Ausstellung im Naturkundemuseum
Der Überlebenskünstler Mensch im Weltall

Münster -

Das Naturkundemuseum zeigt ab Mitte August die neue Ausstellung "Überlebenskünstler Mensch". Jetzt sind die letzten Ausstellungsstücke eingetroffen - sozusagen aus dem All . . .

Dienstag, 04.08.2020, 15:30 Uhr
Ausstellung im Naturkundemuseum: Der Überlebenskünstler Mensch im Weltall
Das Modell der ISS ist in der neuen Ausstellung "Überlebenskünstler Mensch" im LWL-Museum für Naturkunde zu sehen. Foto: LWL/Steinweg

Bei den letzten Exponaten, die gerade für die neue Ausstellung "Überlebenskünstler Mensch" im LWL-Museum für Naturkunde in Münster angekommen sind, geht es um den Weltraum. Ab dem 21. August ist die Ausstellung geöffnet, teilt der LWL in einer Pressemitteilung mit.

Wie der "Überlebenskünstler Mensch" im Weltraum zurechtkommt, zeigen unter anderem ein Nachbau der International Space Station ( ISS ), ein Marsmodell oder ein Sitz aus dem Sojus-Raumschiff. "Wenn man vor der Weltraumstation steht, ist es kaum vorstellbar, dass dort oben wirklich Menschen leben und arbeiten sollen", sagt Ausstellungsmacherin Dr. Hanna Rüschoff über den bislang größten Außenposten der Menschheit im All.

"Ausbreitung der Menschen im Weltall"

"Die Modellbaufirma, die wir beauftragt haben, hat gut 8000 Teile hergestellt, verbaut und lackiert, um das 2,70 Meter mal 1,90 Meter große Modell zu bauen", erklärt Rüschoff. Im Museum wurde die Station zusammengebaut. Sie hängt nun an der Decke eines Ausstellungsraums in der Inszenierung zum Thema "Ausbreitung der Menschen im Weltall". Rüschoff: "Sogar maßstabgetreue, kleine Astronauten sind bei Außenarbeiten an der Station zu sehen."

Lebensechte Homo sapiens-Figuren im Naturkundemuseum

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  • Kuratorin Lisa Klepfer (v.li..), Maskenbildnerin Lisa Büscher und Ausstellungsmacherin Dr. Hanna Rüschoff, freuen sich über die gelungene Darstellung der beiden weiblichen Figuren.

    Foto: LWL/Steinweg
  • Vorsichtig wurden die Figuren in das Museum gebracht.

    Foto: LWL/Steinweg
  • Vorsichtig packt die Figurenbauerin Büscher die Schamanin aus.

    Foto: LWL/Steinweg
  • Die Schamanin wurde von Büscher in fünfmonatiger Arbeit angefertigt.

    Foto: LWL/Steinweg
  • Gegenüber der Schamanin sitzt in der Ausstellungsinszenierung ein junges Mädchen, welches der älteren Frau zuhört.

    Foto: LWL/Steinweg
  • Lisa Büscher achtete bei Ihrer Arbeit auf Authentizität, weshalb sie für die Schamanin eine echte Frau abgeformt hat, um daraus die Figur zu bauen.

    Foto: LWL/Steinweg
  • Die Figur der jungen Frau wirkt lebensecht, da Büscher auf der Haut auch Flecken, Pickel oder Mückenstiche, zeigt.

    Foto: LWL/Steinweg
  • Einzelne Körperteile, Bekleidung und die Kopfbedeckung wurden vor Ort in der Ausstellung angebracht. Ausstellungsmacherin Hanna Rüschoff (re.) begutachtet die Kopfbedeckung der Schamanin.

    Foto: LWL/Steinweg
  • Kuratorin Lisa Klepfer (li.) legt mit Büscher den Sitzplatz der Figuren fest. Die lebensechten Figuren einer Schamanin und einer jungen Frau sind wichtige Ausstellungsobjekte der neuen Sonderausstellung "Überlebenskünstler Mensch".

