Heftige Kostendebatte im Liegenschaftsausschuss
Schlaun-Gymnasium noch teurer als Gesamtschule

Münster -

Die Kostendebatte geht weiter. Auch der Liegenschaftsausschuss wollte wissen, warum de Baukosten der Stadt telweise so dramatisch steigen. Es ging hefig zu.

Donnerstag, 18.06.2020, 21:00 Uhr
Wehrte sich gegen Kritik der CDU: Immobiliendezernent Matthias Peck
Wehrte sich gegen Kritik der CDU: Immobiliendezernent Matthias Peck Foto: Oliver Werner

Als die Kritik des CDU-Ratsherrn Peter Börgel so richtig heftig wurde, da nahm sich der Immobiliendezernent Matthias Peck mal ein Lieblingsprojekt der CDU , und zwar die Sanierung des Schlaun-Gymnasiums, so richtig zu Brust. „Wir bauen ein dreizügiges Schlaun-Gymnasium für 45 Millionen Euro“, wetterte Peck. „Da könnte man schon sagen, dass eine sechszügige Gesamtschule für 70 Millionen Euro okay ist.“

Mit dieser pointierten Äußerung verwahrte sich der Dezernent gegen – aus seiner Sich – „unseriöse Vergleiche“. Börgel hatte zuvor die Baukosten der Mathilde-Anneke-Gesamtschule mit dem über zehn Jahre zurückliegenden Bau des Steingymnasiums verglichen.

Der Vorwurf: Verfahrensfehler

Nach dem Bauausschuss beschäftigte sich am Mittwochabend auch der Liegenschaftsausschuss mit den teilweise dramatischen Kostensteigerungen bei städtischen Bauvorhaben. Sehr umfassend ging Ratsherr Börgel, selbst Bauunternehmer, auf die Mathilde-Anneke-Gesamtschule ein und warf der Stadtverwaltung Verfahrensfehler vor. Die Stadt habe, so sein Vorwurf, ein sehr kompliziertes Vergabeverfahren mit einer sehr kurze Ausschreibungsfrist kombiniert. Das Ergebnis: „Alle Anbieter haben einen 30-prozentigen Risikozuschlag erhoben.“

Auch die Zusammenarbeit mit einem Generalunternehmer, so Börgel weiter, erweise sich als Kostentreiber. Ihm sei bekannt, dass der Generalunternehmer mit der Ausführung einzelner Gewerke Unternehmen beauftragt habe, die die Hälfte dessen berechnen würden, was der Generalunternehmer der Stadt in Rechnung stelle. „Die Stadt zahlt doppelt.“ Die Stadt ihrerseits begründete das Verfahren damit, das wegen der komplizierten Bauweise ein Generalunternehmer unter dem Aspekt der Haftung besser sei.

Künftig Aussagen zu Kosten einfordern

Als Konsequenz aus der Misere ist geplant, dass die Stadt künftig bei Architekturwettbewerben auch belastbare Aussagen zu Kosten einfordert und diese auch extern begutachten lässt. Die Modelle, über die dann entschieden wird, seien allesamt mit einem „Preisschild“ versehen, hieß es.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7456545?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F3814581%2F
Nachrichten-Ticker