WN-Wissensimpulse: Leo Martin gibt Geheimagenten-Tipps
Vertrauen braucht klare Worte

Münster -

Wie baut man Vertrauen auf und gewinnt fremde Menschen für sich? Klare Kommunikation und Einfühlsamkeit sind nur zwei Dinge, auf die es ankommt, wie Ex-Geheimagent und Sprachprofiler Leo Martin bei den WN-Wissensimpulsen erklärt hat.

Mittwoch, 17.06.2020, 17:00 Uhr aktualisiert: 17.06.2020, 21:12 Uhr
Moderatorin Nadin Buschhaus entlockt Ex-Geheimagent Leo Martin bei den WN-Wissensimpulsen Tipps zur Vertrauensbildung.
Moderatorin Nadin Buschhaus entlockt Ex-Geheimagent Leo Martin bei den WN-Wissensimpulsen Tipps zur Vertrauensbildung. Foto: pd

Zehn Jahre lang hat er als Geheimagent gearbeitet, heute betreibt er als Sprachprofiler das Institut für forensische Textanalyse in München, wo er unter anderem Erpresser überführt. Mit seinem Vortrag „Ich krieg dich! Die Kunst, Menschen zu gewinnen“ war der „deutsche James Bond “, Leo Martin , am 15. Juni bei den WN-Wissensimpulsen zu Gast, um zum Thema Vertrauensgewinn zu sprechen.

Leo Martin begann damit, dass er Einblicke in seinen Arbeitsalltag eines verdeckten Ermittlers gab, was schnell den Unterschied zum eher illusorischen Bild des Agenten 007 zeigte. Als Experte für unterbewusst ablaufende Denk- und Handlungsmuster brachte Martin fremde Menschen dazu, ihm zu vertrauen, ihr geheimstes Insiderwissen preiszugeben und langfristig mit dem Geheimdienst zusammenzuarbeiten. Was hinter den Kulissen der Nachrichtendienste Anwendung findet, um Menschen zu gewinnen und zu binden, kann auch jedem Einzelnen helfen, wenn man Vertrauen generieren möchte.

Livestream aus dem Sendestudio

Der Wissensabend wurde von der Veranstaltungsagentur Sprecherhaus als Livestream aus dem Ahauser Sendestudio von TobitLabs gesendet. Moderatorin Nadin Buschhaus nahm den Ex-Agenten ins Kreuzverhör, um zu erfahren was Vertrauen ausmacht, wie man es erlangt und welche Methoden der Geheimdienst nutzt, von denen die 240 Zuschauer lernen können.

Der Referent gab den Teilnehmern einige Tipps mit auf den Weg, um Vertrauen aufzubauen und zu stärken: „Ändern Sie den Blickwinkel und stellen Sie zukünftig die Vertrauensfrage anders: Anstatt ‚Kannst Du mir vertrauen oder nicht?‘, besser ‚Auf was kannst Du vertrauen, wenn Du es mit mir zu tun hast?“ Es müsse konkret sein und dem Anderen Klarheit bieten. „Jeder hat das Grundbedürfnis nach Sicherheit und Wertschätzung – diese zwei Faktoren sollte man bedienen“, rät Martin.

Um Beziehungen und Vertrauen aufzubauen, braucht es die Kommunikation auf der emotionalen Ebene der Grundbedürfnisse dessen, von dem ich mir Vertrauen wünsche.

Leo Martin

Auch sollte man wissen, „was Status ist, wie ich meinen erkenne und wie Statusspiele funktionieren, um mit meinem Gegenüber ausbalanciert zu sein“. Da der Idealfall des dauerhaften Gleichstatus kaum existiere, bedürfe es dem Können, sich zwischen höherem und tieferem Status hin und her zu bewegen.

Dritter Tipp: „Um Beziehungen und Vertrauen aufzubauen, braucht es die Kommunikation auf der emotionalen Ebene der Grundbedürfnisse dessen, von dem ich mir Vertrauen wünsche. Ich muss herausfinden, was jemanden berührt, was seine Interessen, Hobbies, Neigungen sind.“ Das verlange Einfühlungsvermögen, Empathie und Aufmerksamkeit für den anderen, so Martin.

Vertrauen verlange nicht unmittelbar Harmonie, vielmehr brauche es Klarheit. „Harmonie ist nicht unwichtig, doch es braucht die Basis der Klarheit, denn sie bedient an erster Stelle das so wichtige Vertrauen“, sagt Leo Martin.

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