Kritik von SPD-Schulpolitikern
Digitale Ausstattung der Schulen ist mangelhaft

Münster -

Um die digitale Ausstattung der münsterischen Schulen ist es schlecht bestellt: So sieht es die SPD. Sie fordert, die Stadt solle digitale Endgeräte für alle Schüler finanzieren.

Donnerstag, 13.08.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 13.08.2020, 22:00 Uhr
Tablets im Unterricht
Tablets im Unterricht Foto: dpa

Das Kinderhauser Geschwister-Scholl-Gymnasium hat sich in dieser Woche mit einem Spendenaufruf an die „Verbündeten“ der Schule gewandt: Gesammelt wird Geld für die Anschaffung von iPads, also Tablet-Computern, für alle Schüler. Die Finanzierungszusagen des Landes und der Stadt reichten nicht aus, die flächendeckende Ausstattung der Schüler zu gewährleisten, heißt es in dem Schreiben.

So sehr Doris Feldmann , schulpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, die Initiative der Schule begrüßt – so stellt sie sich nicht die digitale Offensive an Münsters Schulen vor. Diese nämlich sind nach Erkenntnissen der SPD Münster, die sich auf eine Umfrage des WDR an den NRW-Schulen stützt, alles andere als gut mit Hard- und Software für den digitalen Unterricht ausgerüstet.

2,3 Laptops für 100 Schüler

„Auf 100 Schüler kommen in Münster durchschnittlich 2,3 schuleigene Laptops und drei Tablets“, resümiert Fraktionschef und Oberbürgermeisterkandidat Dr. Michael Jung . Die Stadt Münster hinke mit ihrem 15 Jahre alten Medienentwicklungsplan den Anforderungen an modernen Unterricht vollkommen hinterher, so Jung. Er wundert sich darüber, dass nach besagter Umfrage eine finanziell so schwache Stadt wie Gelsenkirchen auf eine viel üppigere Ausstattung (17,5 Laptops pro 100 Schüler) kommt und bereits 2009 sämtliche Schulen ans Breitband-Glasfasernetz angeschlossen hat.

In Münster warten immer noch acht Schulen auf den Breitband-Anschluss.

Dr. Michael Jung

„In Münster warten immer noch acht Schulen auf den Breitband-Anschluss", so Jung. In den Augen der münsterischen SPD ist die Stadt verantwortlich für die umfassende Ausstattung mit digitalen Geräten, die gerade in der Zeit der Corona-Schulschließung besonders wichtig geworden sei. Etliche Schulen seien auf die Eltern mit der Bitte zugegangen, ihre Kinder aus eigenen Mitteln mit einem bestimmten Tablet für den Unterricht auszustatten. „So wird Bildung wieder abhängig vom Geldbeutel der Eltern“, sagt Feldmann. „Viele Familien haben nicht die Mittel, für zwei oder drei Kinder ein Tablet zu kaufen.“

Diese Oberbürgermeister-Kandidaten treten in Münster an

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  • CDU: Markus Lewe

    Steckbrief: Markus Lewe, 55 Jahre alt, Oberbürgermeister der Stadt Münster seit 2009, verheiratet, fünf Kinder, CDU-Mitglied.

    Politisches Lebensmotto: „Es ist besser, in der Hoffnung als in der Angst zu leben.“

    Foto: diverse
  • SPD: Michael Jung

    Steckbrief: Dr. Michael Jung, 44 Jahre alt, ledig, keine Kinder, Lehrer am Annette-Gymnasium, Mitglied der SPD.

    Politisches Motto: „Endlich ein Oberbürgermeister, der Wohnen bezahlbar, die Stadt klimaneutral, die Schulen digital und den Wirtschaftsstandort sicher macht.“

    Foto: diverse
  • Grüne: Peter Todeskino

    Steckbrief: Peter Todeskino, 61 Jahre alt, Geschäftsführer der Westfälischen Bauindustrie GmbH, Bürgermeister und Stadtrat für Stadtentwicklung und Umwelt a.D., verheiratet, zwei Kinder, Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen.

    Politisches Lebensmotto: „Gradlinig, konsequent, umsetzungsorientiert: Machen!“

    Foto: diverse
  • FDP: Jörg Berens

    Steckbrief: Jörg Berens, 40 Jahre alt, Social-Media-Manager, verheiratet, zwei Kinder, Mitglied der FDP.

    Politisches Lebensmotto: „Eine gute Idee ist jede Mühe wert.“

    Foto: diverse
  • Linke: Ulrich Thoden

    Steckbrief: Ulrich Thoden, 47 Jahre alt, Lehrer am Berufskolleg, verheiratet, keine Kinder, Mitglied der Partei Die Linke.

    Politisches Lebensmotto: »Alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist.« (Karl Marx)

    Foto: diverse
  • Piraten: Sebastian Kroos

    Steckbrief: Sebastian Kroos, 45 Jahre alt, alleinerziehend, ein Kind, Fachinformatiker, Controller beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, Niederlassung Münster

    Politisches Lebensmotto: „Möglichkeiten sollten genutzt werden.“

    Foto: diverse
  • ÖDP: Michael Krapp

    Steckbrief: Michael Krapp, 48 Jahre alt, Geschäftsführer eines Finanzberatungsunternehmens für nachhaltige Geldanlage, verheiratet, zwei Kinder, Mitglied der ÖDP.

    Politisches Lebensmotto: „Offen sein für Neues, gut zuhören, Positionen klar formulieren und mutig umsetzen.“

    Foto: diverse
  • Die Partei: Roland Scholle

    Steckbrief: Roland Scholle, 41 Jahre alt, staatlich geprüfter Sozialhelfer, ledig, keine Kinder, Mitglied der Partei „Die Partei“.

    Politisches Lebensmotto: „Die AfD ist wie ein Steak, das keiner haben möchte. Zu braun und zu durch! Wählt ,Die Partei‘, sie hat immer Recht.“

    Foto: diverse
  • Münster-Liste: Georgios Tsakalidis

    Steckbrief: Georgios Tsakalidis, 53 Jahre alt, Integrations-Berater, ledig, zwei in Athen lebende Kinder, überparteilich („war nie in einer Partei“).

    Politisches Lebensmotto: „Politik ist für mich die Kunst, das Unmögliche möglich zu machen und Farbe sowie Interkulturalität reinzubringen, damit die bunte demokratische Vielfalt überall Normalität wird.“

    Foto: diverse
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