Mobiler Fahrradgrill
Heißer "Bratesel" für den Gepäckträger

Münster -

Nie mehr Grill schleppen: Zwei münsterische Studenten haben einen mobilen Grill entwickelt, den man wie eine Satteltasche bequem auf dem Leezen-Gepäckträger mitnehmen kann. Aus einer Idee wurde der „Bratesel“ – und der galoppiert durch die Decke.

Dienstag, 04.08.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 04.08.2020, 07:06 Uhr
Philipp Roß (l.) und Leon Brinkhaus testen ihren mobilen Grill „Bratesel“, den man im Satteltaschenformat an die Leeze klemmen kann.
Philipp Roß (l.) und Leon Brinkhaus testen ihren mobilen Grill „Bratesel“, den man im Satteltaschenformat an die Leeze klemmen kann. Foto: Bratesel

Wenn Studenten ohne Auto in Münster im Park oder am See grillen wollen, müssen sie entweder ihren oft unhandlichen Grill samt Kohle schleppen oder auf ökologisch fragwürdige Einweggrills zurückgreifen. Das hat Leon Brinkhaus auf eine Idee gebracht – den „Bratesel“ .

2017 entwickelt der Produktdesign-Student an der FH Münster im Zuge seiner Bachelorarbeit einen mobilen Grill, den man wie eine Satteltasche an der Leeze befestigen kann und der Platz bietet, für alles, was man zum Grillen braucht. Als Brinkhaus mit diesem Projekt 2019 bei der Kickstart Academy des Venture Club Münster gewinnt, lernt er Philipp Roß, BWL-Student an der FH Münster, kennen.

Unterstützung durch das Gründerstipendium

Seitdem perfektionieren sie den „Bratesel“ zusammen – und zwar unter Mithilfe des NRW-Wirtschaftsministeriums. In Düsseldorf kam der „Bratesel“ so gut an, dass Brinkhaus und Roß mit einem Gründerstipendium des Landes (jeweils 1000 Euro pro Monat über 15 Monate) unterstützt werden. „Das war gut, weil wir uns so auf unser Projekt und aufs Studium konzentrieren konnten und nicht nebenher jobben mussten“, sagt Roß.

Um die Produktion der ersten 100 Bratesel-Modelle vorzufinanzieren, starten die beiden Studenten am 7. Juli dieses Jahres  eine Crowd­funding-Kampagne auf der Plattform Kickstarter. Das Ziel: 11 200 Euro durch Vorbestellungen als Startkapital einsammeln. „Zweieinhalb Tage hat das nur gedauert“, erzählt Roß. Mittlerweile sind es schon über 120 Vorbestellungen, genug Kohle für die Grills ist also da.

Und der Bratesel wird ausschließlich in Münster und Umgebung von lokalen Firmen hergestellt.

Philipp Roß

Was Philipp Roß verwundert: Etwa 80 Prozent der Käufer wollen die teurere Premium-Variante. Die gibt es in der Crowd­funding-Phase bis zum 13. August für 159 Euro, die Klassik-Variante für 149 Euro. Im August sollen die ersten Exemplare dann wie angekündigt an die Kunden ausgeliefert werden.

Besonders wichtig ist den beiden Studenten, dass ihr Produkt nachhaltig ist. Ein hitzebeständiger Umschlag soll vor Brandflecken auf dem Rasen schützen, außerdem habe man auf besonders langlebige Materialien gesetzt. „Und der Bratesel wird ausschließlich in Münster und Umgebung von lokalen Firmen hergestellt“, erzählt Roß.

Bleibt noch die Frage: Wie ist der Name entstanden? Roß: „Der ist Leon unter der Dusche eingefallen.“

                   

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