Patientenhotline der Kassenärztlichen Vereinigung: 116117

    Hotline der Bezirksregierung für Schulfragen: 0251/4114198 (Mo-Fr 8-16)

    Bürgertelefon des NRW-Gesundheitsministeriums 0211/8554774 (Mo-Fr 8-18 Uhr)

    Hotline des Bundesministerium für Gesundheit: 0800/0117722 (Mo-Do 8-18, Fr 8-12; unabhängige Patientenberatung)

    Foto: dpa
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