    Foto: LWL/Steinweg
  • Die Schamanin sitzt im Schneidersitz und beugt sich sprechend und gestikulierend am Feuer nach vorne und erscheint so lebensecht, dass die Besucherinnen und Besucher des Museums sich schon auf die Inszenierung freuen können.

    Foto: LWL/Steinweg

Hinter dem schwebenden Modell der ISS steht ein Sitz aus einem Sojus-Raumschiff. Seit den 1960er Jahren werden russische Raumschiffe bei der Versorgung der Raumstation ISS genutzt. Einen Originalsitz aus einem der Raumschiffe können die Museumsgäste nun in der Ausstellung sehen. Die Astronauten mussten oft mehrere Stunden oder gar Tage mit angezogenen Beinen in diesem Schalensitz verbringen.

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Vorsichtig musste das große Modell der ISS an die Museumsdecke angebracht werden. (Das Foto wurde vor Corona aufgenommen). Foto: LWL/Puschmann

Die Suche nach Objekten für eine neue Ausstellung ist oft eine Reise ins Unbekannte, genau wie bei der Raumfahrt.

Lisa Klepfer, Kuratorin im LWL

"Die Suche nach Objekten für eine neue Ausstellung ist oft eine Reise ins Unbekannte, genau wie bei der Raumfahrt", so Lisa Klepfer, Kuratorin im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL). "Wenn wir eine neue Ausstellung vorbereiten, stellen wir nicht alle Objekte selbst her. Wir leihen uns zum Beispiel Objekte von fremden Museen. Viele Weltraumartefakte befinden sich aber nicht in Museen, sondern oft in privatem Besitz."

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Als eines der letzten Ausstellungsobjekte ist der Originalsitz eines Astronauten aus einer Sojus-Rakete eingetroffen. Die Leihgabe stammt vom Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum in Feucht. Foto: LWL/Steinweg

Die Ausstellung zeigt nicht nur vergangene Errungenschaften der Raumfahrt, sondern wagt auch einen Blick in die Zukunft: Eine Mission zum Mars zum Beispiel ist der Traum vieler Nationen und privater Raumfahrtunternehmen. Auch ein Marsglobus wurde speziell für das Museum hergestellt. Die handgefertigte Kugel besteht aus Karbon, hat einen Durchmesser von einem Meter und zeigt detailreich die Oberfläche des "Roten Planeten", gestaltet nach Satellitenaufnahmen der NASA-Raumsonde "Viking-Orbiter".

Wer selbst virtuell ins All reisen möchte, kann sich im LWL-Planetarium auf den Weg machen. Beispielsweise zeigt die Planetariumsshow "Planeten - Expedition ins Sonnensystem" Bilder der Planeten Mars, Saturn oder Jupiter. Die Show wird mehrmals im Monat gezeigt (alle Termine unter  www.lwl.org/lwlkalender ).

Hintergrund zur Ausstellung

Das Museum des LWL in Münster zeigt ab dem 21. August 2020 die Sonderausstellung "Überlebenskünstler Mensch". Auf 1.200 Quadratmetern lernen Besucherinnen den Menschen in seinen Facetten kennen. Dabei spannen die Ausstellungsmacherinnen einen Bogen von den Anfängen des Homo sapiens als Jäger und Sammler bis hin zur möglichen Besiedlung des Mars durch die Menschheit.
Die Ausstellung ist für alle Menschen geeignet. Sie beinhaltet: Brailleschrift, einen speziellen, mehrsprachigen Audioguide (D, EN, NL) und Tastmodelle für Menschen mit Sehbehinderung, Mitmachstationen und untertitelte Filme. Begleitend zur Ausstellung werden museumspädagogische Programme für Schülerinnen, Kinder und Jugendliche sowie Führungen für Erwachsene angeboten.
LWL-Museum für Naturkunde, Sentruper Str. 285, 48161 Münster.
Weitere Infos unter  www.ueberlebenskuenstler-mensch.lwl.org  oder Telefon: 0251 591 6050 (Servicezeiten: Mo-Fr 8.30-12.30 Uhr, Mo-Do 14-15.30 Uhr).

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