Corona-Krisenstab
Maskenpflicht für Partygänger?

Münster -

Der Corona-Krisenstab der Stadt Münster ist nach über einem Monat wieder zusammengekommen. Grund ist der negative Trend bei den Infektionszahlen. Dabei hat die Stadt auch die junge Partyszene im Blick.

Montag, 03.08.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 03.08.2020, 21:22 Uhr
Corona-Krisenstab : Maskenpflicht für Partygänger?
Auf der Jüdefelderstraße gibt es Ärger mit Menschen, die sich unter anderem nicht an die Abstandsregeln halten. Foto: privat

Der Krisenstab der Stadt Münster rechnet nicht mit einem ähnlich starken Anstieg der Corona-Infektionsrate wie im März und April, aber der derzeitige Trend ist negativ. „Wir haben seit Ferienbeginn ein stetiges Ansteigen der Infektionszahlen, wenn auch auf einem niedrigen Niveau“, sagt Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer . Mit einem erneuten Lockdown wie im Frühjahr rechnet Heuer nicht, „wenn sich alle an die Regeln halten“. Am Wochenende verzeichnete die Stadt Münster sieben Neuinfizierte.

Der Krisenstab, der zuletzt Ende Juni zusammengekommen war und in 44 Sitzungen seit Anfang März zum Teil weitreichende Anti-Corona-Maßnahmen getroffen hatte, traf sich am Montag, um über die aktuelle Lage zu beraten und Ursachenforschung zu betreiben. Aus Sicht der Verantwortlichen sind die steigenden Zahlen eine Folge der vom Land NRW beschlossenen Lockerungen. Dazu kommt die Hauptreisesaison, die für Ansteckungsgefahr im Urlaub sorgt, sowie ein Nachlassen der Bereitschaft in der Bevölkerung, die Corona-Regeln einzuhalten. „Das führt zum Negativtrend“, sagt Heuer.

Maskenpflicht für Partygänger

Das Einhalten der Sicherheitsstandards wie des Mindestabstands und das Tragen von Mund-Nasen-Masken sei stets das Mittel der Wahl – ob im Urlaub oder an der Jüdefelderstraße.

„Nicht zufrieden“ ist der Leiter des Krisenstabs mit dem vergangenen Wochenende, als Hunderte vor allem junge Menschen in der Stadt ohne Abstand und Mund-Nasen-Schutz gefeiert hätten. Der Partybereich habe sich von der Jüdefelderstraße in Richtung Münzstraße verschoben. Heuer betont, dass die jungen Menschen nicht aggressiv seien und keine Straftaten begehen, sich aber nicht an die Spielregeln halten und ein störendes Verhalten (Nutzen der Promenade als öffentliche Toilette) zeigen würden. „Irgendwann verliere auch ich den Glauben daran, dass die dort Feiernden zuhören und die Schutzregeln beachten“, sagt Heuer. Überlegt wird, ob eine Maskenpflicht für die Partygänger und eingeschränkte Öffnungszeiten der Kioske in der Altstadt Optionen seien.

Diese Lockerungen der Corona-Regeln gelten seit dem 15. Juli

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  • Lockerungen ab Mittwoch

    In Nordrhein-Westfalen werden die Corona-Regeln an diesem Mittwoch wieder etwas gelockert. Das wird vor allem die Menschen freuen, die ein großes Fest feiern wollen. 

    Foto: Jens Kalaene
  • Erleichterungen bei Festen und Feiern

    Private Feste aus einem besonderen Anlass wie zum Beispiel Geburtstage, Taufen, Hochzeiten und Abschlussfeiern sind nun mit 150 Gästen erlaubt, also deutlich mehr als die bisherigen 50.

    Foto: Karl-Josef Hildenbrand
  • Maskenpflicht und Abstandsregeln bleiben

    Trotz dieser Lockerung gelten die drei Grundregeln weiter: Abstand halten, Mund-Nasenschutz tragen und die Nachverfolgbarkeit der Infektionsketten sicherstellen.

    Foto: Boris Roessler
  • Mehr Möglichkeiten beim Sport 

    Beim Kontaktsport in der Halle sind statt der bisher 10 dann 30 Teilnehmer erlaubt. Zuschauen dürfen bei Sportveranstaltungen 300 statt der bisher 100.

    Foto: Christina Pohler
  • Hygienekonzept ab 300 Leuten

    Bei Kultur und sonstigen Veranstaltungen muss ein Hygienekonzept erst bei 300 Teilnehmern vorgelegt werden und nicht mehr schon bei 100

    Foto: Oliver Berg
  • Änderungen in der Coronaeinreiseverordnung

    Änderungen gibt es in der Coronaeinreiseverordnung für Beschäftigte aus kritischen Infrastrukturen: Wer aus dem Sommerurlaub oder vom Verwandtschaftsbesuch aus Corona-Risikogebieten zurückkommt, ist nicht mehr automatisch von der Quarantänepflicht ausgenommen. Er ist das nur nach einem negativen Test. 

    Foto: Karl-Josef Hildenbrand
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