Im Regenwald von Madagaskar
Münsteraner entdeckt neue Primatenart

Münster -

Ein Forschungsteam aus sechs Ländern hat unter der maßgeblichen Mitwirkung von Dominik Schüßler, Münsteraner und Doktorand am Institut für Biologie und Chemie der Universität Hildesheim, Lemuren in den Regenwäldern Nordost-Madagaskars untersucht. Mit Hilfe moderner genetischer Methoden und der Vermessung der Körpermaße wurde eine bisher unbekannte Art von Mausmakis entdeckt.

Donnerstag, 06.08.2020, 21:00 Uhr
Der Münsteraner Dominik Schüßler (kl. Foto) ist Teil eines Wissenschaftler-Teams, das die neue Primatenart „Jonah‘s Mausmaki“ (Microcebus jonahi) entdeckt hat.
Der Münsteraner Dominik Schüßler ist Teil eines Wissenschaftler-Teams, das die neue Primatenart „Jonah‘s Mausmaki“ (Microcebus jonahi) entdeckt hat. Foto: Dominik Schüßler

Die neue Art, der „ Jonah ‘s Mausmaki“ (Microcebus jonahi), ist mit einer Länge von der Nasen- bis zur Schwanzspitze von rund 26 Zentimeter und einem Körpergewicht von etwa 60 g ein echtes Fliegengewicht, teilt die Uni Hildesheim mit. Diese kleinen nachtaktiven Primaten leben in einer begrenzten Region in den Tieflandregenwäldern Nordost-Madagaskars und ernähren sich von Insekten und Früchten. Obwohl Microcebus jonahi gerade erst wissenschaftlich beschrieben wurde, ist die Art bereits vom Aussterben bedroht.

Vom Aussterben bedroht

Der Verlust des natürlichen Lebensraums und der stete Landnutzungswandel führen zur Isolation von Populationen, was schnell zu ihrem Verschwinden führen kann, heißt es.

Doch es gibt Hoffnung: Eine ganze Generation von Naturschützern aus Madagaskar und anderen Teilen der Welt setzt sich intensiv für den Erhalt von Arten und ihrer Lebensräume ein. Eine Symbolfigur hierfür ist Professor Jonah Ratsimbazafy geworden. Sein langjähriger und unermüdlicher Einsatz für den Schutz der natürlichen Ressourcen des Landes haben ihn zum Vorbild einer ganzen Generation gemacht. Ihm zu Ehren trägt die neuentdeckte Art seinen Namen.

„Die gerade in zwei Forschungsartikeln veröffentlichten Ergebnisse sind nicht nur für die Beschreibung der biologischen Vielfalt Madagaskars ein wichtiger Beitrag, sondern sind auch ein Zeichen für die zunehmende Kooperation internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in diesem Forschungsgebiet: Um wissenschaftlichen Artenschutz zu betreiben, müssen wir zusammenarbeiten“, sagt Schüßler . So waren an diesen aktuellen Arbeiten insgesamt 29 Wissenschaftler aus Deutschland, Frankreich, Portugal, Australien, Madagaskar und den USA beteiligt.

Projekt aus Kooperation entstanden

Im Rahmen seiner Promotion untersucht Schüßler die Verbreitung, Entstehungsgeschichte und Anpassungsfähigkeit von Lemuren im Nordosten Madagaskars. Dieses Projekt ist das Resultat einer Kooperation zwischen Apl. Prof. Dr. Jasmin Mantilla-Contreras vom Institut für Biologie und Chemie der Universität Hildesheim (unter Leitung von Prof. Dr. Horst Kierdorf) und Apl. Prof. Dr. Ute Radespiel vom Institut für Zoologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover sowie dem Institut für Geographie der Universität Hildesheim unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Sauerwein, heißt es abschließend.

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